Pille danach: Ratgeber, Kosten & Kostenerstattung

Bild zeigt Marcus Knispel sitzend im schwarzen Anzug / PKV-Berater aus Duisburg für Geschäftsführer & Top-Verdiener
zuletzt aktualisiert: 23. April 2025

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Inhaltsverzeichnis:

Wenn’s mit der Verhütung mal schiefgeht oder man gar nicht verhütet hat, kann die „Pille danach“ eine Schwangerschaft im Nachhinein noch verhindern.

Wichtig ist aber: Sie wirkt nur, wenn man schnell handelt – und sie kostet Geld. Wer zahlt das eigentlich? Übernimmt die PKV die Kosten? Was übernimmt die GKV? Und was muss ich beachten, damit ich sie eventuell kostenlos bekomme? Genau darum geht’s hier.

Wo kann man die Pille danach kaufen?

Die Pille danach bekommst du in Deutschland seit 2015 ganz unkompliziert ohne Rezept direkt in jeder Apotheke – egal ob werktags, am Wochenende oder nachts. Es gibt über 19.000 Apotheken bundesweit, viele davon mit Notdienst rund um die Uhr.

Auch wenn’s spätabends oder am Feiertag passiert ist – du kommst trotzdem noch dran.

In den meisten Apotheken läuft das Ganze diskret ab, über separate Beratungsräume. Vor Ort wirst du kurz beraten – etwa wann der ungeschützte Sex war und ob das Präparat aktuell noch wirkt. Das dauert in der Regel nur ein paar Minuten.

In deutschen Apotheken sind zwei Präparate erhältlich:

Levonorgestrel (LNG)Ulipristalacetat (UPA)
HandelsnamenPiDaNa, PostinorEllaOne
Wirksamkeitsfenster72 Stunden120 Stunden
Durchschnittspreis15–25 €25–35 €
WirkmechanismusLH-SuppressionProgesteronrezeptorblockade

Wenn du wissen willst, wo die nächste Apotheke mit Notdienst ist, kannst du einfach auf Portalen wie apotheken.de schauen, die 0800 00 22 833 anrufen oder eine App nutzen mit Standortfunktion.

Wo erhältlich?In jeder Apotheke in Deutschland – auch nachts über Notdienste
Rezept nötig?Nein – aber für die Kostenübernahme (z. B. GKV oder PKV) meist schon
Beratung in der Apotheke?Ja, gesetzlich vorgeschrieben – kurz, diskret, kostenlos
Unter 14 Jahren?Nur mit Zustimmung der Eltern (§ 1909 BGB)
14–17 Jahre?Apotheke entscheidet im Einzelfall
Ab 18 Jahren?Freier Zugang ohne Einschränkung
Suchhilfe?apotheken.de, 0800 00 22 833 oder App mit Standortsuche

Wichtig: Auch wenn du keine Zeit für ein Rezept hast – du bekommst sie sofort in der Apotheke.

Willst du aber, dass die Kasse die Kosten übernimmt, solltest du (sofern möglich) vorher ein Rezept vom Arzt holen. Gerade bei gesetzlich Versicherten unter 22 oder in Missbrauchssituationen wird das dann komplett übernommen.

Bei Privatversicherten hängt’s vom Tarif ab – da lohnt sich ein kurzer Check bei der Versicherung.

Kann man die Pille danach auch online bestellen?

Ja, aber es geht nur auf legalem Weg über zugelassene Telemedizin-Plattformen.

Möglich macht das § 7 Abs. 4 Musterberufsordnung-Ärzte (MBO-Ä), der Fernbehandlungen unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Auf Plattformen wie euroClinix oder Dokteronline füllst du einen medizinischen Fragebogen aus, ein approbierter Arzt prüft alles, stellt ein Privatrezept aus – und du bekommst das Medikament per Kurier nach Hause geschickt.

Wichtig: Der Online-Kauf ist nur legal, wenn:

  • die Anbieter mit echten Ärzten arbeiten,
  • das Medikament über eine registrierte Versandapotheke kommt (nach § 11a ApoG),
  • und die Beratung den Anforderungen der Apothekenbetriebsordnung entspricht.

Was nicht geht: einfach irgendeine Pille bei dubiosen Shops im Ausland bestellen. Die Qualität ist da oft fragwürdig, Beratung fehlt komplett – und im Ernstfall dauert der Versand zu lange. Außerdem verstoßen solche Bestellungen schnell gegen deutsches Arzneimittelrecht (§ 73 AMG).

Wenn du also auf Nummer sicher gehen willst (und schnell handeln musst), ist die Apotheke vor Ort immer noch die sicherste und rechtlich sauberste Option.

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Marcus Knispel ist auf dem Bild / PKV Berater für Top-Verdiener
Marcus Knispel
PKV-Berater für Top-Verdiener

Wie funktioniert die Pille danach?

Die Pille danach greift in den Hormonhaushalt ein, um den Eisprung zu verzögern oder ganz zu verhindern – je nachdem, ob Levonorgestrel (LNG) oder Ulipristalacetat (UPA) enthalten ist. Rechtlich ist sie seit März 2015 in Deutschland rezeptfrei erhältlich (§ 48 AMG i.V.m. § 1 AMVV), aber apothekenpflichtig.

Du bekommst sie ohne Rezept, aber nur in der Apotheke – und nicht einfach so aus dem Regal. Die Apotheker*innen müssen vor der Abgabe eine kurze Beratung machen, basierend auf § 20 Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO), um sicherzustellen, dass sie in deinem Fall sinnvoll und sicher ist.

Medizinisch gesehen gilt:

  • LNG wirkt bis max. 72 Stunden nach dem Sex, idealerweise innerhalb der ersten 24 Stunden (Wirksamkeit bis zu 95 %).
  • UPA wirkt bis zu 120 Stunden (also 5 Tage) und ist etwas zuverlässiger, auch wenn der Eisprung schon kurz bevorstand.
    Beide Mittel helfen nicht mehr, wenn der Eisprung schon durch ist – und sie verhindern auch keine Einnistung, sondern nur den Eisprung.

Was kostet die Pille danach?

Die Pille danach kostet je nach Präparat zwischen 15 und 35 Euro, wenn du sie selbst bezahlst – also ohne Rezept oder Kostenerstattung durch deine Krankenversicherung. Günstiger ist meist Levonorgestrel (z. B. PiDaNa) mit Preisen um die 15–25 €, während Ulipristalacetat (EllaOne) mit 25–35 € zu Buche schlägt – dafür wirkt es bis zu 5 Tage nach dem ungeschützten Sex.

Wenn du gesetzlich versichert bist und unter 22 Jahre alt, kannst du dir die Pille danach auf Kassenrezept holen – dann übernimmt die GKV die Kosten, ab 18 Jahren allerdings mit einer kleinen Zuzahlung von 5 bis 10 Euro. Bei einem Rezept ohne Kassenbezug oder einem direkten Kauf ohne Rezept zahlst du den vollen Preis selbst.

Für Privatversicherte hängt alles vom jeweiligen Tarif ab. Viele PKV-Tarife übernehmen die Kosten bis 22 Jahre, aber nur, wenn du ein Privatrezept vom Arzt einreichst und dir die Kosten im Nachhinein erstatten lässt. Bei älteren Versicherten oder in Missbrauchsfällen entscheiden private Versicherer nach Einzelfall.

PräparatWirkstoffKosten (Selbstzahler)Erstattung GKVErstattung PKV
PiDaNa / PostinorLevonorgestrel15–25 €Ja, bis 22 J. (mit Rezept, ggf. Zuzahlung)Teilweise, je nach Tarif & Altersgrenze
EllaOneUlipristalacetat25–35 €Ja, bis 22 J. (mit Rezept, ggf. Zuzahlung)Teilweise, je nach Tarif & Altersgrenze

Wenn du auf Nummer sicher gehen willst – hol dir ein Rezept vom Arzt. Das geht auch schnell per Videosprechstunde. Und denk dran: Je eher du die Pille danach nimmst, desto besser wirkt sie.

Kostenübernahme: Was zahlt die PKV bei der Pille danach?

Wenn du privat versichert bist und dich fragst, ob deine PKV die Pille danach bezahlt, lautet die ehrliche Antwort: kommt drauf an. Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung gibt’s bei der PKV keine gesetzliche Verpflichtung, die Kosten zu übernehmen. Es hängt also komplett von deinem individuellen Tarif ab. Viele private Versicherer orientieren sich zwar an der GKV-Regelung, übernehmen also z. B. bei Versicherten unter 22 Jahren die Kosten – aber nur, wenn du ein Rezept vom Arzt vorlegen kannst.

Die rechtliche Grundlage ist hier nicht wie bei der GKV das Sozialgesetzbuch (§24a SGB V), sondern dein Vertrag mit der PKV. Das ist ein privatrechtlicher Versicherungsvertrag – und der kann je nach Anbieter und Tarif ziemlich unterschiedlich sein.

Manche Tarife erstatten die Kosten pauschal, andere nur bei nachgewiesener medizinischer Indikation, wieder andere nur bei bestimmten Altersgruppen oder unter bestimmten Umständen (z. B. bei Vergewaltigung – aber das ist eben nicht verpflichtend wie bei der GKV seit März 2025).

In der Praxis läuft das Ganze so ab: Du gehst zur Apotheke, zahlst erstmal selbst (rund 19,50 € für Levonorgestrel oder 29,80 € für Ulipristalacetat) und reichst die Quittung nachträglich bei deiner PKV ein – zusammen mit dem Rezept, das dir der Arzt ausgestellt hat. Ob und wie viel du zurückbekommst, hängt dann von deinem Vertrag ab.

Wenn du wissen willst, ob du Anspruch hast, musst du entweder deine Versicherungsbedingungen durchforsten oder einfach kurz bei deiner Krankenversicherung durchklingeln. Besonders sinnvoll ist das, wenn du noch unter 22 Jahre alt, in Ausbildung oder Studium bist – denn da stehen die Chancen besser. Für ältere Versicherte oder in Sonderfällen (z. B. Trauma) entscheiden viele Versicherer kulanzbasiert, aber es gibt keinen Anspruch.

Übernimmt die GKV die Kosten der Pille danach?

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) übernimmt unter bestimmten Bedingungen die Kosten für die Pille danach – und das sogar ganz automatisch, ohne Vorleistung, wenn du das passende Kassenrezept hast.

Standardmäßig gilt: Wer unter 22 Jahre alt ist, bekommt die Kosten komplett erstattet, vorausgesetzt, die Pille wurde vom Arzt verschrieben.

Bist du zwischen 18 und 22, musst du nur die gesetzliche Zuzahlung von 5 bis 10 € leisten. Unter 18 ist sogar die Zuzahlung komplett weg.

Seit März 2025 gilt außerdem eine wichtige Neuerung: Wenn ein Hinweis auf sexuelle Gewalt oder Missbrauch vorliegt, entfällt die Altersgrenze komplett. Auch über 22-Jährige bekommen die Pille danach kostenfrei, sobald sie ein Rezept vom Arzt vorlegen. Das Ganze läuft rechtlich über §24a SGB V, also ist das gesetzlich abgesichert.

Wichtig: Die Apotheke darf nicht nachfragen, ob’s tatsächlich ein Missbrauchsfall war – das Rezept allein reicht. Wer die Pille danach aber einfach so ohne Rezept kauft, kriegt keine Rückerstattung. Im Zweifel lieber kurz zum Arzt – und mit Rezept zur Apotheke.

GKVPKV
Rechtsgrundlage§24a SGB VTarifvertrag (privatrechtlich)
Kostenübernahme bis 22 JahreJa, mit RezeptOft ja, mit Rezept (abhängig vom Tarif)
Kostenübernahme bei sexueller GewaltJa, altersunabhängig & verpflichtendNur tarifabhängig, freiwillig
Zuzahlung ab 18 Jahren5–10 €, außer bei BefreiungSelten – meist keine, aber abhängig vom Vertrag
AbwicklungDirektabrechnung über Kassenrezept in der ApothekeSelbstzahlung → Erstattungsantrag bei der PKV
Apothekenprüfung bei TraumaKeine Prüfungspflicht bei KassenrezeptNicht geregelt / individuell
Zugang ohne RezeptKeine Erstattung möglichNur mit Einzelfallprüfung durch PKV eventuell möglich

Fazit

Am Ende läuft’s wie so oft auf die gleiche Frage raus: Bin ich gesetzlich oder privat versichert – und was steht konkret in meinem Tarif? Wenn du bei der GKV bist und unter 22, ist die Sache ziemlich klar geregelt: Rezept holen, Pille danach in der Apotheke holen, fertig. Bei Missbrauchsfällen sogar unabhängig vom Alter. Das Ganze läuft rechtlich wasserdicht über §24a SGB V, also keine Diskussion.

Bei der PKV wird’s etwas wackeliger. Da gibt’s keine gesetzliche Pflicht zur Kostenübernahme – manche Tarife machen’s trotzdem, viele aber nur unter bestimmten Bedingungen. Rezept ist auch hier Pflicht, aber die Erstattung läuft meist erst im Nachhinein – also: erst zahlen, dann einreichen.

Deshalb: Im Zweifel lieber kurz beim Arzt ein Rezept holen, das sichert dir nicht nur die Kostenübernahme, sondern auch deine Rechte ab. Und wenn du privat versichert bist, lohnt sich ein kurzer Blick in deinen Vertrag oder ein Anruf bei der Versicherung – besser vorher klären als später ärgern.

FAQ: Kosten der Pille danach

Wird die Pille von der privaten Krankenversicherung bezahlt?

Kommt drauf an. Gesetzlich verpflichtet ist die PKV nicht – das heißt: kann, aber muss nicht. Viele Tarife übernehmen die Kosten bis zum 22. Lebensjahr, aber eben nur, wenn du vorher ein Rezept vom Arzt holst. Meist zahlst du erstmal selbst in der Apotheke und reichst dann die Quittung bei deiner Versicherung ein. Wichtig: Unbedingt vorher in deinen Vertrag schauen oder bei der PKV anrufen, um sicherzugehen.

Wird die Pille danach von der Krankenkasse bezahlt?

Ja, wenn du gesetzlich versichert bist, läuft das deutlich klarer:

  • Bis 22 Jahre bekommst du die Kosten erstattet – vorausgesetzt, du hast ein Kassenrezept vom Arzt.
  • Unter 18: komplett kostenlos.
  • Zwischen 18 und 22: kleine Zuzahlung von 5–10 Euro.
  • Missbrauch oder Vergewaltigung? Dann ist die Kostenübernahme altersunabhängig möglich – neue Regelung seit März 2025 (§24a SGB V).
    Also: Rezept holen, ab in die Apotheke, die rechnen direkt mit der Krankenkasse ab.

Wie kriege ich die Pille danach kostenlos?

Geht nur mit Rezept – entweder weil du unter 22 bist und gesetzlich versichert oder weil du betroffen bist von einem Missbrauchsfall. Ohne Rezept zahlst du die 15–35 Euro selbst, je nach Präparat. Also: Rezept = Kostenübernahme, ohne Rezept = Selbstzahlerin.

Ist die „Pille danach“ erstattungsfähig?

Jein – bei der GKV ja, aber nur unter bestimmten Bedingungen (s.o.). Bei der PKV kommt’s auf deinen Tarif an. Generell gilt: Mit Rezept hast du die besten Chancen, egal ob GKV oder PKV. Die GKV übernimmt auf Basis von §24a SGB V, die PKV entscheidet je nach Vertrag individuell.

Kann ich eine Pille mit einem Privatrezept bekommen?

Klar, geht – aber: Bei einem Privatrezept zahlst du erstmal selbst. Ob du das Geld zurückbekommst, hängt von deinem PKV-Tarif ab. Also: Quittung gut aufheben und bei der Versicherung nachfragen, ob und wie du das einreichen kannst.

Bild zeigt Marcus Knispel sitzend im schwarzen Anzug / PKV-Berater aus Duisburg für Geschäftsführer & Top-Verdiener
Marcus Knispel
Geschäftsführer | Versicherungsmakler (§ 34d GewO)
Über den Autor

Marcus Knispel ist seit über 25 Jahren in der Versicherungsbranche tätig und seit 2012 als ungebundener, nach § 34d GewO zugelassener Versicherungsmakler mit klarer Spezialisierung auf die private Krankenversicherung für Top-Verdiener, Unternehmer und Geschäftsführer aktiv. Er berät ausschließlich im Mandanteninteresse und unterstützt zusätzlich rund 100 Maklerkolleginnen und -kollegen bei komplexen PKV-Fragestellungen und der vollständigen Beratung ihrer Kunden.

Seine fachliche Grundlage bilden unter anderem Abschlüsse als Versicherungsfachmann (BWV) sowie als zertifizierter Fondsberater (EAFP) an der Europäischen Akademie für Finanzplanung, ergänzt um zahlreiche Spezialisierungen zu Tarifwechselrecht nach VVG § 204, Gesundheitsprüfung, Risikozuschlägen und Beitragsentlastung im Alter. Marcus bildet sich laufend über renommierte Branchenanbieter wie die Deutsche Makler Akademie weiter und verbindet so aktuelle PKV-Produktkenntnis mit langjähriger Praxiserfahrung aus der Beratung von Angestellten, Selbstständigen, Geschäftsführern und C-Level-Entscheidern.

Als Handelsmakler ist Marcus heute bei von Buddenbrock Concepts in Essen angebunden und steht für eine verständliche, transparente und zahlenbasierte PKV-Beratung, bei der Hochleistungstarife und eine stabile Beitragsentwicklung im Alter im Mittelpunkt stehen. In seinen Fachartikeln und Auftritten als PKV-Experte legt er großen Wert auf Aufklärung, klare Sprache und eine saubere Herleitung seiner Empfehlungen, damit Leser und Mandanten fundierte Entscheidungen zur privaten Krankenversicherung treffen können.