PKV mit Hashimoto: Chancen, Risikozuschlag & Aufnahmeprozess

Bild zeigt Marcus Knispel sitzend im schwarzen Anzug / PKV-Berater aus Duisburg für Geschäftsführer & Top-Verdiener
zuletzt aktualisiert: 19. September 2025

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Inhaltsverzeichnis:

Hashimoto-Thyreoiditis begleitet dich ein Leben lang, aber das macht sie noch lange nicht zu einem Drama. Die chronische Autoimmunerkrankung der Schilddrüse führt zu einer dauerhaften Unterfunktion, die du mit täglichen Schilddrüsenhormonen in den Griff bekommst. L-Thyroxin zum Frühstück, regelmäßige Blutwerte checken lassen, und schon läuft dein Leben völlig normal weiter.

Doch was bedeutet die Diagnose für deinen Wechsel in die private Krankenversicherung?

Die wichtigste Botschaft vorab: Eine gut eingestellte Hashimoto-Erkrankung sehen die meisten Versicherer heute entspannt. Mit der richtigen Strategie und vollständigen Unterlagen kommst du problemlos in die PKV, häufig sogar ohne jeden Risikozuschlag.

Du musst nur wissen, wie du vorgehst und welche Fehler du vermeiden solltest.

Was sind die Aufnahmebedingungen der PKV für Menschen mit Hashimoto?

Bei der PKV-Antragstellung mit Hashimoto durchläufst du wie jeder andere auch eine Gesundheitsprüfung.

Die Versicherer stellen detaillierte Fragen zu deinem Gesundheitszustand, um dein individuelles Risiko einzuschätzen. Hashimoto-Thyreoiditis werten sie dabei als chronische Vorerkrankung, verlangen aber sehr genaue Angaben zur Diagnose, zum Verlauf und zur Behandlung. Du solltest ehrlich berichten, wie deine Erkrankung verläuft und dass sie gut unter Kontrolle ist, ohne dabei ins Dramatische abzudriften.

Die Versicherer achten auf mehrere wichtige Punkte bei der Bewertung:

  • Aktuelle Befunde und Laborwerte (TSH, fT3, fT4) spielen die Hauptrolle. Ein stabiler TSH-Wert im Normbereich ohne wilde Schwankungen zeigt dem Versicherer, dass deine Schilddrüsenunterfunktion gut eingestellt ist. Pack am besten aktuelle Blutwerte dazu, die eine stabile Einstellung bestätigen, dann sieht der Sachbearbeiter direkt, dass bei dir alles im grünen Bereich läuft.
  • Therapie und Medikamentendosis interessieren ebenfalls. Gib genau an, welche Dosis L-Thyroxin du nimmst und seit wann. Eine seit Jahren unveränderte Dosis signalisiert dem Versicherer, dass du gut eingestellt bist und keine Experimente mehr nötig sind.
  • Verlauf und weitere Befunde können den Unterschied machen. Hattest du nur eine Unterfunktion oder gab es aktive Entzündungsphasen? Existieren Knoten oder Zysten an der Schilddrüse? Diese Details entscheiden mit. Einige Versicherer knüpfen eine normale Aufnahme daran, dass keine Schilddrüsenknoten oder kein Kropf vorliegen. Falls du Ultraschall- oder Facharztbefunde hast, die bestätigen, dass deine Schilddrüse außer Hashimoto keine pathologischen Befunde zeigt, dann reich sie ein.
  • Ärztliche Atteste und Berichte sind Gold wert. Sammle alle Dokumente von deinem Hausarzt oder Endokrinologen. Ein aktuelles Attest mit einer Zusammenfassung wie „TSH stabil, Patient beschwerdefrei unter Therapie“ kann Wunder wirken. Viele Versicherer fordern bei Hashimoto explizit einen ausführlichen Befundbericht oder Facharztbericht an, also bereite dich darauf vor, solche Unterlagen gleich mit dem Antrag einzureichen.
  • Dauer der Erkrankung und Prognose beeinflussen die Entscheidung. Hashimoto ist nicht heilbar, aber langfristig gut kontrollierbar. Wenn du schon vor Jahren diagnostiziert wurdest und seitdem ohne Komplikationen lebst, dann betone das deutlich. Versicherer sehen ein länger stabil verlaufendes Krankheitsbild wesentlich entspannter als einen frischen Befund.
  • Weitere Vorerkrankungen solltest du klar benennen. Hashimoto tritt manchmal mit anderen Autoimmunerkrankungen auf. Stell klar, falls das bei dir nicht der Fall ist, oder nenne die anderen Diagnosen offen, falls doch. Sonst könnten Versicherer befürchten, du verschweigst etwas.

Formuliere deine Angaben in den Gesundheitsfragen offen und positiv, zum Beispiel so: „Chronische Schilddrüsenentzündung (Hashimoto) seit 2018, hormonell gut eingestellt, seit 5 Jahren ohne Beschwerden und mit stabilen Laborwerten unter jährlicher Kontrolle.“ So vermittelst du dem Versicherer, dass du zwar Hashimoto hast, aber alles vollkommen im Griff ist und kein erhöhtes Kostenrisiko zu erwarten ist.

Anonyme Risikovoranfrage statt direkter Antrag

Ein wichtiger strategischer Schachzug bei Vorerkrankungen ist die anonyme Risikovoranfrage. Dabei lässt du über einen Makler oder Versicherungsberater unverbindlich bei verschiedenen PKVs anfragen, ob und zu welchen Bedingungen sie dich versichern würden.

Das bringt dir zwei entscheidende Vorteile:

Du hinterlässt keine Spuren im HIS, dem Hinweis- und Informationssystem der Versicherungen. Stellst du blind einen Antrag und wirst abgelehnt, meldet der Versicherer das unter Umständen an dieses System. Dann wissen auch andere Gesellschaften, dass du abgelehnt wurdest, und deine Chancen sinken überall.

Mit einer anonymen Voranfrage verhinderst du diesen negativen Eintrag, weil du formal keinen Antrag gestellt hast.

Du kannst Konditionen vergleichen, bevor du dich festlegst. Durch Voranfragen findest du heraus, welcher Versicherer dich ohne oder nur mit geringem Zuschlag aufnehmen würde und welcher vielleicht strenge Auflagen will. Die Unterschiede zwischen den Gesellschaften sind enorm und reichen von normaler Annahme bis Ablehnung.

In der Praxis schickt dein Berater (z.B. ich) auf Wunsch anonymisiert deine Gesundheitsdaten an ausgewählte Versicherer und fragt, wie sie deinen Fall bewerten. Du bekommst dann Rückmeldungen wie „Annahme ohne Zuschlag“, „Annahme mit X% Risikozuschlag“ oder „Ablehnung“, noch bevor du einen Antrag stellst. Anhand dieser Infos wählst du den für dich passendsten Versicherer aus, ohne gleich deine Karten offenlegen zu müssen.

Nimm dir für die Vorbereitung deines PKV-Antrags Zeit. Lückenlosigkeit und Wahrheit bei den Gesundheitsfragen sind Pflicht, denn Verschweigen kann dich später den Versicherungsschutz kosten. A

ber du kannst mit vollständigen Unterlagen und der richtigen Strategie dafür sorgen, dass der Versicherer deine Hashimoto-Erkrankung von Anfang an als das einstuft, was sie ist: gut beherrschbar und kein großes Risiko.

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Marcus Knispel
PKV-Berater für Top-Verdiener

Risikozuschläge und Leistungsausschlüsse bei Hashimoto in der PKV

Wenn du eine chronische Vorerkrankung hast, kann der Versicherer drei Wege einschlagen: dich normal aufnehmen, einen Risikozuschlag erheben, einen Leistungsausschluss für bestimmte Behandlungen vereinbaren oder im schlimmsten Fall den Antrag ablehnen.

Wo liegt Hashimoto-Thyreoiditis auf diesem Spektrum?

Die meisten privaten Krankenversicherer betrachten Hashimoto heute als überschaubares Risiko, solange die Erkrankung gut eingestellt ist. Früher war Hashimoto teilweise ein K.-o.-Kriterium, weil Versicherer sie als unheilbare Autoimmunerkrankung zu heikel fanden. Heutzutage hat sich die Lage entspannt, aber ein Aufpreis ist in der Regel fällig. Im schlimmsten Fall droht weiterhin eine Ablehnung, falls der Versicherer hohe Folgekosten befürchtet.

Die Erfahrungen aus anonymen Risikovoranfragen zeigen ein buntes Bild unterschiedlicher Entscheidungen:

Manche Versicherer akzeptieren Hashimoto ohne Mehrkosten. Die Landeskrankenhilfe (LKH) bot in einem Fall sofort Schutz ohne Einschränkungen und Zuschläge an. Auch die Hallesche Krankenversicherung signalisierte „ohne Einschränkungen versicherbar“, sofern kein Kropf vorliegt. Diese Fälle zeigen, dass kein Risikozuschlag notwendig sein muss, wenn die Erkrankung als gutartig und stabil eingeschätzt wird.

Viele Versicherer verlangen aber einen Risikozuschlag, typischerweise im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Die DKV kalkulierte beispielsweise mit 12 Prozent auf den Beitrag. Die Bayerische Beamtenkrankenkasse rechnete in einem Angebot mit etwa 25 bis 28 Euro monatlichem Zuschlag für Schilddrüsenerkrankungen, was je nach Tarif ungefähr 10 bis 15 Prozent Aufpreis entsprach.

Die Barmenia veranschlagte zunächst rund 5 Prozent, war aber bereit, auf diesen Zuschlag zu verzichten, sofern die Kundin bestätigte, dass keine Schilddrüsenknoten vorhanden sind. Bei geringen Befunden oder gutem Verlauf kann der Versicherer einen eigentlich vorgesehenen Zuschlag im Einzelfall also durchaus erlassen.

In einigen Fällen werden feste Leistungsausschlüsse vorgeschlagen. Die R+V Versicherung bot in einer Voranfrage an, bestimmte Tarife ohne Zuschlag zu gewähren, dafür aber mit einem Ausschluss aller Krankheiten und Folgen der Schilddrüse.

Alles rund um Hashimoto und Schilddrüse wäre dann vom Versicherungsschutz ausgenommen, was keine optimale Lösung darstellt, denn gerade dafür bräuchtest du die PKV ja. Alternativ nannte R+V in einem anderen Tarif einen Zuschlag von etwa 25 Euro statt eines Ausschlusses.

Ablehnungen bei Hashimoto in der PKV

Ablehnungen kommen vor, sind aber nicht die Regel, sofern Hashimoto ohne Komplikationen verläuft.

Einige Gesellschaften reagieren jedoch sehr streng, besonders wenn Hashimoto noch im aktiven Entzündungsstadium ist. Interne Risikoeinstufungen zeigen, dass AXA, Gothaer und Signal Iduna früher bei Hashimoto generell zur Ablehnung neigten, zumindest solange die Erkrankung als aktive rheumatische Schilddrüsenentzündung eingestuft wurde.

Auch die Barmenia hätte bei einer entzündeten Schilddrüse abgelehnt, erst bei der leichtesten Form mit nur Unterfunktion ohne akute Entzündung kam ein Zuschlag von etwa 20 Prozent ins Spiel. Diese harte Linie weicht aber zunehmend auf, da Millionen Menschen Hashimoto haben und bei guter Einstellung kaum Mehrkosten verursachen.

Wie hoch ist der Risikozuschlag bei Hashimoto in der PKV?

In der Praxis liegen typische Risikozuschläge häufig zwischen 5 und 30 Prozent des Grundbeitrags, abhängig vom Versicherer und den individuellen Befunden.

Ein leichter, gut behandelter Fall wurde von einigen großen Versicherern ohne Zuschlag genommen, andere setzten etwa 10 Prozent an, wiederum andere vorsichtshalber 20 bis 30 Prozent. Über 30 Prozent Zuschlag sind selten und würden fast an die Grenze dessen stoßen, was Versicherer generell maximal nehmen.

VersichererZuschlagsartRisikozuschlag
Signal Iduna Exklusiv-PlusProzentual auf Gesamttarifbis zu 20%
Alte OldenburgerProzentual auf betroffenen Bausteinca. 10-15%
BBKK Versicherungskammer BayernPauschaler Euro-Betrag22,98 € monatlich
Chencoaching BeispielProzentual17%
Allgemeine PKV-PraxisDurchschnittlich10-20%

Bei Hashimoto ist ein so extremer Aufpreis nicht zu erwarten, eher lehnt ein sehr skeptischer Versicherer dann ab, als 50 Prozent Aufschlag zu fordern.

Leistungsausschlüsse sind bei Hashimoto weniger üblich, da die Erkrankung nicht klar abtrennbar ist und verschiedene Folgeprobleme verursachen kann. Wenn überhaupt, dann beziehen sie sich auf Schilddrüsenerkrankungen und deren Folgen, was eine recht umfassende Lücke im Versicherungsschutz reißen würde. Die meisten Experten raten ab, so einen Ausschluss zu akzeptieren, wenn ein Zuschlag eine Alternative ist. Ein moderater Mehrbeitrag ist meist besser, als im Ernstfall wichtige Behandlungen selbst zahlen zu müssen.

Ein Risikozuschlag für Hashimoto ist üblich, aber oft moderat.

Viele Versicherer sehen eine gut eingestellte Schilddrüsenunterfunktion als geringes Mehr-Risiko an. Du kannst durchaus ohne Aufpreis davonkommen, gerade wenn du gute Atteste vorlegst. Rechne aber sicherheitshalber damit, dass ein kleiner Zuschlag aufgerufen wird, den du dann dauerhaft auf deinen PKV-Beitrag obendrauf zahlst.

Welche Leistungen übernimmt die PKV bei Hashimoto?

Bei Hashimoto macht die PKV vor allem in der täglichen Versorgung den Unterschied.

Während die GKV die Grundversorgung sicherstellt, bekommst du in der PKV deutlich mehr Freiheiten und Möglichkeiten, deine Erkrankung optimal zu managen.

Die wichtigsten Vorteile, die deinen Alltag mit der Erkrankung deutlich erleichtern:

  • Freie Arztwahl ohne Überweisung: Du gehst direkt zum Endokrinologen oder Nuklearmediziner, wann du willst und zu wem du willst
  • Schnellere Termine: Als Privatpatient bekommst du innerhalb von 1-4 Wochen einen Facharzttermin, während GKV-Patienten 3-6 Monate warten
  • Umfassende Diagnostik ohne Budgetsorgen: Die PKV erstattet alle Laborwerte (TSH, fT3, fT4, Antikörper), so oft du sie brauchst
  • 100% Medikamentenerstattung: Du zahlst keine Zuzahlung für L-Thyroxin oder alternative Präparate
  • Erweiterte Labordiagnostik: Vitamin D, Selen, Zink und andere Spurenelemente kannst du jederzeit testen lassen
  • Therapiefreiheit: Dein Arzt kann dir auch Kombinationspräparate (T3+T4) oder natürliche Schilddrüsenextrakte verschreiben
  • Alternative Heilmethoden: Je nach Tarif bezahlt die PKV Heilpraktiker, Akupunktur, Homöopathie oder osteopathische Behandlungen
  • Keine Quartalsbudgets: Du machst zweimal jährlich eine ausführliche Laboruntersuchung? Die PKV zahlt ohne Diskussion
  • Modernste Diagnostik: MRT, Szintigraphie oder spezielle Ultraschallverfahren bekommst du ohne Budgetprobleme
  • Komfort im Krankenhaus: Bei einer eventuellen Schilddrüsen-OP liegst du im Ein- oder Zweibettzimmer und der Chefarzt operiert dich

Die PKV macht vor allem eines: Sie gibt dir die Freiheit, deine Hashimoto-Behandlung so zu gestalten, wie du und dein Arzt es für richtig halten. Kein Budgetdruck zwingt deinen Arzt, an Untersuchungen zu sparen. Keine Richtlinien verbieten ihm, alternative Therapieansätze zu versuchen. Du bestimmst gemeinsam mit deinem Arzt, was gemacht wird, und die PKV zahlt.

Natürlich bekommst du die Standardversorgung mit Schilddrüsenhormonen und regelmäßigen Kontrollen auch in der GKV. Aber die PKV bietet dir das komplette Drumherum: schnellere Termine, mehr Diagnostik-Optionen, alternative Behandlungsmethoden und vor allem die Sicherheit, dass notwendige Untersuchungen nicht am Geld scheitern.Wiederholen

Besondere Situationen: Beihilfe, Selbstständige, Angestellte, Beamte

Zum Schluss betrachten wir noch die verschiedenen Personengruppen, denn ob du Beihilfe-berechtigt, selbstständig, Angestellter oder Beamter bist, macht im Kontext PKV und Hashimoto einen Unterschied.

Beamte und Beihilfeberechtigte

Beamte und Beamtenanwärter sind in einer einzigartigen Lage: Sie erhalten Beihilfe vom Dienstherrn, meist 50 Prozent oder mehr ihrer Krankheitskosten, und können sich für den Rest privat versichern. Früher war Hashimoto für Beamte ein echtes Problem. Ohne PKV-Schutz blieb praktisch nur die teure Restkostenübernahme selbst, und viele kamen nur über die Öffnungsklausel überhaupt in die PKV.

Die Öffnungsaktion ist ein Segen für Beamte mit Vorerkrankungen. Innerhalb der ersten 6 Monate nach Verbeamtung können Neu-Beamte mit Hashimoto sich darauf berufen. Dann muss ein teilnehmender PKV-Versicherer, und fast alle großen Beamtenversicherer machen mit, ihnen Versicherungsschutz bieten unabhängig vom Gesundheitszustand. Es gibt dabei feste Höchstgrenzen für Zuschläge, in der Regel maximal 30 Prozent Risikozuschlag, und Leistungsausschlüsse sind ausgeschlossen.

Selbst wenn dein Hashimoto als Risiko betrachtet wird, darf der Versicherer in der Öffnungsaktion höchstens 30 Prozent aufschlagen, aber nicht sagen „Schilddrüse zahlen wir nicht“. Eine Ablehnung ist ebenfalls nicht erlaubt. Somit erhalten Beamte mit Hashimoto auf diesem Weg auf jeden Fall einen PKV-Vertrag. Diese Öffnung gilt nur, wenn du den Antrag rechtzeitig in den ersten 6 Monaten stellst. Verpasst du das Zeitfenster, gilt das normale Spiel von Gesundheitsprüfung und eventuell Ablehnung.

Für Beamte ist der Schritt in die PKV meistens finanziell lohnend, da die Beihilfe ja einen Großteil zahlt.

Selbst mit einem Risikozuschlag kommst du als Beihilfeberechtigter oft günstig weg. Du hast 50 Prozent Beihilfe, versicherst die restlichen 50 Prozent PKV und hast 20 Prozent Zuschlag wegen Hashimoto, dann zahlst du effektiv 20 Prozent auf den halben Beitrag, also 10 Prozent deines hypothetischen Vollbeitrags extra. Das ist meist immer noch viel weniger als die GKV kosten würde, denn GKV müsstest du als Beamter praktisch voll selbst tragen.

Angestellte (nicht beihilfeberechtigt)

Bist du Angestellter und verdienst über der Versicherungspflichtgrenze, 2026 liegt die bei 77.400 Euro brutto jährlich, kannst du in die PKV wechseln.

Hashimoto hindert dich nicht, sofern du einen Versicherer findest, der dich nimmt, und wie wir gesehen haben, ist das meistens möglich, eventuell mit Zuschlag. Als Angestellter zahlst du deinen PKV-Beitrag hälftig mit dem Arbeitgeber, bis maximal dem Arbeitgeberanteil, den er für GKV zahlen würde. Auch ein Risikozuschlag wird vom Arbeitgeber anteilig mitgetragen.

Dein PKV-Grundbeitrag wäre 600 Euro, Risikozuschlag 60 Euro macht 10 Prozent, gesamt 660 Euro. Wenn dein Arbeitgeber beispielsweise bis 380 Euro zahlt als halber GKV-Höchstbeitrag, dann übernimmt er davon 330 Euro und du 330 Euro. Er trägt also auch 30 Euro des Zuschlags. Das mildert die Mehrkosten für dich.

Für Angestellte gilt keine Öffnungsklausel, du musst im freien Markt unterkommen. Aber Hashimoto alleine ist kein absolutes Hindernis. Viele Angestellte wechseln mit solchen Volkskrankheiten in die PKV ohne Probleme. Plane vorausschauend: Angenommen du rutschst in 5 Jahren doch wieder unter die Einkommensgrenze durch Teilzeit oder Jobverlust und bist dann unter 55, dann würdest du automatisch wieder GKV-pflichtig. In dem Fall musst du aus der PKV raus und in die GKV zurück.

Das ist tatsächlich die einfachste Rückkehroption durch Unterschreiten der Grenze, solange du noch jung genug bist.

Selbstständige und Freiberufler

Als Selbstständiger kannst du immer freiwillig in der GKV bleiben oder in die PKV gehen, unabhängig vom Einkommen. Für dich ist die Überlegung meist finanzieller Natur. Die GKV-Beiträge können ziemlich hoch werden, da du den vollen Beitrag selbst zahlst, etwa 18 Prozent deines Gewinns bis zur Beitragsbemessungsgrenze, also bis etwa 760 Euro im Monat derzeit.

Die PKV kann da günstiger sein, aber mit Hashimoto musst du eventuell einen Zuschlag einrechnen.

Selbstständige mit Hashimoto haben keine Öffnungsaktion. Aber auch hier versichern dich viele PKVs ganz normal. Sollte es extrem unwahrscheinlicherweise passieren, dass dich alle PKVs ablehnen bei nur Hashimoto, dann bleibt immer noch als Auffanglösung der Basistarif der PKV. In den Basistarif muss dich ein PKV-Unternehmen nehmen, allerdings hat der Leistungen und Beitrag auf GKV-Niveau und ist teuer.

Wenn du einmal in der PKV bist und dann im Alter merkst, es wird teuer, kannst du nicht einfach wieder angestellt sein, um zurück in die GKV zu kommen, es sei denn du änderst wirklich deine Erwerbsform. Manche Selbstständige gehen spät im Leben doch in eine Anstellung, um wieder GKV-Schutz zu erhalten, aber mit 55 plus wird das problematisch. Also auch du solltest PKV als Dauerentscheidung betrachten.

Fazit: „Hashimoto ist kein PKV-Hindernis, sondern eine Frage der richtigen Strategie“

Als PKV-Stratege sage ich dir nach jahrelanger Erfahrung mit hunderten Beratungsgesprächen ganz klar: Hashimoto ist heute kein Hindernis mehr für die private Krankenversicherung. Die Zeiten, in denen Versicherer reflexartig bei dieser Diagnose ablehnten, sind vorbei. Was zählt, ist deine Strategie und Vorbereitung.

Mit einer anonymen Risikovoranfrage vermeidest du negative HIS-Einträge und findest den Versicherer, der dich zu den besten Konditionen nimmt. Mit vollständigen medizinischen Unterlagen, aktuellen Laborwerten und einem Attest, das deine stabile Einstellung bestätigt, machst du es dem Versicherer leicht, Ja zu sagen. Vielleicht zahlst du einen kleinen Risikozuschlag von 10 oder 20 Prozent, aber dafür bekommst du eine Versorgung, die sich nach deinen Bedürfnissen richtet und nicht nach Budgetgrenzen.

Die Unterschiede zwischen den Versicherern sind enorm: Was bei der einen Gesellschaft zur Ablehnung führt, ist bei der anderen nicht mal einen Zuschlag wert. Die Debeka, Hallesche, LKH und Barmenia haben sich in der Praxis als besonders kulant erwiesen. Mit der richtigen Beratung findest du genau den Anbieter, bei dem deine Hashimoto-Erkrankung kein großes Thema ist.

Für Beamte mit Beihilfe ist die Entscheidung besonders einfach: Die Öffnungsaktion garantiert dir einen Platz in der PKV, und selbst mit Zuschlag bleibst du günstiger als in der GKV.

Angestellte und Selbstständige müssen genauer rechnen, aber auch hier gilt: Mit der richtigen Vorbereitung kommst du rein. Falls die PKV für dich nicht in Frage kommt, sind Zusatzversicherungen eine clevere Alternative. Für einen Bruchteil der Kosten holst du dir gezielt die Leistungen dazu, die dir wichtig sind.

Mein wichtigster Rat: Lass dich nicht von Pauschalaussagen abschrecken. Deine Schilddrüse mag nicht perfekt funktionieren, aber das heißt noch lange nicht, dass du bei der Krankenversicherung Kompromisse machen musst. Mit der richtigen Strategie, vollständigen Unterlagen und professioneller Unterstützung findest du deinen Weg in die PKV. Die Versicherer haben verstanden, dass eine gut eingestellte Schilddrüsenunterfunktion kaum Mehrkosten verursacht.

Nutze das zu deinem Vorteil.

Bild zeigt Marcus Knispel sitzend im schwarzen Anzug / PKV-Berater aus Duisburg für Geschäftsführer & Top-Verdiener
Marcus Knispel
Geschäftsführer | Versicherungsmakler (§ 34d GewO)
Über den Autor

Marcus Knispel ist seit über 25 Jahren in der Versicherungsbranche tätig und seit 2012 als ungebundener, nach § 34d GewO zugelassener Versicherungsmakler mit klarer Spezialisierung auf die private Krankenversicherung für Top-Verdiener, Unternehmer und Geschäftsführer aktiv. Er berät ausschließlich im Mandanteninteresse und unterstützt zusätzlich rund 100 Maklerkolleginnen und -kollegen bei komplexen PKV-Fragestellungen und der vollständigen Beratung ihrer Kunden.

Seine fachliche Grundlage bilden unter anderem Abschlüsse als Versicherungsfachmann (BWV) sowie als zertifizierter Fondsberater (EAFP) an der Europäischen Akademie für Finanzplanung, ergänzt um zahlreiche Spezialisierungen zu Tarifwechselrecht nach VVG § 204, Gesundheitsprüfung, Risikozuschlägen und Beitragsentlastung im Alter. Marcus bildet sich laufend über renommierte Branchenanbieter wie die Deutsche Makler Akademie weiter und verbindet so aktuelle PKV-Produktkenntnis mit langjähriger Praxiserfahrung aus der Beratung von Angestellten, Selbstständigen, Geschäftsführern und C-Level-Entscheidern.

Als Handelsmakler ist Marcus heute bei von Buddenbrock Concepts in Essen angebunden und steht für eine verständliche, transparente und zahlenbasierte PKV-Beratung, bei der Hochleistungstarife und eine stabile Beitragsentwicklung im Alter im Mittelpunkt stehen. In seinen Fachartikeln und Auftritten als PKV-Experte legt er großen Wert auf Aufklärung, klare Sprache und eine saubere Herleitung seiner Empfehlungen, damit Leser und Mandanten fundierte Entscheidungen zur privaten Krankenversicherung treffen können.