Wie hoch sind die Kosten einer PKV-Beratung?

PKV-Beratung kostet dich keinen einzigen Euro direkt – aber wie funktioniert das System dahinter wirklich?
Bild zeigt Marcus Knispel sitzend im schwarzen Anzug / PKV-Berater aus Duisburg für Geschäftsführer & Top-Verdiener
zuletzt aktualisiert: 18. Mai 2026

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*als Arbeitnehmer nur über 77.400€ Bruttogehalt (p.a.)

Inhaltsverzeichnis:

Die Frage stellen mir fast alle, die zum ersten Mal auf mich zukommen.

Und die Antwort überrascht viele: Du zahlst mir direkt keinen einzigen Euro. Keine Beratungsgebühr, kein Stundensatz, keine Rechnung.

Trotzdem ist die PKV-Beratung nicht umsonst, und ich finde, du solltest genau verstehen, wie das System dahinter funktioniert.

Wer bezahlt den Makler, wenn du es nicht tust?

Versicherungsmakler werden über eine sogenannte Courtage vergütet, also eine erfolgsabhängige Vergütung, die der Versicherer nach einem erfolgreichen Vertragsabschluss auszahlt. Kommt kein Vertrag zustande, fließt auch kein Geld. Ich arbeite in diesem Fall für dich, ohne dafür bezahlt zu werden.

Diese Courtage ist kein Extra auf deinen Beitrag. Sie ist seit jeher in jedem PKV-Tarif als fester Kalkulationsbestandteil eingerechnet, und zwar unabhängig davon, ob ein Makler beteiligt ist oder nicht.

Der Beitrag für einen Tarif ist identisch, ob du ihn über mich abschließt, über den Außendienst des Versicherers, über ein Online-Vergleichsportal oder direkt auf der Website der Versicherungsgesellschaft. Wer ohne jede Beratung direkt abschließt, zahlt denselben Beitrag. Die einkalkulierten Vertriebskosten behält dann einfach der Versicherer intern.

Was du mit einer guten Beratung bekommst, ist also kein Aufpreis, sondern eine Leistung, die du dir aus bereits enthaltenen Kosten holst.

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Marcus Knispel ist auf dem Bild / PKV Berater für Top-Verdiener
Marcus Knispel
PKV-Berater für Top-Verdiener

Was ist der Unterschied zwischen Provision und Courtage?

In der Branche kursieren beide Begriffe, und viele verwechseln sie. Inhaltlich bezeichnen sie dasselbe Konstrukt, eine erfolgsabhängige Vergütung durch den Versicherer, aber sie kommen aus verschiedenen Kontexten:

  • Provision ist der Begriff für Versicherungsvertreter, also Leute, die fest an eine Gesellschaft gebunden sind und nur deren Produkte verkaufen.
  • Courtage ist der Begriff, den Versicherungsmakler verwenden. Der Makler arbeitet anbieterunabhängig, ist gesetzlich verpflichtet, den Markt zu überblicken, und vertritt rechtlich die Interessen des Kunden, nicht die des Versicherers (§ 60 VVG).

Der entscheidende Unterschied ist also nicht die Vergütungsstruktur, sondern die Stellung: Ein Makler ist dein gesetzlicher Sachwalter. Ein Vertreter ist der verlängerte Arm der Versicherungsgesellschaft.

Eine dritte Variante ist der Versicherungsberater, der ausschließlich gegen ein Honorar arbeitet und keine Courtage vom Versicherer annehmen darf. Dazu komme ich weiter unten.

Wie viel verdient ein PKV-Makler?

Die Vergütung setzt sich aus zwei Teilen zusammen: einer Abschlusscourtage, die einmalig bei Vertragsabschluss fließt, und einer Bestandspflegeprovision, die jährlich für die laufende Betreuung gezahlt wird.

Für die Abschlusscourtage gilt eine gesetzliche Obergrenze von neun Monatsbeiträgen, eingeführt im April 2012. Davor hatten manche Versicherer bis zu 18 Monatsbeiträge gezahlt, was zu einer Welle unnötiger Vertragswechsel auf Kosten der Versicherten geführt hatte. Der Marktstandard liegt heute bei acht Monatsbeiträgen, bezogen nicht auf den Gesamtbeitrag, sondern auf die sogenannte Bewertungssumme.

Die Bewertungssumme ist der Monatsbeitrag abzüglich der Pflegepflichtversicherung und des gesetzlichen Beitragszuschlags. Bei einem Selbstständigen, der im Jahr 2026 rund 936 Euro monatlich für einen hochwertigen PKV-Tarif zahlt, sieht die Rechnung in etwa so aus:

Vom Gesamtbeitrag von 936 Euro werden rund 70 Euro für die Pflegeversicherung und rund 78 Euro für den gesetzlichen Zuschlag abgezogen. Die Bewertungssumme liegt damit bei etwa 780 Euro monatlich. Darauf werden bis zu neun Monatsbeiträge als Abschlussprovision berechnet:

780 Euro mal neun ergibt eine Abschlussprovision von rund 7.020 Euro, die einmalig bei Abschluss fließt.

Die jährliche Bestandspflegeprovision liegt marktüblich bei 1,0 bis 1,5 Prozent des jährlichen Nettobeitrags. Bei dem oben genannten Beispiel wären das rund 94 bis 141 Euro pro Jahr, also etwas mehr als 10 Euro pro Monat für die gesamte laufende Betreuung.

ZeitraumVergütung
Abschluss (einmalig)ca. 7.020 €
Bestandspflege jährlichca. 94–141 €
Nach 5 Jahren kumuliertca. 7.725 €
Nach 10 Jahren kumuliertca. 8.430 €

Ändert sich dein PKV-Beitrag, wenn ein Makler beteiligt ist?

Nein, und das ist wichtig zu verstehen. Der Beitrag für denselben Tarif ist überall gleich. Ob du ihn über mich abschließt, über den Vertrieb der Versicherungsgesellschaft oder direkt online: Der Betrag auf deiner monatlichen Rechnung ist identisch.

Der Grund liegt in der Kalkulation. Abschluss- und Vertriebskosten sind nach dem Äquivalenzprinzip als feste Kostenposition in jedem Tarif verankert. Versicherer müssen das im Produktinformationsblatt nach § 4 VVG-InfoV ausweisen. Diese Kosten fallen an, egal über welchen Weg du abschließt.

Wer ohne Makler direkt abschließt, spart sich die Beratung, nicht den Beitrag.

Eine einzige echte Ausnahme gibt es: beim Abschluss über einen Versicherungsberater, der ausschließlich auf Honorarbasis arbeitet. Theoretisch könnten dabei Nettotarife ohne einkalkulierte Provision angeboten werden.

In der Praxis existieren solche Nettotarife in der PKV jedoch nicht. Ich selbst habe alle relevanten Anbieter von privaten Krankenversicherungen dazu vor einigen Jahren angefragt und durch die Bank negative Mitteilungen dazu erhalten. Als Kunde zahlst du dann Tarif plus Honorar, also unter dem Strich sogar mehr, wenn ein Wechsel in die PKV im Ergebnis der Honorarberatung empfohlen wird.

Welches Risiko trägt der Makler?

Die hohe Abschlussprovision klingt zunächst nach einem einseitigen Geschäft. Tatsächlich trägt der Makler aber ein erhebliches finanzielles Risiko.

Für PKV-Verträge gilt eine gesetzliche Stornohaftungszeit von 60 Monaten (§ 49 Abs. 1 VAG). Wenn ein Vertrag innerhalb dieser fünf Jahre endet, weil du in die GKV zurückkehrst, deinen Job verlierst oder der Vertrag aus anderen Gründen gekündigt wird, muss der Makler die Provision anteilig an den Versicherer zurückzahlen.

Beispiel: Du schließt einen Vertrag ab, der Makler erhält eine Provision von 6.000 Euro. Nach zwei Jahren endet der Vertrag. Der Makler muss dann für die verbleibenden 36 der ursprünglichen 60 Monate die Provision zurückzahlen, also 3.600 Euro. Hinzu kommt, dass viele Versicherer eine Stornoreserve von rund 10 Prozent der Courtage einbehalten, die erst nach Ablauf der Haftungszeit ausgezahlt wird, unverzinst und trotzdem sofort steuerpflichtig.

Gute Makler haben deshalb ein ureigenes Interesse daran, nur dann zu einem PKV-Wechsel zu raten, wenn er wirklich langfristig sinnvoll ist. Wer schlechte Beratung liefert und viele Storni produziert, zahlt dafür direkt aus eigener Tasche. Und findet auch irgendwann keinen Versicherer mehr, der mit ihm zusammen arbeiten möchte.

Was bekommst du für die einkalkulierte Courtage?

Das ist die eigentlich relevante Frage. Bei einem erfahrenen PKV-Spezialisten umfasst eine vollständige Beratung weit mehr als ein Beratungsgespräch.

Vor dem Abschluss stehen die komplette Gesundheitsaufarbeitung, die Beschaffung von Arztunterlagen und Patientenquittungen, anonyme Risikovoranfragen bei mehreren Gesellschaften gleichzeitig, die Auswertung der Votenbriefe und ein vollständiger Tarifvergleich nach über 100 Leistungskriterien.

Das sind ohne weiteres 15 bis 30 Arbeitsstunden allein für die Vorbereitung eines einzigen Abschlusses.

Nach dem Abschluss kommt die laufende Betreuung: Fragen beantworten, bei Leistungsablehnungen intervenieren, Beitragsanpassungsschreiben einordnen, Tarifwechseloptionen nach § 204 VVG prüfen und im Ernstfall die Kommunikation mit dem Versicherer übernehmen.

Setzt man den Beratungsaufwand von 15 bis 30 Stunden in Relation zur einmaligen Courtage von rund 6.000 bis 7.000 Euro, ergibt sich ein impliziter Stundensatz von etwa 200 bis 500 Euro. Für eine Beratungstiefe, die der eines Fachanwalts oder Steuerberaters entspricht, ist das ein marktüblicher Wert.

Ein schlechter Makler liefert für diese einkalkulierten Kosten kaum Gegenwert: ein Erstgespräch, ein Vergleich aus einem Standard-Programm, Antragstellung.

Woran du den Unterschied erkennst, ist die Frage, ob vor dem Antrag eine anonyme Risikovoranfrage gemacht wurde, ob die Gesundheitshistorie wirklich aufgearbeitet wurde und ob du auch ein Gespräch bekommen hast, in dem jemand dir erklärt hat, wann die PKV für dich vielleicht nicht sinnvoll ist.

Gibt es eine Alternative zur Provisionsberatung?

Ja, die Honorarberatung. Ein Versicherungsberater nach § 34e GewO darf keine Courtage annehmen und rechnet stattdessen direkt mit dir ab. Modelle reichen vom Stundenhonorar zwischen 150 und 250 Euro bis zum Pauschalhonorar zwischen 500 und 3.000 Euro für ein vollständiges Beratungspaket.

Der Haken: Wie oben beschrieben existieren in der PKV im Prinzip keine echten Nettotarife. Du zahlst also in der Regel das Honorar zusätzlich zum normalen Beitrag. Für Menschen, die eine provisionsunabhängige Meinung ohne jede Abschlusspflicht wollen, kann das trotzdem sinnvoll sein. Als günstigere Alternative zur Provisionsberatung taugt es rechnerisch in den meisten Fällen nicht.

Einen direkten Abschluss ohne Makler solltest du nur dann in Betracht ziehen, wenn du selbst tief genug in der Materie bist, um einen vollständigen Tarifvergleich, eine anonyme Risikovoranfrage und die gesamte Gesundheitsaufarbeitung eigenständig durchzuführen.

Der Beitrag wird dadurch, wie erklärt, nicht günstiger.

Was kostet eine PKV-Beratung bei mir?

Nichts direkt aus deiner eigenen Tasche. Das Erstgespräch ist unverbindlich und kostenlos.

Ich verdiene nur dann etwas, wenn du nach einer vollständigen Beratung, inklusive Gesundheitsaufarbeitung, Risikovoranfrage und Tarifvergleich, einen Vertrag abschließt, den du wirklich langfristig halten willst. Alles andere liegt nicht in meinem Interesse, weil ich bei einem Storno innerhalb von fünf Jahren direkt hafte.

Wenn du wissen willst, welcher Tarif zu deiner Situation passt und ob ein Wechsel überhaupt sinnvoll ist, mach einfach den Quick-Check der auf dieser Seite verlinkt ist und vereinbare anschließend dein unverbindliches Erstgespräch mit mir oder einem Experten aus meinem persönlichen Netzwerk.

Bild zeigt Marcus Knispel sitzend im schwarzen Anzug / PKV-Berater aus Duisburg für Geschäftsführer & Top-Verdiener
Marcus Knispel
Geschäftsführer | Versicherungsmakler (§ 34d GewO)
Über den Autor

Marcus Knispel ist seit über 25 Jahren in der Versicherungsbranche tätig und seit 2012 als ungebundener, nach § 34d GewO zugelassener Versicherungsmakler mit klarer Spezialisierung auf die private Krankenversicherung für Top-Verdiener, Unternehmer und Geschäftsführer aktiv. Er berät ausschließlich im Mandanteninteresse und unterstützt zusätzlich rund 100 Maklerkolleginnen und -kollegen bei komplexen PKV-Fragestellungen und der vollständigen Beratung ihrer Kunden.

Seine fachliche Grundlage bilden unter anderem Abschlüsse als Versicherungsfachmann (BWV) sowie als zertifizierter Fondsberater (EAFP) an der Europäischen Akademie für Finanzplanung, ergänzt um zahlreiche Spezialisierungen zu Tarifwechselrecht nach VVG § 204, Gesundheitsprüfung, Risikozuschlägen und Beitragsentlastung im Alter. Marcus bildet sich laufend über renommierte Branchenanbieter wie die Deutsche Makler Akademie weiter und verbindet so aktuelle PKV-Produktkenntnis mit langjähriger Praxiserfahrung aus der Beratung von Angestellten, Selbstständigen, Geschäftsführern und C-Level-Entscheidern.

Als Handelsmakler ist Marcus heute bei von Buddenbrock Concepts in Essen angebunden und steht für eine verständliche, transparente und zahlenbasierte PKV-Beratung, bei der Hochleistungstarife und eine stabile Beitragsentwicklung im Alter im Mittelpunkt stehen. In seinen Fachartikeln und Auftritten als PKV-Experte legt er großen Wert auf Aufklärung, klare Sprache und eine saubere Herleitung seiner Empfehlungen, damit Leser und Mandanten fundierte Entscheidungen zur privaten Krankenversicherung treffen können.