Wie hoch ist mein PKV-Beitrag mit 70 Jahren?

Bild zeigt Marcus Knispel sitzend im schwarzen Anzug / PKV-Berater aus Duisburg für Geschäftsführer & Top-Verdiener
zuletzt aktualisiert: 14. Februar 2026

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Inhaltsverzeichnis:

Die Angst vor unbezahlbaren PKV-Beiträgen im Alter ist das Totschlagargument gegen die private Krankenversicherung. „Mit 70 zahlst Du mehrere tausend Euro im Monat und kannst Dir das nicht mehr leisten.“

Das hörst Du überall, von Versicherungsvertretern der gesetzlichen Kassen bis hin zu selbsternannten Finanzexperten im Internet.

In Realität sieht alles komplett anders aus: Ein 70-Jähriger zahlt in einem sehr guten Premium-Tarif durchschnittlich deutlich weniger als der GKV-Höchstbeitrag, und mit der richtigen Planung sinkt der Beitrag im Alter sogar gegenüber den Spitzenjahren zwischen 50 und 60.

Was die Zahlen wirklich zeigen, wie die gesetzlichen Entlastungsmechanismen funktionieren und wie Du Deine PKV-Beiträge mit 70 finanzierst, zeige ich dir jetzt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein 70-Jähriger zahlt in der PKV durchschnittlich 533 Euro pro Monat (Männer) bzw. 543 Euro (Frauen), selbst in Premium-Tarifen liegt der Durchschnitt deutlich unter dem GKV-Höchstbeitrag von 1.174 Euro
  • Die PKV-Beiträge steigen langfristig langsamer als in der GKV: 3,1 Prozent pro Jahr (PKV) vs. 3,8 Prozent (GKV) im Zeitraum 2005 bis 2025
  • Ab 60 entfällt der gesetzliche 10-Prozent-Zuschlag, ab 65 greifen Altersrückstellungen massiv, und bei Renteneintritt fällt das Krankentagegeld weg – drei Entlastungen, die den Beitrag senken statt erhöhen
  • Mit Beitragsentlastungstarif, ETF-Sparplan oder Basisrente kannst Du Deine PKV-Beiträge im Alter auf unter 300 Euro Eigenaufwand reduzieren, selbst bei Premium-Leistungen

Beitragsentwicklung: Wie hoch ist mein PKV-Beitrag mit 70 Jahren?

Ein 70-Jähriger zahlt in der PKV mit einem sehr guten Premium-Tarif durchschnittlich 533 Euro pro Monat bei Männern und 543 Euro bei Frauen. Ich habe zahlreiche Kunden, die bereits in diesem Alter sind, und wir konnten deren Beiträge über gezielte Planung maximal stabilisieren.

Die Zahlen aus der IGES-Studie aus 2023 zeigen unmissverständlich: Die Beiträge sinken im Alter sogar gegenüber den teuersten Jahren zwischen 50 und 60.

Durchschnittliche PKV-Beiträge nach Altersgruppen

Die folgende Tabelle zeigt die realen Durchschnittsbeiträge für Nicht-Beihilfeversicherte, also Vollversicherte ohne Beamtenstatus, basierend auf Daten eines großen deutschen PKV-Versicherers:

AltersgruppeMänner (Durchschnitt)Frauen (Durchschnitt)Maximum MännerMaximum Frauen
41–50 Jahre513 €559 €869 €914 €
51–60 Jahre589 €607 €1.189 €1.382 €
61–70 Jahre544 €545 €1.356 €1.191 €
71–80 Jahre533 €543 €1.123 €1.411 €
≥ 81 Jahre558 €567 €1.156 €1.442 €

Quelle: IGES-Studie 2023, basierend auf Daten eines großen deutschen PKV-Versicherers

Die Zahlen zeigen deutlich: Die teuersten Jahre sind zwischen 51 und 60, nicht mit 70 oder 80. Der Durchschnitt bei 71- bis 80-Jährigen liegt bei 533 Euro für Männer, das sind 56 Euro weniger als mit 51 bis 60 Jahren. Selbst die Maximalwerte bei 71- bis 80-Jährigen liegen mit 1.123 Euro (Männer) deutlich unter dem GKV-Höchstbeitrag von aktuell 1.174 Euro.

Echte Praxisbeispiele aus meiner Beratung (anonymisiert)

Die Durchschnittswerte sind das eine, konkrete Einzelfälle aus der Praxis zeigen aber noch deutlicher, wie unterschiedlich die Beiträge im Alter ausfallen können:

AlterVersicherer/TarifBeitrag pro MonatBesonderheiten
83 JahreAXA Vital 750 (Toptarif)970 €Eintritt 1988, inkl. 900 € Selbstbeteiligung, Zahn + Pflege
73 JahreGroßer deutscher Versicherer (Maximum)1.042 €Höchster dokumentierter Einzelfall in der Analyse
69 JahreGroßer deutscher Versicherer (Minimum)405 €Niedrigster Beitrag in Altersklasse 65–80
65 JahrePKV allgemein (typischer Fall)328 €Eintritt mit 30, vorher 518 € mit 55 Jahren

Quelle: Praxisbeispiele aus eigener Beratungstätigkeit und IGES-Studie 2023

Der 65-Jährige ist ein besonders eindrucksvolles Beispiel: Mit 55 Jahren zahlte er 518 Euro im Monat, mit 65 nur noch 328 Euro. Das ist eine Entlastung von 190 Euro pro Monat, obwohl er zehn Jahre älter geworden ist und die Gesundheitskosten in dieser Zeit gestiegen sind.

Hochleistungstarife im Alter

Wenn Du mit 35 Jahren einen echten Hochleistungstarif abschließt, zahlst Du zwischen 800 und 900 Euro im Monat für Einbettzimmer, Chefarzt, erstklassige Zahnleistungen und keine oder nur geringe Selbstbeteiligung.

In der folgenden Übersicht siehst du, wie sich dieser Beitrag bei durchschnittlicher Beitragssteigerung von 3,1 Prozent pro Jahr entwickelt:

AlterBruttobeitrag (ohne Entlastung)Tatsächlicher Zahlbeitrag (nach Entlastung)
35 (Eintritt)850 € + 10 % Zuschlag = 935 €935 €
45ca. 1.160 € + Zuschlag = 1.276 €1.276 €
55ca. 1.570 € + Zuschlag = 1.727 €1.727 €
60ca. 1.825 €1.825 € (Zuschlag entfällt → −165 €)
65ca. 2.120 €1.600–1.800 € (Altersrückstellungen greifen)
70ca. 2.460 €1.400–1.700 € (starke AR-Wirkung)
75ca. 2.860 €1.300–1.600 € (weitere AR-Auflösung)
80ca. 3.320 €1.200–1.500 € (Restmittel werden eingesetzt)

Quelle: Eigene Berechnung basierend auf 3,1 % durchschnittlicher Beitragssteigerung und gesetzlichen Entlastungsmechanismen

Der theoretische Bruttobeitrag steigt zwar kontinuierlich, aber durch die gesetzlichen Entlastungsmechanismen zahlst Du mit 70 tatsächlich weniger als mit 55. Die Altersrückstellungen und der wegfallende 10-Prozent-Zuschlag kompensieren einen erheblichen Teil der Kostensteigerung.

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Marcus Knispel
PKV-Berater für Top-Verdiener

Kostenexplosion in der PKV: Was ist dran an der Angst?

Die Angst vor explodierenden PKV-Beiträgen im Alter hält sich hartnäckig, aber die Zahlen geben das nicht her. Die PKV-Beiträge sind über 20 Jahre sogar langsamer gestiegen als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Langfristige Beitragsentwicklung PKV vs. GKV

Von 2005 bis 2025 stiegen die PKV-Prämien je Versichertem im Durchschnitt um 3,1 Prozent pro Jahr, in der GKV um 3,8 Prozent pro Jahr. Im kürzeren Zeitraum von 2015 bis 2025 lagen die Werte bei 3,9 Prozent (PKV) gegenüber 4,1 Prozent (GKV).

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung im Überblick:

ZeitraumJährlicher Anstieg PKVJährlicher Anstieg GKV
2005–20253,1 %3,8 %
2015–20253,9 %4,1 %

Quelle: WIP – Wissenschaftliches Institut der PKV

Die GKV ist also langfristig teurer geworden als die PKV, nicht umgekehrt. Von 2005 bis 2025 stieg der GKV-Höchstbeitrag um 109,3 Prozent, die PKV-Durchschnittsprämie nur um 83,5 Prozent.

Warum fühlt es sich anders an?

Die PKV erhöht seltener, dafür in größeren Schritten. Das liegt an den gesetzlichen Vorgaben: Nach KVAV und VAG darf nur bei definierten Schwellen angepasst werden, zum Beispiel wenn die Schadenquote oder der Rechnungszins bestimmte Abweichungen aufweisen.

Die GKV erhöht dagegen fast jedes Jahr in kleineren Schritten über Beitragssätze und Zusatzbeiträge. Der Zusatzbeitrag ist von 0,9 Prozent im Jahr 2015 auf 2,9 Prozent im Jahr 2026 gestiegen, eine Verdreifachung in elf Jahren. Das fühlt sich weniger dramatisch an, weil die Erhöhungen schrittweise kommen, aber unterm Strich ist die Belastung höher.

GKV-Höchstbeitrag überholt PKV-Durchschnitt

Der GKV-Höchstbeitrag lag 1970 bei 50 Euro, 2025 bei 1.174 Euro. Das ist ein Anstieg um 2.233 Prozent in 55 Jahren. Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung:

JahrBBG (monatlich)GKV-Höchstbeitrag (ohne Kinder)
1970614 €50 €
19902.416 €302 €
20003.298 €505 €
20103.750 €641 €
20204.688 €891 €
20255.513 €1.174 €
20265.813 €ca. 1.253 €

Quelle: BBG-Verordnungen, Bundesregierung

Bei einer Fortsetzung dieser Dynamik liegt der GKV-Höchstbeitrag in 35 Jahren, wenn ein heutiger 35-Jähriger 70 wird, bei über 4.500 Euro pro Monat. Die PKV-Beiträge werden diese Marke niemals erreichen, weil die Altersrückstellungen und gesetzlichen Entlastungsmechanismen gegensteuern.

Wann entfällt der gesetzliche Zuschlag in der PKV?

Der gesetzliche 10-Prozent-Zuschlag wird ab dem Kalenderjahr nach Vollendung des 21. Lebensjahres bis zum Ende des Kalenderjahres erhoben, in dem Du 60 wirst. Mit Vollendung des 60. Lebensjahres endet die Beitragspflicht für den Zuschlag, und Dein laufender Beitrag reduziert sich sofort.

Wie funktioniert der 10-Prozent-Zuschlag?

Die Rechtsgrundlage ist § 149 VAG (früher § 12 Abs. 4a VAG). Seit dem 1. Januar 2000 müssen alle PKV-Versicherten zwischen 21 und 60 Jahren einen Zuschlag von 10 Prozent auf den Krankenversicherungsbeitrag zahlen. Der Zuschlag wird nicht auf den Beitragsanteil für Krankentagegeld, Pflegeversicherung, Zusatzbausteine oder Risikozuschläge berechnet.

Die Funktionsweise in drei Stufen:

  • 21–59 Jahre: Der Zuschlag wird erhoben und Deiner individuellen Alterungsrückstellung zugeführt
  • Ab 60 Jahre: Der Zuschlag entfällt, das bedeutet eine sofortige Entlastung von 50 bis 80 Euro monatlich bei durchschnittlichen Tarifen, bei höheren Tarifen entsprechend mehr
  • Ab 65 Jahre: Die aus dem Zuschlag gebildeten Rückstellungen werden verwendet, um Beitragsanpassungen zu verhindern oder abzumildern

Der Zweck ist klar: Die angesparten Mittel fließen in einen individuellen Zuschlagstopf und werden ab 65 genutzt, um künftige Beitragsanpassungen auszugleichen. Dadurch können über Jahre faktisch keine Erhöhungen mehr durchschlagen, solange der Topf gefüllt ist.

Konkrete Entlastung durch Wegfall des Zuschlags

Bei einem Beitrag von 800 Euro im Monat (ohne Krankentagegeld, Pflege und Zuschläge) beträgt der 10-Prozent-Zuschlag 80 Euro. Ab Deinem 60. Geburtstag zahlst Du diese 80 Euro nicht mehr, Dein Beitrag sinkt also von 880 auf 800 Euro. Das sind 960 Euro weniger pro Jahr, ohne dass sich Deine Leistungen ändern.

Wann greifen Altersrückstellungen in der PKV?

Altersrückstellungen entstehen von Beginn an und beruhen auf dem Äquivalenzprinzip: In jungen Jahren zahlst Du mehr ein, als Du an Leistungen in Anspruch nimmst. Die Differenz wird als Alterungsrückstellung verzinslich angelegt. Im Alter, wenn die Gesundheitskosten die Beiträge übersteigen, finanziert die Rückstellung die Differenz.

Die Rechtsgrundlage ist § 150 VAG (früher § 12a VAG) und die Kalkulationsverordnung KVAV. Der Rechnungszins darf gemäß § 4 KVAV maximal 3,5 Prozent betragen. Zusätzlich müssen 90 Prozent der über den Rechnungszins hinausgehenden Kapitalerträge, der sogenannte Überzins, den Versicherten gutgeschrieben werden.

Wie funktionieren Altersrückstellungen in der PKV?

Die Altersrückstellungen wirken technisch von Beginn an, praktisch spürbar aber in drei Stufen:

  • Ab 60 Jahre: Wegfall des 10-Prozent-Zuschlags bringt typischerweise 50 bis 80 Euro Entlastung pro Monat, bei hochwertigen Tarifen entsprechend mehr.
  • Ab 65 Jahre: Altersrückstellungen werden voll beitragsmindernd genutzt. Typische Entlastungen liegen bei über 150 Euro monatlich. Ein dokumentiertes Beispiel zeigt einen Rückgang von 518 Euro mit 55 Jahren auf 328 Euro mit 65 Jahren, eine Entlastung von 190 Euro pro Monat.
  • Ab 80 Jahre: Verbleibende Rückstellungen müssen nach § 150 Abs. 4 VAG vollständig zur Beitragsminderung eingesetzt werden. Dadurch verlaufen Beiträge trotz weiter steigender Gesundheitskosten stabil oder sogar sinkend.

Praxisbeispiel: Wie stark wirken Altersrückstellungen?

Ein 65-jähriger Kunde, seit seinem 30. Lebensjahr in der PKV, zahlte mit 55 Jahren 518 Euro Höchstbeitrag. Mit 65 sank sein Beitrag auf 328 Euro. Das ist eine Entlastung von 190 Euro pro Monat oder 2.280 Euro pro Jahr, obwohl er zehn Jahre älter geworden ist und die Gesundheitskosten gestiegen sind.

Diese Entlastung kommt ausschließlich aus den über Jahrzehnte aufgebauten Altersrückstellungen. Die Versicherung löst diese Rückstellungen auf und nutzt sie, um den Beitrag zu senken statt zu erhöhen.

Wie kann ich meine PKV-Beiträge mit 70 Jahren finanzieren?

Selbst wenn Dein PKV-Beitrag mit 70 bei 1.200 oder 1.400 Euro liegt, musst Du diesen Betrag nicht komplett selbst zahlen. Es gibt mehrere Mechanismen, die Deinen Eigenaufwand auf unter 300 Euro reduzieren können.

Entlastung direkt aus dem PKV-Vertrag

Die erste Entlastung kommt automatisch aus Deinem Vertrag, ohne dass Du etwas tun musst:

  • Wegfall des 10-Prozent-Zuschlags ab 60: Sofortige Entlastung von 50 bis 100 Euro monatlich
  • Wegfall des Krankentagegeldes bei Renteneintritt: Typischerweise 30 bis 80 Euro monatlich, je nach Tarif
  • Altersrückstellungen ab 65: Dämpfen weitere Erhöhungen deutlich, können den Beitrag um 150 bis 300 Euro senken

Zuschuss der Deutschen Rentenversicherung

Privat versicherte Rentner erhalten gemäß § 106 SGB VI einen Beitragszuschuss von der Deutschen Rentenversicherung. Die Berechnung erfolgt nach § 106 Abs. 3 SGB VI:

Zuschuss = min(50 % des PKV-Beitrags, 8,55 % der Bruttorente)

Der Satz von 8,55 Prozent setzt sich zusammen aus 7,3 Prozent (halber allgemeiner Beitragssatz) plus 1,25 Prozent (halber durchschnittlicher Zusatzbeitrag von 2,5 Prozent). Der Zuschuss ist nach § 3 Nr. 14 EStG steuerfrei.

Ein Rechenbeispiel:

ParameterWert
Monatsrente (brutto)2.700 €
PKV-Beitrag (nach Entlastung)668 €
8,55 % der Rente231 €
50 % des PKV-Beitrags334 €
Ausgezahlter Zuschuss231 €
Netto-Eigenaufwand PKV437 €

Quelle: Eigene Berechnung basierend auf § 106 SGB VI

Der Zuschuss beträgt bei dieser Rente 231 Euro pro Monat, Dein Eigenaufwand sinkt von 668 auf 437 Euro.

Beitragsentlastungstarif für Angestellte

Ein Beitragsentlastungstarif ist ein optionaler Zusatzbaustein zur PKV-Vollversicherung. Du zahlst während des Erwerbslebens einen Mehrbeitrag, der ab einem festgelegten Alter, meist 60 oder 67, Deinen PKV-Beitrag um einen garantierten Betrag senkt.

Praxisbeispiel Signal Iduna: Eine 29-jährige Person zahlt für den Tarif Komfort 1 insgesamt 504 Euro pro Monat, davon 93 Euro für den Beitragsentlastungstarif peB 67 415. Dieser garantiert ab 67 eine Beitragsentlastung von 415 Euro pro Monat.

Für Angestellte besonders attraktiv, weil der Arbeitgeber 50 Prozent des Beitrags übernimmt:

PositionBetrag
Beitrag BET250 € pro Monat
AG-Zuschuss (50 %)−125 €
Steuerersparnis (~35 % von 125 €)−44 €
Effektiver Eigenbeitrag~81 € pro Monat
Garantierte Entlastung ab 67400 €

Quelle: Eigene Berechnung basierend auf typischem BET-Tarif

Du zahlst effektiv 81 Euro im Monat und bekommst ab 67 eine garantierte Entlastung von 400 Euro pro Monat. Das ist ein Hebel von fast 5:1.

Basisrente (Rürup) für Selbstständige

Selbstständige haben keinen Arbeitgeberzuschuss und müssen ihre PKV-Beiträge komplett selbst tragen. Die Basisrente nach § 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG bietet hier einen massiven Steuerhebel.

Steuerliche Rahmenbedingungen 2026:

  • Höchstbetrag für Ledige: 30.826 Euro (Verheiratete: 61.652 Euro)
  • Seit 2023 zu 100 Prozent steuerlich absetzbar
  • Für Selbstständige ohne GRV-Pflicht: Voller Höchstbetrag nutzbar

Beispiel Selbstständiger mit 150.000 Euro Brutto:

PositionBetrag
Maximale Einzahlung Rürup30.826 €
Abzüglich andere Altersvorsorge0 € (kein GRV-Beitrag)
Steuerlich absetzbar (100 %)30.826 €
Steuerersparnis bei 42 % Grenzsteuersatz~12.947 € pro Jahr

Quelle: Eigene Berechnung basierend auf § 10 EStG

Du zahlst 30.826 Euro ein und bekommst fast 13.000 Euro vom Finanzamt zurück. Der Netto-Aufwand liegt bei etwa 17.879 Euro pro Jahr, und im Alter erhältst Du eine lebenslange Rente, die Deinen PKV-Beitrag finanziert.

ETF-Sparplan mit der Beitragsdifferenz

Ein 35-Jähriger mit Hochleistungstarif zahlt 850 Euro PKV gegenüber dem GKV-Höchstbeitrag von 1.141 Euro. Das sind 291 Euro weniger pro Monat. Diese Differenz lässt sich über Jahrzehnte investieren.

Berechnung bei 7 Prozent durchschnittlicher Jahresrendite:

AlterEinzahlungen gesamtEndkapital (7 % p.a.)
55 (nach 20 Jahren)69.600 €~151.000 €
67 (nach 32 Jahren)111.360 €~414.000 €
70 (nach 35 Jahren)121.800 €~522.000 €

Quelle: Eigene Berechnung basierend auf 7 % durchschnittlicher Jahresrendite (MSCI World langfristig)

Bei einem Kapital von 522.000 Euro und einer Entnahmerate von 4 Prozent pro Jahr ergibt sich eine monatliche Entnahme von etwa 1.740 Euro. Das reicht, um selbst den höchsten PKV-Beitrag komplett zu finanzieren.

Vollständige Entlastungsrechnung für einen 70-Jährigen

So sieht die Rechnung aus, wenn alle Mechanismen greifen:

PositionBetrag
PKV-Beitrag Hochleistungstarif (vor Entlastung)~1.200 €
Abzüglich Wegfall 10-%-Zuschlag (ab 60)−100 €
Abzüglich Wegfall Krankentagegeld (ab Rente)−65 €
Abzüglich Wirkung Altersrückstellungen−200 €
= Zahlbeitrag~835 €
Abzüglich Zuschuss Rentenversicherung (bei 2.700 € Rente)−231 €
Abzüglich Beitragsentlastungstarif−400 €
= Netto-Eigenaufwand~204 €

Quelle: Eigene Berechnung basierend auf typischem Hochleistungstarif und gesetzlichen Entlastungen

Von ursprünglich 1.200 Euro bleiben 204 Euro Eigenaufwand. Und das bei Premium-Leistungen, die die GKV so nicht bietet: Einbettzimmer, Chefarzt, keine Wartezeiten, erstklassige Zahnversorgung.

Fazit: „Die PKV mit 70 ist bezahlbar, wenn Du von Anfang an richtig planst“

Ein 70-Jähriger zahlt in einem sehr guten PKV-Premium-Tarif durchschnittlich 533 Euro pro Monat, und mit den richtigen Entlastungsmechanismen sinkt der Eigenaufwand auf unter 300 Euro. Die Angst vor unbezahlbaren Beiträgen im Alter ist unbegründet, wenn Du die gesetzlichen Entlastungen nutzt und bereits während des Erwerbslebens vorsorgst.

Der GKV-Höchstbeitrag liegt 2025 bei 1.174 Euro und wird bei fortgesetzter Dynamik in 35 Jahren bei über 4.500 Euro liegen. Die PKV-Beiträge bleiben durch Altersrückstellungen und den 10-Prozent-Zuschlag deutlich darunter, und wer rechtzeitig mit Beitragsentlastungstarif, ETF-Sparplan oder Basisrente vorsorgt, zahlt im Alter weniger als in seinen besten Erwerbsjahren.

Die Kombination aus gesetzlichen Entlastungsmechanismen und aktiver Finanzplanung macht den Unterschied. Der 10-Prozent-Zuschlag entfällt ab 60, die Altersrückstellungen greifen ab 65 massiv, das Krankentagegeld fällt bei Renteneintritt weg, und die Rentenversicherung gibt einen Zuschuss. Dazu kommen Beitragsentlastungstarife für Angestellte mit Arbeitgeberzuschuss oder die steuerlich hochattraktive Basisrente für Selbstständige.

Die optimale Strategie hängt von Deinem Berufsstatus ab: Angestellte fahren mit Beitragsentlastungstarif plus ETF-Sparplan am besten, Selbstständige mit Basisrente plus ETF-Sparplan. Und alle sollten den internen Tarifwechsel nach § 204 VVG im Hinterkopf behalten, der im Alter nochmal 20 bis 40 Prozent Ersparnis bringen kann.

Wer mit 35 Jahren in einen sehr guten Tarif einsteigt und von Anfang an die Beitragsdifferenz zur GKV investiert, hat mit 70 ein sechsstelliges Vermögen aufgebaut und kann seine PKV-Beiträge komplett aus den Erträgen finanzieren. Gleichzeitig zahlt der GKV-Versicherte dann den Höchstbeitrag von über 1.200 Euro, ohne dass er etwas dafür zurückgelegt hat.

Bild zeigt Marcus Knispel sitzend im schwarzen Anzug / PKV-Berater aus Duisburg für Geschäftsführer & Top-Verdiener
Marcus Knispel
Geschäftsführer | Versicherungsmakler (§ 34d GewO)
Über den Autor

Marcus Knispel ist seit über 25 Jahren in der Versicherungsbranche tätig und seit 2012 als ungebundener, nach § 34d GewO zugelassener Versicherungsmakler mit klarer Spezialisierung auf die private Krankenversicherung für Top-Verdiener, Unternehmer und Geschäftsführer aktiv. Er berät ausschließlich im Mandanteninteresse und unterstützt zusätzlich rund 100 Maklerkolleginnen und -kollegen bei komplexen PKV-Fragestellungen und der vollständigen Beratung ihrer Kunden.

Seine fachliche Grundlage bilden unter anderem Abschlüsse als Versicherungsfachmann (BWV) sowie als zertifizierter Fondsberater (EAFP) an der Europäischen Akademie für Finanzplanung, ergänzt um zahlreiche Spezialisierungen zu Tarifwechselrecht nach VVG § 204, Gesundheitsprüfung, Risikozuschlägen und Beitragsentlastung im Alter. Marcus bildet sich laufend über renommierte Branchenanbieter wie die Deutsche Makler Akademie weiter und verbindet so aktuelle PKV-Produktkenntnis mit langjähriger Praxiserfahrung aus der Beratung von Angestellten, Selbstständigen, Geschäftsführern und C-Level-Entscheidern.

Als Handelsmakler ist Marcus heute bei von Buddenbrock Concepts in Essen angebunden und steht für eine verständliche, transparente und zahlenbasierte PKV-Beratung, bei der Hochleistungstarife und eine stabile Beitragsentwicklung im Alter im Mittelpunkt stehen. In seinen Fachartikeln und Auftritten als PKV-Experte legt er großen Wert auf Aufklärung, klare Sprache und eine saubere Herleitung seiner Empfehlungen, damit Leser und Mandanten fundierte Entscheidungen zur privaten Krankenversicherung treffen können.