Viele denken, die PKV wird mit jedem weiteren Kind unbezahlbar.
Vier Kinder privat versichern, das kann sich doch niemand leisten. Die Wahrheit sieht anders aus, vor allem wenn du Beamter bist oder ein hohes Einkommen hast. Schauen wir uns an, was die PKV für eine Großfamilie wirklich kostet.
Bei vier Kindern kommst du in der PKV schnell auf hohe Beiträge – das steht in jedem Fall fest.
Aber der Arbeitgeberzuschuss bleibt gleich, egal ob du zwei oder sechs Kinder hast. Und die Beihilfe für Beamte macht die PKV für Familien sogar günstiger als die GKV.
Wie teuer ist die private Krankenversicherung für eine Familie mit 4 Kindern?
Die PKV für eine Familie mit vier Kindern kostet zwischen 800 und 3.500 Euro monatlich nach Abzug aller Zuschüsse. Die Spanne ist riesig, weil deine Berufsgruppe den entscheidenden Unterschied macht.
Als Angestellter bekommst du maximal 613 Euro Arbeitgeberzuschuss für die gesamte Familie, egal wie viele Kinder du hast. Als Beamter zahlt die Beihilfe 70 Prozent deiner Kosten und 80 Prozent für jedes einzelne Kind.
Als Selbstständiger zahlst du jeden Cent selbst.
Die Kosten setzen sich aus den Beiträgen für beide Elternteile und alle vier Kinder zusammen. Kinder zwischen 0 und 14 Jahren kosten etwa 300 Euro monatlich in einem Hochleistungstarif, Erwachsene ab etwa 900 Euro aufwärts pro Kopf.
Mit vier Kindern kommst du also auf etwa 1.200 Euro nur für die Kinder, dazu 1.630 Euro für die Eltern. Macht brutto 2.830 Euro, bevor irgendein Zuschuss abgezogen wird.
Beispiel 1: Angestellte Familie mit vier Kindern zahlt zwischen 1.600 und 2.200 Euro netto
Du bist Angestellter, deine Partnerin ebenfalls, beide verdient ihr über der Jahresarbeitsentgeltgrenze von 77.400 Euro. Eure Kinder sind 5, 8, 11 und 14 Jahre alt. Ihr wählt Hochleistungstarife, weil ihr euren Kindern die beste medizinische Versorgung ermöglichen wollt.
| Vater (42 Jahre) | 850 € |
| Mutter (38 Jahre) | 780 € |
| Kind 1 (14 Jahre) | 320 € |
| Kind 2 (11 Jahre) | 300 € |
| Kind 3 (8 Jahre) | 280 € |
| Kind 4 (5 Jahre) | 260 € |
| Gesamt brutto | 2.790 € |
| Arbeitgeberzuschuss | -613 € |
| Gesamt netto | 2.177 € |
Die Familie zahlt 2.177 Euro monatlich aus eigener Tasche. Das sind 26.124 Euro im Jahr nach Abzug des Arbeitgeberzuschusses. Der Arbeitgeberzuschuss von maximal 613 Euro wird auf alle Familienmitglieder verteilt, und hier liegt das Problem bei Großfamilien. Der Vater bekommt etwa 425 Euro, die Mutter 188 Euro, für die vier Kinder bleibt nichts mehr übrig. Der Gesamttopf ist bei zwei Erwachsenen schon ausgeschöpft.
Jetzt kommt die Steuer ins Spiel, und hier wird es interessant. Von den 26.124 Euro jährlich kannst du etwa 20.820 Euro als Sonderausgaben absetzen. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent sparst du dadurch etwa 8.745 Euro Steuern im Jahr. Deine tatsächlichen Kosten liegen also bei etwa 1.448 Euro monatlich nach Steuern.
In der gesetzlichen Krankenversicherung würdest du als Gutverdiener den Höchstbeitrag von etwa 1.000 Euro monatlich zahlen. Deine Partnerin ebenfalls, wenn sie über der Beitragsbemessungsgrenze verdient. Die vier Kinder wären kostenfrei mitversichert, wenn einer von euch unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze verdienen würde.
Das ist der Knackpunkt bei Großfamilien in der Angestellten-Konstellation.
Beispiel 2: Selbstständige Familie mit vier Kindern zahlt zwischen 2.200 und 2.800 Euro
Du bist Selbstständiger mit 150.000 Euro Jahreseinkommen, deine Partnerin arbeitet nicht und kümmert sich um die vier Kinder. Die Kinder sind 6, 9, 12 und 15 Jahre alt. Ihr wählt Hochleistungstarife.
| Selbstständiger (42 Jahre) | 850 € |
| Partnerin (40 Jahre) | 820 € |
| Kind 1 (15 Jahre) | 340 € |
| Kind 2 (12 Jahre) | 300 € |
| Kind 3 (9 Jahre) | 280 € |
| Kind 4 (6 Jahre) | 260 € |
| Gesamt | 2.850 € |
Die Familie zahlt 2.850 Euro monatlich komplett selbst. Das sind 34.200 Euro im Jahr.
Keinen einzigen Euro Arbeitgeberzuschuss, weil du selbstständig bist. Von den 34.200 Euro kannst du etwa 27.220 Euro als Sonderausgaben absetzen. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent sparst du dadurch etwa 11.432 Euro Steuern im Jahr.
Deine tatsächlichen Kosten liegen also bei etwa 1.898 Euro monatlich nach Steuern. In der gesetzlichen Krankenversicherung würdest du den Höchstbeitrag von 1.261 Euro monatlich zahlen.
Deine Partnerin wäre kostenfrei familienversichert, die vier Kinder ebenfalls. Die GKV wäre für dich als Selbstständiger mit vier Kindern deutlich günstiger.
Die PKV macht für dich als Selbstständiger mit Großfamilie nur Sinn, wenn dir diese Vorteile die Mehrkosten von etwa 870 Euro monatlich wert sind:
- Termine beim Facharzt in wenigen Tagen statt monatelangem Warten
- Freie Wahl der besten Spezialisten für jedes Kind
- Einzelzimmer und Chefarztbehandlung im Krankenhaus
- Umfassende Zahnversorgung ohne hohe Eigenanteile
- Zugang zu modernsten Therapien bei schweren Erkrankungen
Bei vier Kindern summieren sich die Arztbesuche. Wenn du jedes Mal wochenlang auf Termine warten musst, merkst du den Unterschied zwischen PKV und GKV im Alltag deutlich.
Beispiel 3: Beamtenfamilie mit vier Kindern zahlt durch die Beihilfe nur 800 bis 900 Euro
Du bist Beamter, deine Partnerin ebenfalls. Ihr habt vier Kinder im Alter von 4, 7, 10 und 13 Jahren. Ihr wählt Hochleistungstarife. Die Beihilfe übernimmt 70 Prozent eurer Kosten und 80 Prozent für eure Kinder. Das ist der Game Changer bei Großfamilien.
| Bruttobeitrag | Beihilfe | Eigenanteil | |
|---|---|---|---|
| Beamter (45 Jahre) | 850 € | 595 € (70%) | 255 € |
| Beamtin (42 Jahre) | 780 € | 546 € (70%) | 234 € |
| Kind 1 (13 Jahre) | 310 € | 248 € (80%) | 62 € |
| Kind 2 (10 Jahre) | 300 € | 240 € (80%) | 60 € |
| Kind 3 (7 Jahre) | 270 € | 216 € (80%) | 54 € |
| Kind 4 (4 Jahre) | 250 € | 200 € (80%) | 50 € |
| Gesamt | 2.760 € | 2.045 € | 715 € |
Die Beamtenfamilie zahlt nur 715 Euro monatlich, obwohl die Bruttobeiträge bei 2.760 Euro liegen. Die Beihilfe übernimmt über 2.000 Euro jeden Monat. Das sind 8.580 Euro im Jahr, die ihr tatsächlich zahlt. Jedes weitere Kind kostet euch nur noch 50 bis 60 Euro netto, weil die Beihilfe 80 Prozent übernimmt.
In der gesetzlichen Krankenversicherung würdet ihr als Beamte deutlich mehr zahlen, weil es keine Beihilfe gibt. Ihr würdet beide den vollen GKV-Beitrag zahlen müssen. Für Beamte mit Großfamilien ist die PKV finanziell praktisch alternativlos. Die Beihilfe macht jedes weitere Kind günstiger statt teurer.
Du willst es genauer wissen? Dann rechne es einfach selbst nach mit unserem PKV-Rechner für Familien:
Kann man die private Krankenkasse der Kinder steuerlich absetzen?
Ja, und bei vier Kindern wird die Steuerersparnis richtig groß. Du kannst die PKV-Beiträge für alle vier Kinder vollständig steuerlich absetzen. Die Beiträge zählen als Sonderausgaben nach § 10 Absatz 1 Nummer 3 EStG.
Welche Beträge kannst du für vier Kinder in der PKV absetzen?
Die Basisbeiträge zur PKV sind unbegrenzt absetzbar.
Das sind etwa 80 Prozent deiner Gesamtbeiträge und decken die Grundversorgung ab:
- Ambulante Behandlungen beim Arzt
- Stationäre Behandlungen im Krankenhaus
- Zahnärztliche Grundversorgung
- Pflegeversicherung
Diese kannst du komplett absetzen, egal wie hoch sie sind.
Die Wahlleistungen sind nur bis 1.900 Euro im Jahr absetzbar als Angestellter oder 2.800 Euro als Selbstständiger. Das sind etwa 20 Prozent deiner Gesamtbeiträge:
- Zweibettzimmer und Chefarztbehandlung
- Heilpraktiker-Behandlungen
- Auslandskrankenversicherung
- Premium-Zahnersatz
Steuervorteile: So viel sparst du konkret bei vier Kindern
Ein Beispiel macht das Ganze deutlich:
Du bist Angestellter mit vier Kindern und zahlst 26.124 Euro im Jahr für die PKV nach Arbeitgeberzuschuss.
| Gesamtbeiträge pro Jahr | 26.124 € |
| Davon Basisbeiträge (80%) | 20.899 € |
| Davon Wahlleistungen (20%) | 5.225 € |
| Absetzbar Basisbeiträge | 20.899 € (komplett) |
| Absetzbar Wahlleistungen | 1.900 € (Grenze) |
| Gesamt absetzbar | 22.799 € |
Bei einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent sparst du dadurch 9.576 Euro Steuern im Jahr.
Das sind 798 Euro pro Monat. Deine PKV-Beiträge von 2.177 Euro monatlich kosten dich nach Steuern nur noch 1.379 Euro. Bei vier Kindern wird die Steuerersparnis zum entscheidenden Faktor.
Du trägst die Beiträge in der Anlage Kind deiner Steuererklärung ein für jedes Kind einzeln. Dein Versicherer stellt dir automatisch eine Bescheinigung zur Verfügung, in der die absetzbaren Beträge aufgeschlüsselt sind.
Jetzt wird es konkret. Die PKV mit vier Kindern kostet dich nach Steuern zwischen 1.400 und 2.200 Euro monatlich als Angestellter. Das ist viel Geld, und du musst ehrlich prüfen, ob das zu deinem Budget passt.
Kann ich mir die PKV mit vier Kindern leisten?
Das hängt von deinem Einkommen ab: Die PKV kostet dich fix etwa 1.400 Euro monatlich nach Steuern als Angestellter. Diese Zahl bleibt gleich, egal wie viel du verdienst.
Die Frage ist nur: Wie viel Prozent deines Einkommens sind das, und kannst du dir das leisten?
- Bei 250.000 Euro Jahresgehalt sind die 1.400 Euro weniger als 7 Prozent deines Nettoeinkommens. Kein Problem, du merkst die Kosten kaum. Bei 150.000 Euro sind die 1.400 Euro etwa 10 Prozent. Gut machbar, ohne dass andere Dinge zu kurz kommen.
- Bei 100.000 Euro sind die 1.400 Euro über 15 Prozent. Hier wird es eng, vor allem mit vier Kindern und allen anderen Kosten für Schule, Hobbys und später vielleicht Studium. Bei 85.000 Euro sind die 1.400 Euro fast 20 Prozent deines Nettoeinkommens. Die kostenlose Familienversicherung in der GKV ist hier die bessere Wahl.
Die Faustregel lautet: Bei vier Kindern brauchst du mindestens 120.000 Euro Haushaltseinkommen, damit die PKV nicht zur Belastung wird. Darunter frisst die PKV zu viel von deinem Budget auf.
Dafür bekommst du in der PKV Facharzttermine in wenigen Tagen statt Monaten, freie Wahl der besten Ärzte, Einzelzimmer im Krankenhaus und 90 bis 100 Prozent Übernahme bei Zahnersatz.
Bei vier Kindern summieren sich Arztbesuche, und die PKV spart dir Monate an Wartezeit.
Fazit: „Die PKV mit vier Kindern lohnt sich erst ab einem bestimmten Einkommensniveau“
Die PKV für eine Familie mit vier Kindern kostet zwischen 800 und 3.500 Euro monatlich. Als Angestellter zahlst du nach allen Zuschüssen und Steuern etwa 1.400 Euro. Als Beamter zahlst du durch die Beihilfe nur 700 bis 900 Euro. Als Selbstständiger kommst auf 1.900 bis 2.200 Euro nach Steuern.
Die PKV mit vier Kindern ist ab einem Haushaltseinkommen von etwa 120.000 Euro sinnvoll und finanzierbar. Darunter wird die finanzielle Belastung zu groß, und die kostenlose Familienversicherung in der GKV ist die bessere Wahl. Für Beamte ist die PKV durch die massive Beihilfe praktisch immer die richtige Entscheidung.
Die PKV bietet die beste medizinische Versorgung für deine Kinder. Kurze Wartezeiten, freie Arztwahl, beste Behandlung im Krankenhaus und Zugang zu modernsten Therapien. Aber du musst sie dir auch leisten können, ohne dass andere wichtige Dinge für deine Familie zu kurz kommen.
Lass uns gemeinsam durchrechnen, ob die PKV zu deiner Familie passt.

