Das deutsche Krankenversicherungssystem gehört zu den umfangreichsten der Welt.
Nahezu die gesamte Bevölkerung ist krankenversichert, entweder gesetzlich oder privat. Die folgende Übersicht fasst alle relevanten Zahlen und Entwicklungen zusammen: Versichertenstruktur, Kassengrößen, Beitragsniveaus, Einnahmen, Ausgaben und die Finanzlage des Systems.
Alle Daten stammen aus Primärquellen des Bundesgesundheitsministeriums, des PKV-Verbands, des GKV-Spitzenverbands, der BaFin und des Statistischen Bundesamts. Stand: Mai 2026.
Anzahl der Versicherten in der GKV und in der PKV
In Deutschland sind praktisch alle Einwohner krankenversichert. Rund 90 Prozent der Bevölkerung sind gesetzlich versichert, knapp 11 Prozent haben eine private Vollversicherung. Die restlichen Anteile verteilen sich auf Sondersysteme wie die freie Heilfürsorge für Soldaten und Polizisten.
Seit Einführung der allgemeinen Krankenversicherungspflicht im Jahr 2009 ist die Gesamtzahl der Versicherten kontinuierlich gewachsen.
Wie viele gesetzlich Versicherte gibt es in Deutschland?
Zum 1. Januar 2026 waren in Deutschland insgesamt 74,2 Millionen Menschen gesetzlich krankenversichert (Quelle: Bundesgesundheitsministerium). Davon entfallen 58,6 Millionen auf beitragszahlende Mitglieder und 15,6 Millionen auf beitragsfreie Familienversicherte, also Kinder und nicht berufstätige Ehepartner.
Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von rund 90 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2024 lag die Zahl der GKV-Versicherten bei 74,49 Millionen, davon 58,56 Millionen beitragszahlende Mitglieder und 15,93 Millionen beitragsfreie Familienangehörige.
Wie viele Menschen in Deutschland sind privatversichert?
Im Jahr 2025 sind in Deutschland 8,79 Millionen Menschen privat vollversichert, ein Anstieg von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2024: 8,74 Millionen).
Zählt man alle PKV-Verträge zusammen, also Vollversicherungen plus Zusatzversicherungen wie Zahnersatz, stationäre Absicherung und Krankentagegeld, kommt man auf insgesamt 40,8 Millionen PKV-Versicherungsverträge.
Die Zusatzversicherungen allein wuchsen 2025 um 2,2 Prozent auf 31,98 Millionen Verträge. Nahezu jeder zweite Erwachsene in Deutschland hält damit zumindest eine private Krankenzusatzversicherung.
Wie viel Prozent in Deutschland sind nicht krankenversichert?
Laut Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes (Daten 2023, veröffentlicht Oktober 2025) hatten 72.000 Menschen in Deutschland weder eine Krankenversicherung noch einen anderweitigen Anspruch auf Krankenversorgung, was einem Anteil von deutlich unter 0,1 Prozent der Bevölkerung entspricht.
Weitere 198.000 Personen verfügten formal über keinen Versicherungsschutz, besaßen aber einen subsidiären Leistungsanspruch über das Asylbewerberleistungsgesetz oder die Sozialhilfe.
Humanitäre Organisationen wie Ärzte der Welt schätzen die tatsächliche Zahl nicht versorgter Menschen auf mehrere Hunderttausend, da der Mikrozensus Wohnungslose und undokumentierte Personen strukturell untererfasst.
| Versicherungsart | Versicherte / Verträge | Anteil | Stand |
|---|---|---|---|
| GKV gesamt | 74,2 Mio. | ca. 89–90 % | 01.01.2026 |
| davon beitragszahlende Mitglieder | 58,6 Mio. | — | 01.01.2026 |
| davon beitragsfreie Familienversicherte | 15,6 Mio. | — | 01.01.2026 |
| PKV-Vollversicherte | 8,79 Mio. | ca. 10–11 % | 2025 |
| PKV-Zusatzversicherungen | 31,98 Mio. Verträge | — | 2025 |
| Nicht krankenversichert (offiziell) | 72.000 | unter 0,1 % | Mikrozensus 2023 |
Quellen: Bundesgesundheitsministerium, PKV-Verband, Statistisches Bundesamt
Größe der gesetzlichen und privaten Krankenkassen
Die Kassenwelt in Deutschland ist stark konzentriert.
In der GKV dominieren wenige große Kassen, während Dutzende kleinere Anbieter um Mitglieder kämpfen. In der PKV führt die Debeka mit großem Abstand bei den Vollversicherten.
Die Unterschiede in Größe und Mitgliederentwicklung sind erheblich: Während manche Kassen wachsen, verlieren andere seit Jahren kontinuierlich Versicherte.
Welche PKV hat die meisten Versicherten?
Die Debeka Krankenversicherung ist mit rund 2,55 Millionen PKV-Vollversicherten der größte private Krankenversicherer in Deutschland. Im Neugeschäft entfielen 2024 rund 31 Prozent aller Neuverträge auf die Debeka, mit 74.384 neu aufgenommenen Vollversicherten.
Zählt man alle Versicherungsarten inklusive Zusatzversicherungen zusammen, liegt die Debeka mit 4.338.918 Gesamtversicherten knapp vor der DKV Deutsche Krankenversicherung mit 4.321.126.
| Rang | Versicherer | Versicherte gesamt |
|---|---|---|
| 1 | Debeka Krankenversicherung | 4.338.918 |
| 2 | DKV Deutsche Krankenversicherung | 4.321.126 |
| 3 | Allianz Private Krankenversicherung | 2.948.565 |
| 4 | Signal Krankenversicherung | 2.480.487 |
| 5 | Barmenia Krankenversicherung | 2.248.739 |
| 6 | ERGO Direkt Krankenversicherung | 1.891.898 |
| 7 | Generali Krankenversicherung | 1.849.721 |
| 8 | AXA Krankenversicherung | 1.717.278 |
| 9 | R+V Krankenversicherung | 1.669.048 |
| 10 | HUK-Coburg-Krankenversicherung | 1.599.647 |
Umfasst alle Versicherungsarten. Quelle: BaFin, Stand 31.12.2024
Welche gesetzliche Krankenkasse hat die meisten Mitglieder in Deutschland?
Die Techniker Krankenkasse (TK) ist mit 12.259.751 Versicherten die größte gesetzliche Einzelkasse in Deutschland (Stand: 01.01.2026). Als Kassenverbund dominiert die AOK-Gemeinschaft mit zusammengenommen über 27 Millionen Versicherten das Gesamtbild.
Die BARMER folgt als zweitgrößte Einzelkasse mit 8.198.874 Versicherten, die DAK Gesundheit belegt Rang drei mit 5.373.488.
| Rang | Krankenkasse | Versicherte |
|---|---|---|
| 1 | Techniker Krankenkasse (TK) | 12.259.751 |
| 2 | BARMER | 8.198.874 |
| 3 | DAK Gesundheit | 5.373.488 |
| 4 | AOK Baden-Württemberg | 4.606.513 |
| 5 | AOK Bayern | 4.578.310 |
| 6 | AOK PLUS (Sachsen/Thüringen) | 3.463.644 |
| 7 | AOK Niedersachsen | 3.079.965 |
| 8 | AOK Rheinland/Hamburg | 2.980.892 |
| 9 | AOK NordWest | 2.953.958 |
| 10 | IKK classic | 2.873.038 |
Quelle: GKV-Spitzenverband, Stand 01.01.2026
Welche Krankenkasse verliert die meisten Mitglieder?
Absolut gesehen verlor die DAK Gesundheit seit 2016 die meisten Mitglieder mit einem Rückgang von 584.500 Versicherten. Prozentual führt die Knappschaft mit einem Mitgliederverlust von 30,45 Prozent seit 2016, gefolgt von der Mobil Krankenkasse mit 22,34 Prozent.
Hauptursachen sind überdurchschnittliche Zusatzbeiträge, demografische Verschiebungen und Kassenwechsel zu günstigeren Wettbewerbern.
Allein die Knappschaft schrumpfte von 1.680.000 auf 1.168.500 Versicherte, ein Verlust von über 511.000 Mitgliedern in zehn Jahren.
| Krankenkasse | Versicherte 2016 | Versicherte 2025/26 | Verlust absolut | Verlust in % |
|---|---|---|---|---|
| DAK Gesundheit | 5.958.000 | 5.373.500 | −584.500 | −9,81 % |
| IKK classic | 3.402.200 | 2.873.000 | −529.200 | −15,55 % |
| Knappschaft | 1.680.000 | 1.168.500 | −511.500 | −30,45 % |
| KKH Kaufmänn. Krankenkasse | 1.756.100 | 1.463.900 | −292.200 | −16,64 % |
| Mobil Krankenkasse | 1.086.200 | 843.500 | −242.700 | −22,34 % |
| BARMER | 8.423.000 | 8.198.900 | −224.100 | −2,66 % |
| AOK Nordost | 1.737.700 | 1.575.300 | −162.400 | −9,35 % |
Finanzen rund um die Krankenkassen
Die Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung ist trotz eines scheinbaren Überschusses im Jahr 2025 strukturell angespannt. Ausgaben wachsen systematisch schneller als Einnahmen, das Defizit wird durch Beitragserhöhungen und staatliche Zuschüsse nur temporär überdeckt.
Die Beitragssätze haben historische Höchstwerte erreicht, und Prognosen zeigen ohne grundlegende Reformen weitere deutliche Anstiege. Gleichzeitig variieren Zusatzbeiträge zwischen den Kassen erheblich, was den Wechsel zur günstigsten Kasse für Versicherte finanziell attraktiv macht.
Welche GKV hat den geringsten Zusatzbeitrag?
Die BKK firmus hat mit 2,18 Prozent den niedrigsten Zusatzbeitrag aller gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland, ist jedoch nur in bestimmten Bundesländern zugänglich.
Unter den bundesweit geöffneten Kassen führt die TUI BKK mit 2,50 Prozent, gefolgt von der hkk Heimat Krankenkasse mit 2,59 Prozent und der Audi BKK mit 2,60 Prozent.
Die Techniker Krankenkasse, Deutschlands größte Kasse, liegt mit 2,69 Prozent im unteren Viertel.
| Krankenkasse | Zusatzbeitrag 2026 | Gesamtbeitragssatz | Verfügbarkeit |
|---|---|---|---|
| BKK firmus | 2,18 % | 16,78 % | Nur bestimmte Bundesländer |
| TUI BKK | 2,50 % | 17,10 % | Bundesweit |
| hkk (Heimat Krankenkasse) | 2,59 % | 17,19 % | Bundesweit |
| Audi BKK | 2,60 % | 17,20 % | Bundesweit |
| Techniker Krankenkasse (TK) | 2,69 % | 17,29 % | Bundesweit |
| WMF BKK | 2,85 % | 17,45 % | Bundesweit |
Welche gesetzliche Krankenkasse hat den höchsten Zusatzbeitrag?
Die BKK 24 hat mit 4,39 Prozent den höchsten Zusatzbeitrag aller bundesweit geöffneten gesetzlichen Krankenkassen, was einen Gesamtbeitragssatz von 18,99 Prozent ergibt. Die Spanne zwischen der günstigsten und der teuersten bundesweit geöffneten Kasse beträgt damit fast 2 Prozentpunkte.
Zum 1. Januar 2026 erhöhten 43 Krankenkassen ihren Zusatzbeitrag, 47 hielten ihn stabil, nur 2 senkten ihn.
Der vom Bundesgesundheitsministerium festgesetzte Durchschnittszusatzbeitrag liegt 2026 bei 2,9 Prozent, was zusammen mit dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent einen Gesamtbeitragssatz von 17,5 Prozent ergibt, ein historischer Höchstwert.
| Krankenkasse | Zusatzbeitrag 2026 | Gesamtbeitragssatz | Verfügbarkeit |
|---|---|---|---|
| BKK 24 | 4,39 % | 18,99 % | Bundesweit |
| Knappschaft | 4,30 % | 18,90 % | Bundesweit |
| IKK – Die Innovationskasse | 4,30 % | 18,90 % | Bundesweit |
| VIACTIV Krankenkasse | 4,19 % | 18,79 % | Bundesweit |
| energie-BKK | 3,98 % | 18,58 % | Bundesweit |
Wie hoch sind die Einnahmen einer Krankenkasse?
Die gesetzlichen Krankenkassen erzielten im Gesamtjahr 2025 Einnahmen von 355,934 Milliarden Euro, ein Anstieg von 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die größte Einnahmequelle sind die Beiträge der Arbeitnehmer mit 226,6 Milliarden Euro, was rund 64 Prozent der Gesamteinnahmen entspricht.
Es folgen die Rentenbeiträge mit 50,3 Milliarden Euro und die kassenindividuellen Zusatzbeiträge mit rund 43 bis 45 Milliarden Euro. Der staatliche Bundeszuschuss betrug 2025 regulär 14,5 Milliarden Euro, ergänzt durch ein zinsloses Bundesdarlehen von 2,3 Milliarden Euro.
Für 2026 prognostiziert der GKV-Schätzerkreis Einnahmen des Gesundheitsfonds von 312,3 Milliarden Euro, ein Plus von 4,4 Prozent.
| Einnahmequelle | Betrag 2025 | Anteil |
|---|---|---|
| Beiträge Arbeitnehmer (AKV) | 226,6 Mrd. € | ca. 64 % |
| Beiträge Rentner (KVdR) | 50,3 Mrd. € | ca. 14 % |
| Kassenindividuelle Zusatzbeiträge | ca. 43–45 Mrd. € | ca. 12 % |
| Bundeszuschuss (regulär) | 14,5 Mrd. € | ca. 4 % |
| Bundesdarlehen 2025 | 2,3 Mrd. € | unter 1 % |
| Sonstige (BA, RV, UV) | ca. 4,0 Mrd. € | ca. 1 % |
| Gesamt | 355,934 Mrd. € | 100 % |
Quelle: Bundesgesundheitsministerium KV45, GKV-Schätzerkreis
Was sind die größten Ausgaben der Krankenkassen?
Der größte Ausgabenposten der gesetzlichen Krankenversicherung ist die Krankenhausversorgung mit 111,43 Milliarden Euro im Jahr 2025, ein Anstieg von 9,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Krankenhauskosten legten 2025 um 9,7 Milliarden Euro zu, mehr als doppelt so schnell wie im historischen Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2024. An zweiter Stelle steht die Arzneimittelversorgung mit 58,5 Milliarden Euro (plus 6,0 Prozent), gefolgt von der ambulanten ärztlichen Versorgung mit 53,9 Milliarden Euro (plus 7,3 Prozent).
Die Verwaltungskosten der GKV lagen 2025 bei 14,5 Milliarden Euro, was bezogen auf die Einnahmen einer Verwaltungskostenquote von 4,1 Prozent entspricht.
| Ausgabenbereich | Betrag 2025 | Veränderung ggü. 2024 |
|---|---|---|
| Krankenhausversorgung (stationär) | 111,43 Mrd. € | +9,0 % |
| Arzneimittelversorgung | 58,5 Mrd. € | +6,0 % |
| Ambulante ärztliche Versorgung | 53,9 Mrd. € | +7,3 % |
| Pflegeleistungen (Häusliche Pflege) | ca. 18 Mrd. € | — |
| Verwaltungskosten | 14,5 Mrd. € | +4,7 % |
| Gesamtausgaben | 352,432 Mrd. € | +7,8 % |
Quelle: vdek, Bundesgesundheitsministerium KV45
Wie hoch sind die Krankenkassenausgaben im Jahr 2026?
Für das Jahr 2026 prognostiziert der GKV-Spitzenverband Gesamtausgaben von über 380 Milliarden Euro, ein Anstieg von rund 6,6 Prozent gegenüber 2025. Die Ausgaben wachsen damit erneut deutlich schneller als die Einnahmen, die nur um 4,9 Prozent zulegen sollen.
Die daraus entstehende Finanzierungslücke wird auf 10 bis 15 Milliarden Euro geschätzt.
Die endgültigen Zahlen für das Gesamtjahr 2026 werden vom Bundesgesundheitsministerium ab Mitte 2026 quartalsweise veröffentlicht.
| Jahr | Einnahmen | Ausgaben | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 2022 | ca. 289 Mrd. € | ca. 292 Mrd. € | ca. −3,0 Mrd. € |
| 2023 | ca. 302 Mrd. € | ca. 304 Mrd. € | ca. −1,5 Mrd. € |
| 2024 | ca. 337,9 Mrd. € | ca. 344,5 Mrd. € | −6,6 Mrd. € |
| 2025 | 355,934 Mrd. € | 352,432 Mrd. € | +3,503 Mrd. € (Überschuss) |
| 2026 (Prognose) | ca. 369 Mrd. € | ca. 380+ Mrd. € | ca. −10 bis −15 Mrd. € |
Quelle: Bundesgesundheitsministerium KV45, GKV-Spitzenverband, Rebmann Research
Wie viel Gewinn machen gesetzliche Krankenkassen?
Gesetzliche Krankenkassen dürfen keine Gewinne erwirtschaften und ausschütten. Als Körperschaften des öffentlichen Rechts nach § 4 SGB V unterliegen sie dem Prinzip der Gemeinnützigkeit, es gibt weder Anteilseigner noch Dividenden.
Überschüsse müssen zwingend für die Auffüllung der gesetzlichen Mindestreserve nach § 261 SGB V, die Reduktion des Zusatzbeitrags oder Prämienausschüttungen an Mitglieder verwendet werden, je nach Liquiditätslage der Kasse.
Im Jahr 2025 erzielten die 93 gesetzlichen Krankenkassen zusammen einen Überschuss von 3,503 Milliarden Euro, aufgeteilt auf Ersatzkassen mit 1,5 Milliarden Euro (Q1 bis Q3), die AOK-Gemeinschaft mit 617 Millionen Euro (Q1 bis Q3) und die Innungskrankenkassen mit 380 Millionen Euro (Gesamtjahr).
Dieser Überschuss floss vollständig in die Reserveauffüllung, da die Finanzreserven mit 5,1 Milliarden Euro (0,18 Monatsausgaben) noch unter der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestliquidität von 0,2 Monatsausgaben lagen.
Kein Cent davon wurde an Versicherte ausgezahlt.
Wie viel Defizit haben die Krankenkassen?
Das strukturelle Defizit der gesetzlichen Krankenversicherung wächst laut Bundesrechnungshof jährlich um 6 bis 8 Milliarden Euro. Im Jahr 2024 verzeichnete die GKV mit 6,2 bis 6,6 Milliarden Euro das höchste Defizit seit 30 Jahren.
Der scheinbare Überschuss von 3,503 Milliarden Euro im Jahr 2025 entstand ausschließlich durch massive Beitragserhöhungen zum Jahreswechsel 2024/2025 und ein einmaliges Bundesdarlehen von 2,3 Milliarden Euro, nicht durch eine strukturelle Verbesserung.
Für 2026 erwartet der GKV-Spitzenverband erneut ein Defizit von 10 bis 15 Milliarden Euro, da die Ausgaben mit 6,6 Prozent abermals schneller wachsen als die Einnahmen mit 4,9 Prozent.
Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbands, kommentierte das Finanzergebnis 2025: „Es gibt null Grund zur Entwarnung.“ Die Ausgaben stiegen mit 7,8 Prozent mehr als doppelt so schnell wie die Einnahmen mit 5,3 Prozent.
Ohne grundlegende Strukturreform prognostiziert der Bundesrechnungshof einen Anstieg des Gesamtbeitragssatzes auf 19,3 Prozent bis 2035 und bis zu 26 Prozent bis 2050.
Die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eingesetzte FinanzKommission Gesundheit erarbeitete Sparvorschläge mit einem Volumen von 25 bis 30 Milliarden Euro, davon sollen 12 bis 15 Milliarden Euro allein im Jahr 2026 realisiert werden.
| Jahr | Finanzergebnis | Anmerkung |
|---|---|---|
| 2024 | −6,2 bis −6,6 Mrd. € | Höchstes Defizit seit 30 Jahren |
| 2025 | +3,503 Mrd. € (Überschuss) | Nur durch Beitragserhöhungen und Bundesdarlehen |
| 2026 (Prognose) | −10 bis −15 Mrd. € | Trotz Beitragserhöhung zum 01.01.2026 |
| 2027+ | Zweistellige Milliarden-Defizite | Ohne grundlegende Strukturreform |
Quelle: Bundesgesundheitsministerium, Bundesrechnungshof, GKV-Spitzenverband, Rebmann Research
