Leistungen in der PKV während der Schwangerschaft

Wer schwanger ist und privat krankenversichert, sollte genau wissen, was der eigene Tarif leistet.
Bild zeigt Marcus Knispel sitzend im schwarzen Anzug / PKV-Berater aus Duisburg für Geschäftsführer & Top-Verdiener
zuletzt aktualisiert: 13. Mai 2026

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Inhaltsverzeichnis:

Wer schwanger ist oder es bald sein will und privat krankenversichert ist, stellt sich meistens dieselbe Frage: Was zahlt meine PKV überhaupt? Die Antwort hängt ganz davon ab, welchen Tarif du hast.

Ein Hochleistungstarif wie der BBKK GesundheitVARIO übernimmt Leistungen, von denen Kassenpatientinnen nicht mal wissen, dass es sie gibt. Ein Einsteigertarif mit 2.400 Euro Selbstbehalt im Jahr kann dich bei der Schwangerschaftsvorsorge dagegen schlechter stellen als die gesetzliche Kasse.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine Schwangerschaft gilt rechtlich nicht als Krankheit. PKV-Beitrag und Leistungsumfang ändern sich durch die Schwangerschaft nicht. Das hat das Oberlandesgericht Hamm 2011 entschieden.
  • Die meisten PKV-Tarife sehen für Schwangerschaftsleistungen eine Wartezeit von acht Monaten vor. Wer im dritten Monat schwanger ist und wechseln möchte, hat zum Entbindungstermin noch keinen vollen Schutz.
  • Hochleistungstarife übertreffen die GKV bei erweiterter Pränataldiagnostik, Chefarztentbindung, Einbettzimmer und Hausgeburtspauschalen strukturell und deutlich.
  • PKV-Einsteigertarife mit hohem Selbstbehalt können bei der ambulanten Schwangerschaftsvorsorge effektiv 0 Euro erstatten, weil der Jahresselbstbehalt alle Kosten aufzehrt. Damit schneiden sie schlechter ab als die GKV, in der Schwangerschaftsvorsorge komplett zuzahlungsfrei ist.
  • Als privatversicherte Arbeitnehmerin bekommst du nur einmalig 210 Euro Mutterschaftsgeld vom Bundesamt für Soziale Sicherung. GKV-Arbeitnehmerinnen erhalten bis zu 13 Euro täglich über die gesamte Mutterschutzzeit hinweg.

Welche Leistungen bietet die PKV während der Schwangerschaft?

PKV ist nicht PKV. Wer mich fragt, was seine PKV in der Schwangerschaft leistet, dem stelle ich als erstes eine Gegenfrage: Welchen Tarif hast du?

Denn zwischen einem Hochleistungstarif und einem Einsteiger mit hohem Selbstbehalt liegen bei der Schwangerschaftsvorsorge im schlimmsten Fall mehrere tausend Euro Unterschied im Jahr.

Schwangerschafts-Leistungen in einem PKV-Hochleistungstarif

Als Hochleistungstarif schauen wir uns hier den BBKK GesundheitVARIO der Bayerischen Beamtenkrankenkasse an. Dieser Tarif ist ein offener Vollversicherungstarif, den Selbstständige und Angestellte abschließen können, und er zeigt, was eine PKV bei Schwangerschaft wirklich leisten kann.

Die ambulanten Schwangerschaftsleistungen des BBKK GesundheitVARIO gehen weit über das hinaus, was die GKV bietet. Besonders bemerkenswert ist, dass für die Pränataldiagnostik gar kein Selbstbehalt gilt, egal welche Tarifstufe man gewählt hat.

Die folgende Tabelle zeigt, was der BBKK GesundheitVARIO im ambulanten Bereich während der Schwangerschaft leistet.

Alle Angaben entstammen den offiziellen Tarifbedingungen der BBKK.

LeistungBBKK GesundheitVARIO
Ärztliche Leistungen bei Schwangerschaft, Entbindung, Fehlgeburt100 %, nach GOÄ bis zu den Höchstsätzen
Schwangerschaftsvorsorge (gesetzliche Programme)100 %, ohne Altersgrenzen und Intervallbegrenzungen, kein Selbstbehalt
Pränataldiagnostik: Nackentransparenztest100 %, explizit ohne Selbstbehalt
Pränataldiagnostik: Ersttrimester-Screening100 %, explizit ohne Selbstbehalt
Pränataldiagnostik: Triple-/Quadruple-Test100 %, explizit ohne Selbstbehalt
Pränataldiagnostik: Dopplersonografie100 %, explizit ohne Selbstbehalt
Pränataldiagnostik: Kardiale Echografie100 %, ohne Selbstbehalt
Hebamme / Entbindungspfleger100 %, nach Hebammengebührenordnung bis Höchstsätzen
Hausgeburt: Entbindungspauschale500 Euro pauschal gegen Geburtsnachweis; bei Mehrlingsgeburten entsprechendes Vielfaches
Geburtsvorbereitungskurs100 %
Geburtsvorbereitungskurs für den Partner100 %, explizit mitversichert
Schwangerschaftsgymnastik, Wochenbettgymnastik, Rückbildungsgymnastik100 %
Schwangerschaftsabbruch100 % bei medizinisch notwendiger oder kriminologischer Indikation
Schutzimpfungen (inkl. Reise, beruflich, Malaria)100 %, kein Selbstbehalt, kein Einfluss auf Beitragsrückerstattung

Stationär bei der Entbindung sieht es so aus. Auch hier erstattet die BBKK vollständig und ohne Abzüge:

LeistungBBKK GesundheitVARIO
Entbindung im Krankenhaus100 %, allgemeine Krankenhausleistungen inkl. Entbindung
Entbindungsheim / Geburtshaus100 %, explizit erstattet
Belegärzte, Beleghebammen, Belegentbindungspfleger100 %, nach GOÄ/Hebammengebühr-Höchstsätzen
Kosten für gesundes NeugeborenesIm Rahmen der allgemeinen Krankenhausleistungen der Mutter
Rooming-in für Begleitperson (Kind unter 12 Jahren)Unterkunft und Verpflegung erstattet

Wer möchte, dass das Baby direkt beim gleichen Versicherer mitversichert wird, hat die Möglichkeit der Kindernachversicherung im gleichen Tarif innerhalb von zwei Monaten nach Geburt ohne Gesundheitsprüfung und ohne Wartezeit. Dafür muss der Vertrag des versicherten Elternteils seit mindestens drei Monaten bestehen.

Die BBKK bietet außerdem bei Bezug von Elterngeld eine Beitragsfreistellung von bis zu sechs Monaten. Das bedeutet konkret: Der PKV-Beitrag muss in dieser Zeit nicht gezahlt werden, der Versicherungsschutz läuft aber weiter.

Beim Thema künstliche Befruchtung geht die BBKK weiter als die GKV. Sie erstattet 100 Prozent der Kosten nach vorheriger schriftlicher Zusage des Versicherers. Die Altersgrenze liegt bei unter 43 Jahren für die Frau und unter 50 Jahren für den Mann. Der wesentliche Unterschied zur GKV: Die GKV erstattet nur 50 Prozent, nur für verheiratete Paare und maximal drei Versuche.

Zum Thema Selbstbehalt beim BBKK GesundheitVARIO gibt es etwas Wichtiges zu verstehen. Der Tarif existiert in drei Stufen. Ein zentraler Punkt ist die Befreiung der Pränataldiagnostik und aller gesetzlichen Vorsorge-Ziffern vom Selbstbehalt, unabhängig von der Tarifstufe.

TarifstufeSelbstbehalt Erwachsene/JahrSelbstbehalt Kinder (halber SB)
GesundheitVARIO 40020 %, max. 400 Euro20 %, max. 200 Euro
GesundheitVARIO 800800 Euro400 Euro
GesundheitVARIO 1.6001.600 Euro800 Euro

Schwangerschafts-Leistungen in einem Einsteigertarif

Jetzt kommt der Teil, den viele nicht hören wollen. PKV-Einsteigertarife klingen verlockend, weil der Beitrag günstig ist. Was dabei oft vergessen wird: Das günstige Niveau erkauft man sich mit hohen Selbstbehalten und eingeschränkten Leistungen.

Als konkretes Beispiel schauen wir uns den SDK AM33 an. Das ist der SDK-Tarif mit dem höchsten Selbstbehalt im ambulanten Bereich und einer der günstigsten Einstiege in die PKV bei der SDK. Der Jahresselbstbehalt beim AM33 beträgt 2.400 Euro pro Person.

Was das im Schwangerschaftsalltag bedeutet, zeigt diese Rechnung.

Eine schwangere Frau in einem AM33-Tarif hat in einem normalen Schwangerschaftsjahr typischerweise folgende ambulante Kosten:

LeistungTypische KostenErstattung AM33Was nach Selbstbehalt bleibt
Schwangerschaftsvorsorge (10 Termine à ca. 80 Euro)800 EuroErstattet 0 €(in Selbstbehalt)In Selbstbehalt
3 Basis-Ultraschalle (je ca. 60 Euro)180 EuroErstattet 0€ (in Selbstbehalt)In Selbstbehalt
Nackentransparenz/Ersttrimester-Screening250–350 EuroErstattet 0€ (in Selbstbehalt)In Selbstbehalt
Blutuntersuchungen und Laborca. 150 EuroErstattet 0€ (in Selbstbehalt)In Selbstbehalt
Hebamme Vorsorgeca. 200 EuroErstattet 0€ (in Selbstbehalt)In Selbstbehalt
Geburtsvorbereitungskursca. 200 EuroErstattet 0€ (in Selbstbehalt)In Selbstbehalt
Rückbildungsgymnastikca. 120 EuroErstattet 0€ (in Selbstbehalt)In Selbstbehalt
Sonstige Arztbesucheca. 300 EuroErstattet 0€ (in Selbstbehalt)In Selbstbehalt
Summe ambulantca. 2.300–2.500 EuroInsgesamt erstattet 0-100 €Selbstbehalt 2.400 Euro frisst alles auf: effektiv 0–100 Euro Erstattung

Das Ergebnis ist erschreckend klar: Bei typischen Schwangerschaftskosten von 2.300 bis 2.500 Euro erstattet die SDK AM33 im ambulanten Bereich effektiv null bis 100 Euro. Der Selbstbehalt von 2.400 Euro zehrt die gesamten Kosten auf.

Der einzige echte Mehrwert dieses Tarifs bei der Entbindung selbst: Die Geburt im Krankenhaus wird vom stationären Tarif S1 vollständig erstattet, mit Einbettzimmer und Chefarztbehandlung, ohne Selbstbehalt. Das ist der strukturelle Vorteil gegenüber der GKV, auf den sich dieser Einsteigertarif reduziert.

Was der AM33 außerdem explizit nicht erstattet: Leistungen über GOÄ-Höchstsätzen, auch nicht wenn eine Honorarvereinbarung mit dem Arzt getroffen wird. Heilpraktikerleistungen gibt es gar nicht. Das Präventionsbudget ist auf 250 Euro innerhalb von drei Jahren begrenzt, halb so viel wie beim AM10.

Noch ein kritischer Punkt, den die wenigsten auf dem Schirm haben. Wer den Selbstbehalt später senken möchte, weil Kinder geplant sind oder sich die Finanzen ändern, braucht eine erneute Gesundheitsprüfung. Hat man in der Zwischenzeit Erkrankungen entwickelt oder gab es Komplikationen in der Schwangerschaft, kann der Versicherer einen Risikozuschlag verlangen oder die Senkung ganz ablehnen.

Die einzigen Ausnahmen ohne neue Gesundheitsprüfung: definierte Lebensereignisse wie der 30., 35. oder 40. Geburtstag, Heirat, Geburt eines Kindes oder eine Einkommenssteigerung von mindestens 20 Prozent.

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Marcus Knispel
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Welche Leistungen bietet die GKV während der Schwangerschaft?

Die gesetzliche Schwangerschaftsvorsorge ist in §§ 24c bis 24i SGB V geregelt und vom Gemeinsamen Bundesausschuss in der Mutterschaftsrichtlinie konkretisiert.

Alle gesetzlichen Krankenkassen müssen denselben Mindeststandard erfüllen.

Was die GKV bei Schwangerschaft leistet, ist in der Praxis deutlich mehr als vielen bewusst ist. Grundlegend und ohne Zuzahlung sind folgende Leistungen garantiert:

  • Ärztliche Betreuung und Hebammenhilfe über die gesamte Schwangerschaft
  • Versorgung mit Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmitteln
  • Entbindung (ambulant, stationär, im Geburtshaus oder zuhause)
  • Häusliche Pflege nach der Geburt
  • Haushaltshilfe unter bestimmten Voraussetzungen
  • Mutterschaftsgeld

Die Schwangerschaftsvorsorge umfasst drei Basisultraschalle als Pflichtleistung, Blutuntersuchungen (Blutbild, Röteln-Antikörper, Syphilis-Test, HIV-Test, Hepatitis-B, Blutgruppe), Chlamydien-Screening, Glukosetoleranztest bei Risiko und CTG bei medizinischer Indikation.

Wichtig und neu seit 2023: Bei der zweiten Ultraschalluntersuchung kann die Versicherte zwischen einer Basis-Ultraschalluntersuchung und einer erweiterten Basis-Ultraschalluntersuchung mit systematischer Morphologie-Untersuchung durch einen besonders qualifizierten Arzt wählen. Beides ist GKV-Leistung.

Die TK liegt laut Finanztip beim Thema Schwangerschaft und Familie jedoch unterdurchschnittlich im GKV-Vergleich.

Finanztip schreibt konkret, die TK sei weniger geeignet für diejenigen, die viel Wert auf zusätzliche Untersuchungen in der Schwangerschaft legen. Die TK erstattet für Professionelle Zahnreinigung pauschal 40 Euro im Jahr und bietet kein großzügiges Vorsorgebudget.

Alles, was die GKV im Rahmen der Schwangerschaft nicht zahlt, gilt als IGeL-Leistung und muss selbst bezahlt werden. Dazu gehören unter anderem:

  • 3D- oder 4D-Ultraschall
  • Nackenfaltenmessung (Nackentransparenztest)
  • Ersttrimester-Screening
  • PraenaTest (nichtinvasiver Pränataltest, ca. 300–500 Euro)
  • Organscreening/Feindiagnostik (ca. 230 Euro)
  • Geburtsvorbereitungskurs für den Partner (in vielen Regionen)
  • Hebammenbetreuung über die 8. Woche nach der Geburt hinaus
  • Rufbereitschaft der Hebamme

Das GKV-Mutterschaftsgeld beläuft sich für angestellte Frauen auf bis zu 13 Euro täglich für sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt. Der Arbeitgeber stockt auf das Nettogehalt auf. Für freiwillig versicherte Selbstständige in der GKV ohne Krankengeldwahltarif gibt es kein Mutterschaftsgeld.

Wie stark unterscheiden sich PKV und GKV-Leistungen bei Schwangerschaft?

Jetzt kommt der eigentliche Vergleich, und er ist sehr konkret.

Wir schauen uns an, was der Wechsel von der TK zur BBKK für einen selbstständigen Geschäftsführer und seine Frau bedeutet, und anschließend zeigen wir, was passiert, wenn man statt des Hochleistungstarifs einen PKV-Einsteigertarif nimmt.

Fallbeispiel: Markus wechselt als selbstständiger GF von der TK zur BBKK

Markus, 38 Jahre, selbstständiger Geschäftsführer, 9.000 Euro Brutto im Monat. Er war bisher freiwillig bei der Techniker Krankenkasse versichert und hat nun in den BBKK GesundheitVARIO 800 gewechselt. Seine Frau, 34 Jahre, ist im selben Tarif mitversichert. Das erste gemeinsame Kind ist geplant.

In der TK zahlte Markus als freiwillig versicherter Selbstständiger den Höchstbeitrag, weil sein Einkommen von 9.000 Euro die Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro übersteigt. Das war sein Beitrag bei der TK:

PositionSatzBetrag/Monat
TK-Krankenversicherung (14,60 % + 2,69 % Zusatzbeitrag = 17,29 %) auf BBG 5.812,50 Euro17,29 %1.005,00 Euro
Pflegeversicherung kinderlos (4,20 %) auf BBG4,20 %244,13 Euro
Gesamtbeitrag TK + Pflege, kinderlos1.249,13 Euro/Monat
Jahresbeitrag14.989,56 Euro

Für seine Frau fiel bei der TK kein eigener Beitrag an, weil sie selbst nicht berufstätig war. In der PKV gibt es keine Familienversicherung, jeder Erwachsene braucht einen eigenen Vertrag.

Als Selbstständiger ohne Krankengeldbezug und ohne Wahltarif hatte Markus in der TK kein Krankengeld versichert.

Bei der BBKK im GesundheitVARIO 800 (Selbstbehalt 800 Euro/Jahr) zahlt Markus jetzt als selbstständiger Geschäftsführer einkommensunabhängig. Der Beitrag hängt nur noch von Tarif, Alter und Gesundheitszustand ab. Ein 30-jähriger Selbstständiger zahlt für den GesundheitVARIO 800 laut aktueller Tariftabelle 476,77 Euro monatlich zuzüglich Pflegepflichtversicherung, für einen 38-jährigen liegt der Beitrag entsprechend höher.

Entscheidend für die Schwangerschaft ist aber nicht nur der Beitrag, sondern was die BBKK jetzt leistet, was die TK nicht leistete.

Was Markus‘ Frau jetzt bekommt, was bei der TK Eigenkosten waren oder gar nicht möglich war:

LeistungTK (GKV)BBKK GesundheitVARIO
3 Basis-UltraschallePflichtleistung, kostenfrei100 %, kein Selbstbehalt
NackentransparenztestIGeL, ca. 200–350 Euro Eigenkosten100 %, kein Selbstbehalt
Ersttrimester-ScreeningIGeL, ca. 200–350 Euro Eigenkosten100 %, kein Selbstbehalt
DopplersonografieNur bei medizinischer Indikation100 %, kein Selbstbehalt
Triple-/Quadruple-TestIGeL100 %, explizit erstattet, kein Selbstbehalt
3D-/4D-UltraschallIGeL100 %
Organscreening/FeindiagnostikIGeL, ca. 230 Euro100 %
GeburtsvorbereitungskursTK-Leistung100 %
Geburtsvorbereitungskurs für PartnerIn vielen Regionen Eigenkosten100 %, explizit mitversichert
HausgeburtHäusliche Pflege500 Euro Pauschale
Entbindung im KrankenhausMehrbettzimmer, StationsarztVolle allgemeine Krankenhausleistungen
Beitragsfreiheit ElternzeitNach § 224 SGB V für GKV-PflichtmitgliederBis zu 6 Monate bei Elterngeldbezug
Künstliche Befruchtung50 %, max. 3 Versuche, nur für Verheiratete100 %, bis zu 3 IVF/ICSI, auch unverheiratete Paare möglich
KryokonservierungNicht erstattetErstattet bei keimzellschädigender Therapie

Als PKV-Versicherte bekommt Markus‘ Frau bei der Entbindung kein laufendes Mutterschaftsgeld von der Kasse, sondern einmalig 210 Euro vom Bundesamt für Soziale Sicherung.

Der Leistungsunterschied zwischen TK und BBKK ist erheblich, gerade bei der Pränataldiagnostik. Alles, was Markus‘ Frau in der TK als IGeL selbst bezahlen musste, erstattet die BBKK jetzt vollständig und ohne Selbstbehalt.

PKV-Einsteigertarif vs. GKV mit Zusatzversicherung: Was ist besser?

Ein PKV-Einsteigertarif mit hohem Selbstbehalt kann eine schwangere Frau schlechter stellen als die GKV mit einer günstigen Krankenhauszusatzversicherung obendrauf.

Stell dir folgendes Szenario vor: Eine 30-jährige selbstständige Frau, SDK AM33 mit 2.400 Euro Selbstbehalt im Jahr, hat eine normale Schwangerschaft. Ihre ambulanten Schwangerschaftskosten liegen bei rund 2.300 bis 2.500 Euro. Die Versicherung erstattet ihr nach Abzug des Selbstbehalts effektiv null bis 100 Euro. Sie zahlt alles selbst.

Dieselbe Frau in der GKV zahlt für die gesamte ambulante Schwangerschaftsvorsorge nichts, weil Schwangerschaftsleistungen nach § 24c SGB V komplett zuzahlungsfrei sind. Für die Entbindung im Einbettzimmer mit Chefarzt schließt sie eine günstige Krankenhauszusatzversicherung ab.

Die besten Tarife liegen bei unter 20 Euro im Monat.

LeistungSDK AM33/S1DD (PKV-Einsteiger)TK + Krankenhauszusatz (GKV)
Ambulante Schwangerschaftsvorsorge (10 Termine, 3 Ultraschalle, Labor)Erstattet, aber komplett im Selbstbehalt 2.400 Euro aufgezehrtVollständig kostenfrei (§ 24c SGB V)
Nackentransparenztest, Ersttrimester-ScreeningErstattet, aber im SelbstbehaltIGeL, ca. 200–400 Euro Eigenkosten
Geburtsvorbereitungskurs, Hebamme, RückbildungErstattet, aber im SelbstbehaltGKV-Leistung, kostenfrei
Stationäre EntbindungEinbettzimmer, Chefarzt (S1DD)Einbettzimmer, Chefarzt (durch KH-Zusatz)
Ambulante Eigenkosten im SchwangerschaftsjahrEffektiv ca. 2.300 Euro (alle Kosten im SB)0 Euro (zuzahlungsfrei) zzgl. ca. 200–450 Euro für IGeL
Mutterschaftsgeld (Arbeitnehmerin)210 Euro einmaligBis 13 Euro/Tag × 76 Tage = ca. 988 Euro + AG-Aufstockung

Das Ergebnis ist eindeutig: Die GKV mit einer günstigen Krankenhauszusatzversicherung schlägt den PKV-Einsteigertarif im Schwangerschaftsfall bei den ambulanten Kosten um mehrere tausend Euro.

Der einzige echte Mehrwert des Einsteigertarifs bei der Entbindung selbst, Einbettzimmer und Chefarzt, lässt sich für unter 20 Euro im Monat über eine Krankenhauszusatzversicherung auch als GKV-Versicherte einkaufen.

Dazu kommt der steuerliche Nachteil des Selbstbehalts. Wer den Selbstbehalt von 2.400 Euro ausschöpft, spart zwar etwas an Monatsbeiträgen.

Was dabei übersehen wird: Der Selbstbehalt mindert den steuerlich abzugsfähigen PKV-Beitrag, weil nur der tatsächlich gezahlte Versicherungsbeitrag absetzbar ist. Bei einem Selbstbehalt von 1.500 Euro zeigt die Rechnung nach Steuereffekt sogar ein Minus von 312 Euro. Bei 2.400 Euro ist der Nachteil noch größer.

Wer in die PKV wechselt, sollte das für die Leistungen tun, nicht für den günstigen Beitrag. Und wer glaubt, mit einem Einsteigertarif gut aufgestellt zu sein und dann schwanger wird, erlebt eine unangenehme Überraschung.

Gesamtvergleich: TK vs. BBKK Hochleistungstarif vs. PKV-Einsteigertarif bei Schwangerschaft

Nach allem, was du in diesem Artikel gelesen hast, lässt sich eine klare Rangfolge ziehen. Es gibt nicht das eine richtige System, aber es gibt Konstellationen, in denen eine Variante klar besser passt als die andere.

Und es gibt eine Kombination, die man definitiv vermeiden sollte: den PKV-Einsteigertarif mit hohem Selbstbehalt, wenn eine Schwangerschaft geplant ist.

Drei Schlussfolgerungen, die sich aus den Daten direkt ergeben:

  • Der BBKK GesundheitVARIO gewinnt auf der Leistungsseite klar. Pränataldiagnostik ohne Selbstbehalt, Hausgeburtspauschale, Partnergeburtsvorbereitungskurs, 100 Prozent KFB, 6 Monate Beitragsfreiheit in der Elternzeit. Medizinisch das stärkste Paket.
  • Die TK mit Krankenhauszusatz macht für Familien mit mehreren Kindern oft mehr Sinn. Beitragsfreie Familienversicherung spart je Kind 180 bis 380 Euro monatlich (je nach Tarif und Gesellschaft), Schwangerschaftsvorsorge ist komplett kostenfrei, und Einbettzimmer plus Chefarzt gibt es als Zusatz für unter 20 Euro im Monat dazu.
  • Ein PKV-Einsteigertarif mit hohem Selbstbehalt ist im Schwangerschaftsfall die schlechteste Kombination. Die ambulante Vorsorge, die in der GKV kostenfrei ist, kostet hier effektiv 2.300 bis 2.500 Euro Eigenanteil im Jahr.

Hier siehst du alle drei Varianten in den entscheidenden Bereichen direkt nebeneinander:

LeistungTK (GKV)BBKK GesundheitVARIOPKV-Einsteiger (z. B. SDK AM33)
Schwangerschaftsvorsorge (3 Basisultraschalle)Pflichtleistung, kostenfrei100 %, kein SelbstbehaltErstattet, aber Selbstbehalt zehrt alles auf
Erweiterte Pränataldiagnostik (Nackenfalte, NIPT, Feindiagnostik)IGeL, Eigenkosten100 %, kein SelbstbehaltErstattet, aber in Selbstbehalt
3D-/4D-UltraschallIGeL100 %In Selbstbehalt
Chefarzt bei EntbindungNicht vorgesehen100 %, bis GOÄ-HöchstsatzÜber stationären Tarif (S1)
EinbettzimmerNicht vorgesehenAllgemeine KrankenhausleistungenÜber S1
Hausgeburt-ExtraHäusliche Pflege500 Euro PauschaleIm Rahmen Hebammenleistungen
Geburtsvorbereitungskurs für PartnerNicht überall100 %, explizit mitversichertIm Selbstbehalt
Künstliche Befruchtung50 %, nur Verheiratete, max. 3 Versuche100 %, max. 3 IVF/ICSI, auch unverheiratete PaareEingeschränkt je Tarif
Beitragsfreiheit ElternzeitFür GKV-Pflichtmitglieder nach § 224 SGB V6 Monate bei ElterngeldbezugMinimal, tarifspezifisch
Mutterschaftsgeld (Arbeitnehmerin)Bis 13 Euro/Tag (ca. 988 Euro gesamt)210 Euro einmalig210 Euro einmalig
HaushaltshilfeNur wenn keine andere Person den Haushalt führen kannÄrztlich verordnet, erstattetMax. 10 Euro/Stunde, 75 Euro/Tag, 28 Tage/Jahr, alles im Selbstbehalt
Selbstbehalt für SchwangerschaftsvorsorgeKeine ZuzahlungKein Selbstbehalt für Vorsorge und PränataldiagnostikVoller Jahres-SB gilt
Effektive Erstattung ambulant (Schwangerschaft, normal)Vollständig kostenfreiVollständig, kein SB für VorsorgeEffektiv 0–100 Euro

FAQ: PKV-Leistungen in der Schwangerschaft

Hier sind die Fragen, die mir Selbstständige und werdende Eltern am häufigsten stellen.

Muss ich meine Schwangerschaft im PKV-Antrag angeben?

Nein, sofern es sich um keine Risikoschwangerschaft handelt. Das Oberlandesgericht Hamm hat 2011 entschieden, dass eine Schwangerschaft und eindeutig abgrenzbare Schwangerschaftsdiagnosen im PKV-Antrag nicht anzeigepflichtig sind. Die Schwangerschaft darf nicht zu unterschiedlichen Prämien oder Leistungen führen. Schwangerschaftskomplikationen können aber vorbestehende Gesundheitsfragen berühren und müssen deshalb sorgfältig geprüft werden.

Wann beginnt der PKV-Schutz für die Schwangerschaft?

Die meisten PKV-Tarife sehen eine Wartezeit von acht Monaten vor. Wer im dritten Monat schwanger ist und wechselt, hat zum Entbindungstermin unter Umständen noch keinen vollen Versicherungsschutz für schwangerschaftsspezifische Leistungen. Es gibt Ausnahmen, zum Beispiel bei der Allianz MeinGesundheitsschutz keine Wartezeit bei Wechsel während bestehender Schwangerschaft.

Bekomme ich als PKV-Versicherte Mutterschaftsgeld?

Nicht in derselben Höhe wie GKV-Mitglieder. PKV-versicherte Arbeitnehmerinnen bekommen einmalig 210 Euro vom Bundesamt für Soziale Sicherung, dazu stockt der Arbeitgeber auf das Nettogehalt auf. GKV-Arbeitnehmerinnen erhalten zusätzlich bis zu 13 Euro täglich von der Krankenkasse über die gesamte Mutterschutzzeit hinweg, das sind bei 76 Tagen bis zu 988 Euro allein von der Kasse.

Was kostet die Schwangerschaftsvorsorge in einem PKV-Einsteigertarif mit hohem Selbstbehalt?

Das hängt vom Selbstbehalt ab, aber die Rechnung ist ernüchternd. Bei einem SDK AM33 mit 2.400 Euro Jahresselbstbehalt belaufen sich die typischen ambulanten Schwangerschaftskosten auf rund 2.300 bis 2.500 Euro. Die Versicherung erstattet effektiv null bis 100 Euro, weil der Selbstbehalt alles aufzehrt. Die GKV ist hier klar im Vorteil, weil Schwangerschaftsvorsorge nach § 24c SGB V vollständig zuzahlungsfrei ist.

Lohnt sich ein Hochleistungstarif für Familien?

Auf der Leistungsseite klar ja. Pränataldiagnostik ohne Zuzahlung, Hausgeburtspauschale, Geburtsvorbereitungskurs für den Partner, Beitragsfreistellung in der Elternzeit, bessere Konditionen bei künstlicher Befruchtung. Das sind echte Unterschiede, die im Schwangerschaftsfall spürbar werden. Auf der Kostenseite muss man aber ehrlich rechnen: Jedes Kind braucht in der PKV einen eigenen Beitrag. Bei mehreren Kindern kann der GKV-Vorteil der beitragsfreien Familienversicherung die Leistungsunterschiede finanziell überwiegen.

Bild zeigt Marcus Knispel sitzend im schwarzen Anzug / PKV-Berater aus Duisburg für Geschäftsführer & Top-Verdiener
Marcus Knispel
Geschäftsführer | Versicherungsmakler (§ 34d GewO)
Über den Autor

Marcus Knispel ist seit über 25 Jahren in der Versicherungsbranche tätig und seit 2012 als ungebundener, nach § 34d GewO zugelassener Versicherungsmakler mit klarer Spezialisierung auf die private Krankenversicherung für Top-Verdiener, Unternehmer und Geschäftsführer aktiv. Er berät ausschließlich im Mandanteninteresse und unterstützt zusätzlich rund 100 Maklerkolleginnen und -kollegen bei komplexen PKV-Fragestellungen und der vollständigen Beratung ihrer Kunden.

Seine fachliche Grundlage bilden unter anderem Abschlüsse als Versicherungsfachmann (BWV) sowie als zertifizierter Fondsberater (EAFP) an der Europäischen Akademie für Finanzplanung, ergänzt um zahlreiche Spezialisierungen zu Tarifwechselrecht nach VVG § 204, Gesundheitsprüfung, Risikozuschlägen und Beitragsentlastung im Alter. Marcus bildet sich laufend über renommierte Branchenanbieter wie die Deutsche Makler Akademie weiter und verbindet so aktuelle PKV-Produktkenntnis mit langjähriger Praxiserfahrung aus der Beratung von Angestellten, Selbstständigen, Geschäftsführern und C-Level-Entscheidern.

Als Handelsmakler ist Marcus heute bei von Buddenbrock Concepts in Essen angebunden und steht für eine verständliche, transparente und zahlenbasierte PKV-Beratung, bei der Hochleistungstarife und eine stabile Beitragsentwicklung im Alter im Mittelpunkt stehen. In seinen Fachartikeln und Auftritten als PKV-Experte legt er großen Wert auf Aufklärung, klare Sprache und eine saubere Herleitung seiner Empfehlungen, damit Leser und Mandanten fundierte Entscheidungen zur privaten Krankenversicherung treffen können.