Wie viele Menschen kennst du, die Rückenschmerzen haben, an Bluthochdruck leiden oder regelmäßig Antidepressiva nehmen? Wahrscheinlich mehr, als dir lieb ist. Volkskrankheiten sind längst keine Ausnahme mehr – sie sind Alltag.
Chronisch, weit verbreitet, oft unterschätzt.
Diese Krankheiten betreffen Millionen – und zeigen, wie dringend unser Gesundheitssystem sich stärker auf Prävention und individuelle Versorgung ausrichten muss. Die folgende Übersicht zeigt, welche Volkskrankheiten Deutschland am stärksten prägen.
Übersicht: Welche sind die 10 häufigsten Volkskrankheiten in Deutschland?
Diese Übersicht liest sich wie ein Querschnitt durch deutsche Wartezimmer – und leider auch durch zu viele Krankheitsverläufe, die vermeidbar wären. Es sind nicht selten die gleichen Risikofaktoren, die sich durch die Liste ziehen: Bewegungsmangel, schlechte Ernährung, zu viel Stress, zu wenig Prävention.
| Rang | Krankheit | Betroffene/Prävalenz (geschätzt) | Besonderheit / Hauptursache |
|---|---|---|---|
| 1 | Herz-Kreislauf-Erkrankungen | > 40% der Sterbefälle | Alter, Bluthochdruck, Übergewicht |
| 2 | Rückenschmerzen & Bewegungsapparat | ca. 25% jährlich in Behandlung | Bewegungsmangel, Fehlbelastung |
| 3 | Bluthochdruck (Hypertonie) | ca. 26% der Bevölkerung | Übergewicht, Stress, Alter |
| 4 | Diabetes mellitus (v. a. Typ 2) | 7,2% diagnostiziert (plus Dunkelziffer) | Ernährung, Übergewicht, familiäre Vorbelastung |
| 5 | Krebserkrankungen | 25% der Todesfälle | Tumorart-spezifisch, teils genetisch |
| 6 | Fettstoffwechselstörungen | bei 19% der Arztbesuche relevante Diagnose | Ernährung, Veranlagung |
| 7 | Depressionen & psych. Erkrankungen | > 10% betroffen, Tendenz steigend | Belastung, Einsamkeit, Lebensumstände |
| 8 | Adipositas & Übergewicht | 67% Männer, 53% Frauen übergewichtig | Ernährung, Bewegungsmangel |
| 9 | Demenz (inkl. Alzheimer) | ca. 1,8 Mio Menschen betroffen | Alter, teils genetisch |
| 10 | COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrank.) | ca. 3,4 Mio Menschen (ab 40 J.) | Rauchen, Umweltbelastung |
Ein Drittel der Bevölkerung hat Bluthochdruck.
Jeder Vierte ist adipös. Und Rückenschmerzen sind längst keine Frage des Alters mehr, sondern Alltag im Büro. Die Daten zeigen nicht nur, wie verbreitet diese Erkrankungen sind, sondern auch, wie eng viele von ihnen zusammenhängen. Wer zum Beispiel an Adipositas leidet, hat ein deutlich erhöhtes Risiko für Diabetes, Bluthochdruck und Gelenkbeschwerden – mit Ansage.
Manche Volkskrankheiten, wie Krebs oder Demenz, lassen sich nicht in jedem Fall verhindern. Aber auch hier gilt: Wer früh dran ist, lebt länger besser. Und genau hier kommt Versorgung ins Spiel – frühzeitige Diagnostik, individuelle Betreuung, echte Prävention statt Symptomverwaltung.
Ein Punkt, den viele dabei vergessen: Die Schwere dieser Krankheiten zeigt sich nicht nur in der Statistik, sondern im Alltag der Betroffenen. Einschränkungen, Medikamente, Reha, Ausfälle im Job – das alles kostet Lebensqualität. Für Unternehmen entstehen jährlich Milliardenverluste durch krankheitsbedingte Fehlzeiten, v. a. durch psychische Erkrankungen und muskuloskelettale Beschwerden.
Wie viele Menschen leiden in Deutschland an Herz-Kreislauf-Erkrankungen?
Rund 30 Millionen Menschen in Deutschland sind von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen – damit gehören sie zu den größten medizinischen und gesellschaftlichen Herausforderungen überhaupt. Allein an Bluthochdruck leiden zwischen 20 und 30 Millionen Menschen, also fast jeder Dritte.
Weitere rund 4,7 Millionen leben mit einer koronaren Herzkrankheit (KHK), und bis zu 4 Millionen sind von Herzinsuffizienz betroffen.
| Zahl | Anmerkung | |
|---|---|---|
| Gesamtbetroffene (alle HKE) | ca. 30 Mio Menschen | Einschließlich Hypertonie, KHK, Herzinsuffizienz |
| Koronare Herzkrankheit (KHK) | 4,74 Mio Menschen | 8,1 % der Bevölkerung ab 30 Jahren |
| -108.000 Betroffene ggü. 2017 | Leichter Rückgang | |
| Männer: 10,1 % / Frauen: 6,2 % | Geschlechtsunterschiede | |
| Höchste Rate: Sachsen-Anhalt 12,2 % | ||
| Niedrigste Rate: Hamburg 6,0 % | ||
| Altersstandardisierte Hospitalisationsrate: | Männer: 2.111,4 / Frauen: 1.180,7 pro 100.000 Personen | |
| Herzinsuffizienz (Herzschwäche) | bis zu 4 Mio Menschen | Häufigste stationäre Einzeldiagnose |
| 446.814 vollstationäre Behandlungen (2022) | ||
| Bluthochdruck (Hypertonie) | 20–30 Mio Menschen | Fast jeder Dritte betroffen |
| 75 % der Über-70-Jährigen | Alter stärkster Risikofaktor | |
| Stationäre Krankenhausbehandlungen | 1.574.352 Fälle wegen Herzkrankheiten (2022) | Entspricht 9,2 % aller Krankenhausbehandlungen |
| Männer: 916.589 Fälle (58,2 %) | ||
| Frauen: 657.763 Fälle (41,8 %) | ||
| Verteilung nach Krankheitsbildern | Ischämische Herzkrankheiten: 538.277 Fälle | |
| Herzrhythmusstörungen: 460.962 Fälle | ||
| Herzinsuffizienz: 446.814 Fälle | ||
| Akuter Herzinfarkt: 190.685 Fälle | ||
| Herzklappenerkrankungen: 103.894 Fälle | ||
| Sterbefälle (2022) | 216.944 Todesfälle durch Herzkrankheiten | |
| 358.219 Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen | 33,6 % aller Todesfälle in Deutschland | |
| Häufigste Todesursache | ||
| Präventionspotenzial laut WHO | ca. 80 % der HKE vermeidbar | Durch Einfluss auf Risikofaktoren |
Herzkrankheiten verursachen nicht nur einen Großteil der Krankenhausaufenthalte – über 1,5 Millionen stationäre Fälle im Jahr 2022 –, sondern sind auch die häufigste Todesursache in Deutschland.
Mehr als 358.000 Todesfälle gingen 2022 auf das Konto von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, das sind ein Drittel aller Verstorbenen.
Was viele unterschätzen: Etwa 80 % dieser Erkrankungen sind laut WHO vermeidbar, wenn frühzeitig auf Risikofaktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht und Stress reagiert wird. Das macht Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht nur zu einem medizinischen Thema – sondern zu einem gesellschaftlichen Weckruf.
Wie viele Menschen leiden in Deutschland an Rückenschmerzen?
Rückenschmerzen sind keine Randerscheinung – sie betreffen fast jede*n in Deutschland irgendwann.
Aber wie viele konkret? Die Antwort hängt davon ab, ob man auf ärztlich dokumentierte Diagnosen, Umfragen oder Krankenkassendaten schaut. Zusammengenommen ergibt sich ein alarmierendes Bild.
| Zahl / Anteil | Quelle / Anmerkung | |
|---|---|---|
| Ärztlich dokumentierte Rückenschmerzen | 26,2 Mio Menschen (31,4 % der Bevölkerung) | WIdO / AOK, Datenstand 2021 |
| Selbstberichtete Rückenschmerzen | ca. 67 Mio Menschen (81 % der Bevölkerung) | Forsa-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbands |
| KKH-Daten (2024) | ca. 20 Mio Betroffene (24,8 % der Versicherten) | Hochrechnung auf Gesamtbevölkerung |
| Chronische Rückenschmerzen | 15,5 % der Bevölkerung (~12–13 Mio Menschen) | RKI – Beschwerden ≥ 3 Monate |
| Fehltage bei TK-Versicherten (2024) | 1,3 Fehltage pro Beschäftigtem | TK-Gesundheitsreport 2025 |
| Höchste regionale Prävalenz | Suhl (Thüringen): 45,8 % | Extremwert auf Kreisebene |
| Niedrigste regionale Prävalenz | Potsdam: 21,3 % | |
| Häufigste Bundesländer (Top 3) | Thüringen: 36,1 %Sachsen-Anhalt: 35,0 %Sachsen: 33,9 % | |
| Seltenste Bundesländer (Bottom 3) | Bremen: 27,7 %Hamburg: 27,8 %Berlin: 28,3 % | |
| Altersgruppe 15–19 Jahre | > 10 % betroffen | Beschwerden beginnen früh |
| Altersgruppe 30–35 Jahre | Frauen: 27 %, Männer: 22 % | Frühe Erwerbsjahre besonders belastet |
| Über 75 Jahre | > 50 % betroffen | Deutliche Zunahme im Alter |
| Geschlechterverteilung (RKI) | Frauen: 66,0 %Männer: 56,4 % | Frauen durchgehend häufiger betroffen |
Mehr als 26 Millionen Menschen suchen wegen Rückenschmerzen ärztliche Hilfe.
Zählt man alle ein, die unabhängig von einer Diagnose betroffen sind, liegt die Zahl sogar bei über 67 Millionen. Damit gehört Rückenschmerz zu den größten Gesundheitsproblemen Deutschlands – vor allem, weil er früh beginnt, oft chronisch wird und langfristig Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit massiv einschränkt.
Chronische Rückenschmerzen, also Beschwerden über mindestens drei Monate, betreffen rund 15 % der Bevölkerung – das sind über 12 Millionen Menschen, die mit Dauerschmerzen leben.
Besonders deutlich wird die Belastung, wenn man auf die Fehltage schaut: Allein bei TK-Versicherten verursacht Rückenschmerz mehr als einen Krankheitstag pro Kopf im Jahr – und das nur für die Gruppe der Erwerbstätigen. Hochgerechnet bedeutet das eine gewaltige volkswirtschaftliche Belastung.
Wie viel Prozent der Deutschen haben Bluthochdruck?
Aktuellen Erhebungen zufolge sind in Deutschland rund 20 bis 30 Millionen Menschen von Bluthochdruck (Hypertonie) betroffen. Das entspricht etwa 30 % der Gesamtbevölkerung – und macht Bluthochdruck zur häufigsten chronischen Erkrankung im Land.
| Wert / Anteil | Quelle / Anmerkung | |
|---|---|---|
| Gesamtzahl der Betroffenen | 20 bis 30 Mio Menschen | Deutsche Hochdruckliga, Herzstiftung |
| Bevölkerung mit Hypertonie ab 20 J. | 29,31 % (ca. 20,1 Mio Menschen) | WIdO, Gesundheitsatlas Deutschland 2023 |
| Prävalenz 2022 (Vergleichswert) | 30,0 % (2017: 29,5 %) | Langfristig ansteigend |
| Altersgruppe 65+ | > 50 % betroffen | |
| Altersgruppe 70–79 Jahre | ca. 75 % | |
| Über 80 Jahre | bis zu 80 % | |
| Männer (alle Altersgruppen) | 32,8 % | RKI – GEDA 2014/2015-EHIS |
| Frauen (alle Altersgruppen) | 30,9 % | |
| Männer 65+ | 65,1 % | |
| Frauen 65+ | 63,8 % | |
| Höchste Prävalenz – Bundesländer | Thüringen: 40,74 %Sachsen-Anhalt: 39,79 %Sachsen: 37,46 % | Deutlich über dem Bundesdurchschnitt |
| Niedrigste Prävalenz – Bundesländer | Hamburg: 23,40 %Berlin/Bremen: je 26,01 % | Fast halb so viele wie in Thüringen |
Bluthochdruck entwickelt sich oft still – aber mit schwerwiegenden Folgen: Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschäden. Dass fast ein Drittel aller Erwachsenen betroffen ist, zeigt, wie tief das Problem in der Bevölkerung verankert ist. Besonders dramatisch: In vielen Fällen bleibt Bluthochdruck lange unentdeckt, da Symptome fehlen.
Auffällig sind die regionalen Unterschiede: Während in Thüringen über 40 % betroffen sind, liegt der Anteil in Hamburg bei nur gut 23 %. Ursachen dafür liegen unter anderem in Alter, Bildung, Einkommen, Ernährung und regionalen Versorgungsstrukturen.
Auch das Alter spielt eine entscheidende Rolle: Bei den über 70-Jährigen sind drei von vier betroffen – bei den über 80-Jährigen fast vier von fünf.
Wie viele Menschen in Deutschland leiden an Typ-2-Diabetes?
Typ-2-Diabetes ist eine der am schnellsten wachsenden Volkskrankheiten in Deutschland – mit stiller Wucht. Die aktuellen Daten aus dem Jahr 2025 zeigen: Die Zahl der Betroffenen liegt im zweistelligen Millionenbereich – Tendenz weiter steigend.
| Zahl / Anteil | Quelle / Anmerkung | |
|---|---|---|
| Gesamtzahl mit Typ-2-Diabetes (geschätzt) | mind. 9,1 Mio Menschen | Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2025 |
| Behandelte gesetzlich Versicherte (2023) | 7,03 Mio Menschen (9,48 % der GKV-Versicherten) | Versorgungsatlas Deutschland 2024 |
| Gesamtschätzungen (alle Quellen) | 8,7–9 Mio mit diagnostiziertem Typ 2bis zu 11 Mio insgesamt | Inkl. weiterer Hochrechnungen, DDG-Angaben, inkl. Typ 1 |
| Typ-1-Diabetes (nur zur Abgrenzung) | 340.000 Erwachsene + 32.000 Kinder/Jugendliche | Prävalenz bei Kindern: 235,5 pro 100.000 |
| Dunkelziffer (nicht diagnostiziert) | ca. 2 Mio Menschen | Verdacht auf deutlich höhere tatsächliche Betroffenenzahl |
| Jährliche Neuerkrankungen (Inzidenz 2022) | 510.000 Neudiagnosen (0,87 %) | Höher als 2020 (425.000) |
| Inzidenztrend (bis 2019) | -2 % pro Jahr gesamtMänner: -1,7 %Frauen: -2,4 % | Seit 2020 wieder steigend – insbesondere bei jungen Erwachsenen |
| Höchste Prävalenz (Bundesländer) | Sachsen-Anhalt: 13,4 %Sachsen: > 11 %Brandenburg: > 11 % | Deutlich über dem Bundesdurchschnitt (9,5 %) |
| Niedrigste Prävalenz (Bundesländer) | Hamburg: 6,1 %Schleswig-Holstein: niedrigster Wert |
Rund 9 bis 11 Millionen Menschen in Deutschland haben derzeit Typ-2-Diabetes – und jedes Jahr kommen über eine halbe Million Neuerkrankungen hinzu. Der größte Teil der Betroffenen ist übergewichtig, älter als 50 Jahre und lebt häufig mit zusätzlichen Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen.
Besonders problematisch: Mehr als 2 Millionen wissen nicht einmal, dass sie betroffen sind – weil die Krankheit oft jahrelang unbemerkt verläuft.
Die regionalen Unterschiede sind deutlich: In Sachsen-Anhalt liegt die Prävalenz bei über 13 %, während sie in Hamburg bei nur 6,1 % liegt. Das zeigt, wie stark Lebensstil, Bildung, Armut und Versorgungsstrukturen hier hineinspielen.
Wie viele Menschen in Deutschland haben Krebs?
Krebs gehört zu den größten Gesundheitsrisiken in Deutschland.
Jedes Jahr erhalten über eine halbe Million Menschen eine neue Krebsdiagnose – Tendenz steigend. Gleichzeitig leben Millionen mit oder nach einer Krebserkrankung. Die aktuellsten Daten aus dem Jahr 2025 geben einen detaillierten Einblick in Ausmaß, Verteilung und Entwicklung.
| Zahl / Anteil | Quelle / Anmerkung | |
|---|---|---|
| Neuerkrankungen (2022) | 504.166 Menschen | ZfKD – 267.772 Männer, 236.394 Frauen |
| 5-Jahres-Prävalenz (2022) | ca. 1,64 Mio Menschen | 801.700 Frauen, 835.000 Männer |
| Gesamt mit Krebs lebende Menschen (geschätzt) | 3–4 Mio (inkl. Langzeitüberlebende, alle Krebsarten) | Hochrechnungen auf Basis der Registerdaten |
| Krebssterbefälle (2023) | 238.622 Menschen | 127.959 Männer, 110.663 Frauen |
| Anteil an allen Todesfällen | ca. 24 % | Zweithäufigste Todesursache nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen |
| Inzidenzrate (altersstandardisiert) | 557 pro 100.000 Einwohner | Leicht unter EU-Durchschnitt (572/100.000) |
Etwa 500.000 bis 530.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland neu an Krebs. Das Risiko steigt deutlich mit dem Alter: Mehr als die Hälfte aller Krebspatienten ist über 70 Jahre alt. Dennoch treten rund 10 % der Fälle bereits vor dem 55. Lebensjahr auf.
Krebs ist die zweithäufigste Todesursache, obwohl die Überlebenschancen bei vielen Tumorarten gestiegen sind – ein Fortschritt, der vor allem auf frühere Diagnosen, bessere Therapien und personalisierte Medizin zurückzuführen ist.
| Krebsart | Männer | Frauen | Anteil an allen Krebserkrankungen |
|---|---|---|---|
| Prostatakrebs | 74.895 | – | 24 % der Männer |
| Brustkrebs | 690 (selten) | 74.500 | 30 % der Frauen |
| Lungenkrebs | ca. 34.700 | ca. 25.000 | Jeweils 10–13 % der geschlechtsspezifischen Fälle |
| Darmkrebs (Kolon/Rectum) | 29.956 | 24.654 | ca. 12 % der Männer / 11 % der Frauen |
| Harnblasenkrebs | 13.500–19.360 | – | ca. 8 % der Männer |
| Gebärmutterkörperkrebs | – | 10.860 | ca. 5 % der Frauen |
Bei Brust- und Prostatakrebs liegt die 5-Jahres-Überlebensrate inzwischen bei über 85 % – wenn früh erkannt. Besonders Lungenkrebs bleibt allerdings oft eine Diagnose mit schlechter Prognose, da er häufig erst spät auffällt.
Die regionale Verteilung zeigt klare Muster: In ostdeutschen Bundesländern liegt die Inzidenz bei bestimmten Krebsarten zum Teil deutlich über dem Bundesschnitt. Auch sozioökonomische Faktoren und Versorgungsdichte spielen eine Rolle.
Wie viele Menschen in Deutschland haben eine Fettstoffwechselstörung?
Fettstoffwechselstörungen zählen zu den stillen, aber massiven Gesundheitsproblemen in Deutschland. Oft unbemerkt, sind sie eng verknüpft mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und Diabetes. Die aktuellsten verfügbaren Daten zeigen: Mehr als jeder zweite Erwachsene ist betroffen – viele, ohne es zu wissen.
| Zahl / Anteil | Quelle / Anmerkung | |
|---|---|---|
| Gesamtprävalenz (18–79 Jahre) | ca. 37,8 Mio Erwachsene | DEGS1-Studie, Robert Koch-Institut |
| – davon Männer | ca. 18,7 Mio (64,5 %) | |
| – davon Frauen | ca. 19,1 Mio (65,7 %) | |
| Erhöhtes Gesamtcholesterin ≥190 mg/dl | ca. 34 Mio Menschen | 56,6 % der Männer, 60,5 % der Frauen |
| Stark erhöhtes Cholesterin ≥240 mg/dl | ca. 11,1 Mio Menschen | 17,9 % der Männer, 20,3 % der Frauen |
| HDL-Mangel (<40 mg/dl Männer) | 19,3 % der Männer | ca. 5,6 Mio Männer betroffen |
| HDL-Mangel (<50 mg/dl Frauen) | 3,6 % der Frauen | |
| Familiäre Hypercholesterinämie (FH) | ca. 270.000 Menschen (geschätzt) | Genetische Form; nur ca. 10 % diagnostiziert (≈2.700 offiziell erkannt) |
Fettstoffwechselstörungen – dazu zählen erhöhte Cholesterinwerte, LDL-Überschuss oder ein Mangel an „gutem“ HDL – betreffen laut RKI fast zwei Drittel der Erwachsenen. Das bedeutet: Über 37 Millionen Menschen in Deutschland tragen ein messbares Risiko für Arteriosklerose, Herzinfarkt oder Schlaganfall in sich.
Besonders besorgniserregend ist die hohe Zahl an Menschen mit stark erhöhtem Cholesterin (≥ 240 mg/dl): Über 11 Millionen sind potenziell behandlungsbedürftig. Und bei vielen bleibt das Problem unentdeckt – vor allem bei familiärer Hypercholesterinämie (FH), einer genetisch bedingten, oft aggressiven Form. Nur etwa 1 von 10 FH-Betroffenen ist überhaupt diagnostiziert.
Rund 38 Millionen Erwachsene in Deutschland haben eine Fettstoffwechselstörung – ein stiller Risikofaktor, der massiv unterschätzt wird. Ohne gezielte Diagnostik bleibt er oft jahrelang unbemerkt – bis das Herz plötzlich nicht mehr mitspielt.
Wie viel Prozent der Menschen in Deutschland sind depressiv?
Die aktuelle Datenlage zeigt: Zwischen 8 % und 22 % der Bevölkerung in Deutschland sind – je nach Erhebungsmethode – von depressiven Erkrankungen oder Symptomen betroffen. Damit zählt Depression zu den häufigsten und am meisten unterschätzten Volkskrankheiten überhaupt.
| Erhebungsart / Quelle | Prävalenz | Details / Anmerkung |
|---|---|---|
| Administrative Prävalenz (2023) | 16,7 % der Erwachsenen | Ärztlich dokumentierte Diagnosen in ambulanter Versorgung |
| Frauen / Männer | Frauen: 20,2 %Männer: <15 % | Frauen deutlich häufiger betroffen |
| Gesamtbevölkerung ab 10 Jahren (2022) | 12,5 % | 9,49 Mio Menschen lt. Gesundheitsatlas der AOK |
| Epidemiologische Jahresprävalenz (DEGS1) | 8,2 % der Erwachsenen (18–79) | Repräsentative Studie des Robert Koch-Instituts |
| Lebenszeitprävalenz (DEGS1) | 11,6 % | Frauen: 15,4 % / Männer: 7,8 % |
| Aktuelle depressive Symptomatik (PHQ-9) | 8,1 % | Klinisch auffällige Symptome, nicht zwingend Diagnose |
| Mental Health Surveillance (2023/24) | 22 % | Auffällige depressive Belastung laut RKI – mehr als doppelt so viel wie 2019 |
Etwa 9 bis 14 Millionen Menschen in Deutschland haben eine diagnostizierte oder klinisch relevante depressive Erkrankung. Je nach Erhebung variiert die Zahl – aber der Trend ist eindeutig: Die Belastung nimmt zu.
Die höchsten Prävalenzen finden sich bei älteren Frauen: In der Altersgruppe 80–84 Jahre sind bis zu 28 % betroffen. Bei Männern liegt der Höchstwert im sehr hohen Alter (ab 90 Jahren) bei 17,6 %.
Besorgniserregend ist auch der Trend bei Kindern und Jugendlichen: In der Altersgruppe 7–17 Jahre zeigen über 5 % depressive Symptome – mit einer Zunahme auf bis zu 9 % im Jugendalter.
Depression ist längst kein Randphänomen mehr – sie ist eine stille Epidemie, mit enormen Folgen für Lebensqualität, Arbeitsfähigkeit und das Gesundheitssystem. Wer früh Zugang zu Diagnose und Therapie hat, kann langfristige Krankheitsverläufe oft vermeiden. Auch deshalb lohnt sich der Blick auf individuelle Versorgungskonzepte, Präventionsangebote und psychische Gesundheitskompetenz.
Wie hoch ist die Prävalenz von Adipositas in Deutschland?
Adipositas ist längst kein Randphänomen mehr, sondern eine zentrale Gesundheitsherausforderung. Die aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts und weiterer Studien zeigen: Rund jeder fünfte Erwachsene in Deutschland ist adipös – mit steigender Tendenz.
| Prävalenz / Anteil | Quelle / Anmerkung | |
|---|---|---|
| Adipositas bei Erwachsenen | 19,0 % (ca. 13 Mio Menschen) | RKI – GEDA-Studie 2019/2020 |
| Adipositas Männer | 19,0 % | |
| Adipositas Frauen | 19,0 % | |
| Übergewicht inkl. Adipositas (BMI ≥25) | 53,5 % insgesamt | Männer: 60,5 %Frauen: 46,6 % |
| Schätzungen der Deutschen Adipositas-Gesellschaft | Männer: 67 % übergewichtigFrauen: 53 % | Deutlich höher als RKI-Selbstangaben |
| Adipositas bei Kindern und Jugendlichen (3–17 J.) | 5,9 % adipös / 15,4 % übergewichtig | KiGGS-Studie 2014–2017 |
| Adipositas 14–17 Jahre | 8,5 % | |
| Adipositas 3–6 Jahre | 2,0 % | |
| Höchste Übergewichtsrate (11–13 J.) | 20,6 % |
Die Adipositasprävalenz ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen:
| Erhebungsjahr | Adipositas Männer | Adipositas Frauen |
|---|---|---|
| 1998 (BGS98) | 18,9 % | 22,5 % |
| 2008–2011 (DEGS1) | 23,3 % | 23,9 % |
| 2019/2020 (GEDA) | 19,0 % (beide Geschlechter) |
Ein Teil dieses scheinbaren Rückgangs liegt an der Unterschätzung bei Selbstangaben (zu niedriges Gewicht, zu große Körpergröße). Die tatsächlichen Zahlen dürften also höher liegen.
Aktuell sind in Deutschland rund 19 % der Erwachsenen adipös, also etwa 13 Millionen Menschen. Übergewicht insgesamt betrifft mehr als die Hälfte der Bevölkerung – bei Männern sogar zwei Drittel. Auch bei Kindern und Jugendlichen ist die Entwicklung stabil hoch, besonders in sozioökonomisch schwächeren Gruppen.
Adipositas ist damit nicht nur ein medizinisches Problem, sondern auch ein sozialpolitisches. Wer hier nur auf Therapien setzt, kommt zu spät. Ernährung, Bewegung, Bildung – und frühzeitige medizinische Intervention – sind entscheidend, um die Welle zu brechen.
Wie hoch ist die aktuelle Zahl der Menschen mit Demenz in Deutschland?
Nach den neuesten Schätzungen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft leben im Jahr 2024 rund 1,84 Millionen Menschen in Deutschland mit einer Demenzerkrankung. Die Alzheimer-Krankheit ist dabei mit etwa zwei Dritteln aller Fälle die häufigste Form.
| Kategorie | Zahl / Anteil | Quelle / Anmerkung |
|---|---|---|
| Gesamtzahl der Demenzbetroffenen | ca. 1,84 Millionen Menschen | Deutsche Alzheimer Gesellschaft / DZNE |
| Alzheimer-Anteil | ca. 66 % der Demenzfälle | Alzheimer-Krankheit häufigste Form |
| Administrative Prävalenz (ab 40 J.) | 2,8 % (ca. 1,4 Mio Menschen) | Krankenkassenroutinedaten (RKI / AOK) |
| Jährliche Neuerkrankungen (2023) | 364.000 bis 445.000 | ≈ 900 pro Tag |
| Prognose 2050 (über 65 Jahre) | 2,3 bis 2,7 Mio Menschen | Demografisch bedingter Anstieg |
Hier sind die aktuellen Prävalenzraten von Demenz nach Altersgruppen in Deutschland – basierend auf den jüngsten Schätzungen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft und Daten des Robert Koch-Instituts:
| Altersgruppe | Prävalenz |
|---|---|
| 65–69 Jahre | 1,85 % |
| 70–74 Jahre | 3,79 % |
| 75–79 Jahre | 7,67 % |
| 80–84 Jahre | 14,09 % |
| 85–89 Jahre | 23,73 % |
| 90+ Jahre | 36,27 % |
Mit rund 1,84 Millionen Betroffenen ist Demenz bereits heute eine der größten medizinischen Herausforderungen in Deutschland – und sie wird wachsen. Die Zahl der Neuerkrankungen steigt kontinuierlich, was vor allem dem höheren Lebensalter der Bevölkerung geschuldet ist.
- Diese Zahlen sind entscheidend für Versorgungsplanung, Pflegeinfrastruktur und Präventionsangebote – denn die Zahl der Hochaltrigen wächst rasant.
- Ab dem 80. Lebensjahr verdoppeln sich die Erkrankungsraten fast mit jedem weiteren Altersabschnitt.
- Bei über 90-Jährigen ist mehr als ein Drittel betroffen – Demenz wird hier zur statistischen Normalität.
- Demenz ist keine Alterserscheinung, aber stark altersassoziiert: Je älter die Bevölkerung, desto höher der Anteil der Betroffenen.
Frühzeitige Diagnostik, Versorgung im häuslichen Umfeld und spezialisierte Pflegeangebote sind entscheidend, um die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten – und Angehörige zu entlasten. Ohne politische und strukturelle Reformen wird die Versorgungslast in den kommenden Jahren dramatisch zunehmen.
Wie viele Menschen in Deutschland sind an COPD erkrankt?
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) betrifft aktuell rund 3,23 Millionen Menschen in Deutschland. Das entspricht einer Prävalenz von 6,7 % der Bevölkerung ab 40 Jahren – mit einem deutlich höheren Risiko bei älteren Menschen und ehemaligen Rauchern.
| Wert / Anteil | Quelle / Anmerkung | |
|---|---|---|
| Gesamtzahl der Betroffenen | ca. 3,23 Mio Menschen | WIdO 2023, administrative Prävalenz |
| Prävalenz ab 40 Jahren | 6,7 % | Rückgang seit 2017 (damals 7,4 %) |
| Prävalenz (ab 18 Jahren, GEDA) | 5,8 % | RKI GEDA-Studie 2014/2015 |
| Prävalenz ab 45 Jahren | 8,5 % | Frauen: 8,6 % / Männer: 8,5 % |
| Prävalenz 65+ Jahre | Männer: 12,5 %Frauen: 11,0 % | Deutlich altersabhängig |
| Höchste Altersgruppe (85–89 Jahre) | Männer: 14,6 %Frauen: 10,1 % | Früher teils noch höhere Werte |
| Höchste Prävalenz (Bundesländer) | Nordrhein-Westfalen: 8,1 %Berlin: 8,0 %Thüringen: 7,8 % | Deutlich über dem Bundesschnitt |
| Niedrigste Prävalenz (Bundesländer) | Sachsen: 5,5 %Baden-Württemberg: 5,5 %Bayern: 6,2 % | |
| Extremwerte (Kreisebene) | Geringste Werte: Konstanz & Tübingen – 4,2 %Höchste: Gelsenkirchen – 11,4 % | Starke regionale Unterschiede |
COPD ist langsam fortschreitend, chronisch – und oft unterschätzt. Dass die Zahl der Betroffenen seit 2017 leicht zurückgegangen ist (von 3,39 auf 3,23 Mio), liegt vor allem am Rückgang des Rauchens und einer besseren Luftqualität. Trotzdem bleibt COPD eine massive Herausforderung:
- Häufig erst spät erkannt
- Hohe Krankheitslast im Alter
- Starker Einfluss auf Lebensqualität und Mobilität
COPD betrifft in Deutschland derzeit mehr als 3 Millionen Menschen – vor allem ältere, männliche Ex-Raucher. Mit einer Prävalenz von bis zu 15 % in der Altersgruppe über 85 ist COPD in dieser Generation keine Ausnahme, sondern Normalität. Der Rückgang ist ein gutes Zeichen – aber auch ein Hinweis darauf, wie wirksam Prävention sein kann.
