Ist bei einer privater Krankenversicherung die Pflegeversicherung dabei?

Wer privat krankenversichert ist, braucht zwingend eine private Pflegepflichtversicherung. Sie kostet Angestellte in 2026 im Schnitt rund 122,64 Euro im Monat, ist für Kinder beitragsfrei und steuerlich vollständig absetzbar.
Bild zeigt Marcus Knispel sitzend im schwarzen Anzug / PKV-Berater aus Duisburg für Geschäftsführer & Top-Verdiener
zuletzt aktualisiert: 1. Juli 2026

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Inhaltsverzeichnis:

Wenn du privat krankenversichert bist, brauchst du auch eine private Pflegeversicherung. Das ist keine freiwillige Zusatzleistung, sondern Pflicht.

Für die meisten ist sie günstiger als in der gesetzlichen Kasse, und für deine Kinder kostet sie keinen Cent. Die weniger gute: Im Pflegefall zahlt sie nur einen Teil der Kosten.

Was das für dich bedeutet, wie viel du zahlst und was am Ende übrig bleibt, gehen wir jetzt in Ruhe durch.

Ist die Pflegeversicherung in der PKV automatisch dabei?

Jein. Die Pflegeversicherung gehört nicht zu deinem Krankenversicherungsvertrag, du brauchst dafür einen eigenen Vertrag mit eigenem Beitrag. Pflicht ist sie trotzdem.

Wer privat krankenversichert ist, muss nach § 23 SGB XI eine private Pflegepflichtversicherung abschließen. Darum kommt niemand herum, eine Befreiung gibt es nicht.

In der Regel läuft das ganz automatisch ab:

  • Dein PKV-Anbieter schließt die Pflegeversicherung gleich mit ab, wenn du nichts anderes sagst.
  • In den ersten sechs Monaten darfst du auch einen anderen Anbieter für die Pflegeversicherung wählen.
  • Für deine privat versicherten Kinder zahlst du 0 Euro, sie sind beitragsfrei mit dabei.
  • Bist du gesetzlich versichert, läuft die Pflege automatisch über deine Krankenkasse, ganz ohne eigenen Antrag.

Um den Abschluss musst du dich also kaum kümmern. Viel spannender ist die Frage, was diese Pflicht eigentlich kostet und was sie dafür leistet.

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Marcus Knispel ist auf dem Bild / PKV Berater für Top-Verdiener
Marcus Knispel
PKV-Berater für Top-Verdiener

Was ist der Unterschied zwischen privater und gesetzlicher Pflegeversicherung?

Bei den Leistungen gibt es keinen Unterschied. Beide richten sich nach denselben fünf Pflegegraden und nach demselben Gesetz, dem SGB XI. Was du im Pflegefall bekommst, ist also gleich, egal ob privat oder gesetzlich.

Der Unterschied steckt allein darin, wie der Beitrag berechnet wird.

Themagesetzliche Pflegeversicherungprivate Pflegeversicherung
Beitrag richtet sich nachdeinem Einkommendeinem Alter und deiner Gesundheit beim Abschluss
Höchstbeitrag für Kinderlose244,13 € im Monathöchstens 209,26 € im Monat
Zuschlag für Kinderloseja, 0,6 Prozent mehrgibt es nicht
Ehepartner ohne Einkommenbeitragsfrei mitversicherteigener Vertrag nötig
Kinderbeitragsfreibeitragsfrei (0 Euro)
Auszahlung im Pflegefallder Pflegedienst rechnet direkt abdu reichst die Belege ein und bekommst das Geld erstattet
GutachterMedizinischer DienstMEDICPROOF

Der wichtigste Punkt ist die Beitragslogik. In der gesetzlichen Kasse richtet sich dein Beitrag nach deinem Gehalt, in der privaten nach deinem Alter und deiner Gesundheit beim Abschluss.

Für viele lohnt sich das deutlich. Eine kinderlose privatversicherte Angestellte zahlt im Schnitt rund 122 Euro im Monat, in der gesetzlichen Kasse wären an der oberen Grenze 244,13 Euro fällig, also fast doppelt so viel. Einen Zuschlag für Kinderlose, wie ihn die gesetzliche Kasse erhebt, kennt die private Pflegeversicherung gar nicht.

Einen Haken gibt es aber: Eine beitragsfreie Familienversicherung wie in der gesetzlichen Kasse gibt es nicht, jeder Erwachsene braucht seinen eigenen Vertrag. Wie groß die Leistungsunterschiede zwischen beiden Systemen insgesamt sind, liest du im Leistungsvergleich von GKV und PKV.

Wie hoch ist der Beitrag zur privaten Pflegepflichtversicherung?

Anders als bei der Krankenversicherung kocht hier nicht jeder Versicherer sein eigenes Süppchen.

Der Verband der privaten Versicherer berechnet die Grundbeiträge zentral für die ganze Branche, die einzelnen Gesellschaften passen sie nur leicht an. Deshalb liegen die Beiträge nah beieinander. Im Schnitt zahlst du 2026 als Angestellte oder Selbstständige rund 122,64 Euro im Monat, als Beamter mit Beihilfe rund 56,50 Euro.

Nach oben ist der Beitrag gedeckelt, mehr als 209,26 Euro im Monat zahlst du nicht.

Drei Dinge bestimmen, wo genau du in dieser Spanne landest:

  • dein Eintrittsalter: je jünger du abschließt, desto günstiger bleibt der Beitrag dein Leben lang
  • dein Gesundheitszustand: bei einem erhöhten Pflegerisiko kann ein Zuschlag dazukommen
  • deine Alterungsrückstellungen: das Geld, das du in jungen Jahren zu viel zahlst, dämpft den Beitrag im Alter

Seit 2012 gelten außerdem für Frauen und Männer dieselben Beiträge.

Und nach fünf Jahren in der privaten Pflegeversicherung darf dein Beitrag nie höher liegen als der gesetzliche Höchstbeitrag. Wie die Alterungsrückstellungen genau wirken, erkläre ich im verlinkten Beitrag.

Warum steigt der Beitrag zur privaten Pflegeeversicherung in 2026?

2026 ist die private Pflegeversicherung spürbar teurer geworden, im Schnitt um 16 Prozent für Angestellte und Selbstständige und um 6 Prozent für Beihilfeberechtigte.

Der Grund liegt nicht bei den Versicherern, sondern beim Gesetzgeber:

  • Der Beitragssatz in der gesetzlichen Pflege stieg in mehreren Schritten von 3,4 auf bis zu 4,2 Prozent.
  • Die Pflegeleistungen wurden erhöht, 2024 um 5 Prozent in der ambulanten Pflege und 2025 noch einmal um 4,5 Prozent.

Weil die privaten Beiträge an dieselben Leistungen gekoppelt sind, ziehen sie nach.

Im Alter dämpfen dann deine Rückstellungen den Beitrag. Anders als bei der Krankenversicherung gibt es zur Pflege aber keinen Zuschuss der Rentenversicherung, im Ruhestand zahlst du den Beitrag also komplett selbst.

Mehr dazu im Beitrag zum Rentenzuschuss zur PKV und dazu, was die PKV im Alter kostet.

Welche Leistungen werden von der privaten Pflegeversicherung übernommen?

Die Leistungen sind gesetzlich festgelegt und für alle gleich, egal bei welchem Versicherer du bist. Wie viel Geld du bekommst, hängt allein von deinem Pflegegrad ab und davon, ob du zu Hause oder im Heim gepflegt wirst.

Schauen wir uns an, was die Pflegeversicherung je Pflegegrad im Monat zahlt:

PflegegradPflegegeld zu HausePflegedienst zu HausePflegeheim
Pflegegrad 1131 €131 €131 €
Pflegegrad 2347 €796 €1.090 €
Pflegegrad 3599 €1.497 €1.604 €
Pflegegrad 4800 €1.859 €2.140 €
Pflegegrad 5990 €2.299 €2.380 €

Im Pflegegrad 1 gibt es statt Pflegegeld einen Entlastungsbetrag von 131 Euro.

Wohnst du im Pflegeheim, kommt mit der Zeit ein Zuschlag dazu, der deinen Eigenanteil senkt. Je länger du dort lebst, desto mehr übernimmt die Pflegeversicherung zusätzlich:

Zeit im Pflegeheimzusätzlicher Zuschuss
bis 12 Monate15 %
ab 13 Monaten30 %
ab 25 Monaten50 %
ab 37 Monaten75 %

Welche Lücke bleibt für dich?

Die Pflegeversicherung ist nur eine Teilkasko, sie zahlt also nur einen Teil. Ein Heimplatz kostet 2026 im Schnitt rund 4.200 Euro im Monat. Selbst im Pflegegrad 4 bleibst du im ersten Jahr auf rund 3.155 Euro Eigenanteil sitzen, weil die Versicherung dort nur 2.140 Euro übernimmt.

Es klafft also eine Lücke von rund 2.060 Euro im Monat, und sie ist im Heim für jeden gleich, egal ob privat oder gesetzlich versichert. Diese Lücke schließt du am besten mit einer freiwilligen Pflegezusatzversicherung.

Wie hoch dein Pflichtbeitrag bei echten Anbietern ausfällt, schauen wir uns jetzt an.

Tarifbeispiele mit echten PPV-Beiträgen für 2026

Weil der Pflichtbeitrag für die ganze Branche einheitlich berechnet wird, liegen die Anbieter nah beieinander. Trotzdem hilft ein Blick auf echte Zahlen, damit du ein Gefühl für die Größenordnung bekommst.

Allianz-PPV-Beiträge nach Eintrittsalter

Die Allianz weist den Pflegebeitrag auf ihrer Website offen aus. Ich habe dir drei Altersstufen herausgeschrieben:

EintrittsalterPflegebeitrag im Monat
24 Jahre55,47 €
30 Jahre63,81 €
34 Jahre70,28 €

Besonders deutlich wird der Vorteil im direkten Vergleich. Nimm einen 30-jährigen Angestellten und stell die private Lösung der Allianz neben die gesetzliche Kasse:

Bausteinprivat (Allianz)gesetzlich
Krankenversicherung598,39 €1.017,18 €
Pflegeversicherung63,81 €244,13 €
weitere Beiträge (Krankentagegeld, gesetzlicher Zuschlag)119,04 €0 €
Gesamtbeitrag781,24 €1.261,31 €
dein Eigenanteil nach Arbeitgeberzuschuss390,62 €648,09 €

Beim Pflegebeitrag allein zahlt der Privatversicherte 63,81 Euro, in der gesetzlichen Kasse wären 244,13 Euro fällig. Übers Ganze gerechnet spart er bei seinem Eigenanteil rund 257 Euro im Monat, also gut 3.000 Euro im Jahr.

Hallesche und SDK-Tarife im Überblick

Bei der Halleschen läuft die Pflichtpflege über den Baustein PVN, bei der SDK über die Tarife PPN für Angestellte, PPS für Selbstständige und PPB für Beamte. Wegen der einheitlichen Berechnung liegen die Beiträge auf demselben Niveau wie bei der Allianz, im Schnitt rund 122,64 Euro im Monat für Angestellte und Selbstständige.

Zum 1. Januar 2026 stiegen sie überall um rund 16 Prozent. Zusätzlich zur Pflicht bietet die SDK eine freiwillige Pflegezusatzversicherung an, die genau die Lücke im Heim schließt. Schau dir drei Stufen für einen 25-Jährigen an:

TarifLeistung im Pflegegrad 5Beitrag ab
Basis700 € im Monat33,76 €
Comfort1.000 € im Monat48,20 €
Top1.500 € im Monat73,32 €

Schon für rund 34 Euro im Monat sicherst du dir im höchsten Pflegegrad 700 Euro zusätzlich, für rund 73 Euro sogar 1.500 Euro. Je jünger du einsteigst, desto günstiger bleibt dieser Schutz dein Leben lang.

Kann man Beiträge zur privaten Pflegeversicherung von der Steuer absetzen?

Ja, sogar vollständig. Deine Beiträge zur privaten Pflegepflichtversicherung gehören zur Basisabsicherung und du kannst sie komplett als Sonderausgaben absetzen, nach § 10 Abs. 1 Nr. 3a EStG und ohne Höchstgrenze.

Das gilt nicht nur für dich selbst:

  • für deine eigenen Pflegebeiträge
  • für die Beiträge deiner mitversicherten Kinder
  • für die Beiträge deines Ehepartners

Auch das Geld, das du im Pflegefall von der Versicherung bekommst, bleibt steuerfrei, sowohl das Pflegegeld als auch erstattete Kosten. Ich bin allerdings kein Steuerberater, die genaue Wirkung in deiner Steuererklärung klärst du am besten mit deinem Steuerberater.

Wie du deine Beiträge insgesamt absetzt, zeigt der Beitrag dazu, wie Selbstständige die PKV steuerlich absetzen.

Wie hoch ist der Arbeitgeberzuschuss zur privaten Pflegeversicherung?

Bist du angestellt, zahlt dein Arbeitgeber auch zur Pflegeversicherung etwas dazu, genauso wie zur Krankenversicherung. Er übernimmt die Hälfte deines Beitrags, höchstens aber 104,63 Euro im Monat. In Sachsen liegt der Höchstwert wegen einer Sonderregel bei 75,56 Euro.

Dieser Zuschuss ist für dich steuer- und abgabenfrei. Eine Ausnahme gibt es beim beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer. Er hat keinen gesetzlichen Anspruch, seine GmbH darf den Zuschuss aber freiwillig zahlen, dann zählt er als steuerpflichtiges Gehalt.

Unterm Strich ist die private Pflegeversicherung für die meisten Privatversicherten günstiger als die gesetzliche, im Pflegefall deckt sie aber nur einen Teil der Kosten. Ob sich für dich eine Zusatzversicherung lohnt und welcher Schutz zu deiner Situation passt, schaue ich mir gern gemeinsam mit dir an.

Mehr zu den Zuschüssen findest du im Beitrag zum Arbeitgeberzuschuss zur PKV.

FAQ

Dein Arbeitgeber übernimmt die Hälfte deines Pflegebeitrags, höchstens aber 104,63 Euro im Monat. In Sachsen liegt der Höchstwert bei 75,56 Euro. Für dich ist dieser Zuschuss steuer- und abgabenfrei. Nur der beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer hat keinen gesetzlichen Anspruch, bei ihm zählt ein freiwilliger Zuschuss als steuerpflichtiges Gehalt.

Ja, sogar vollständig. Die Beiträge zur privaten Pflegepflichtversicherung gehören zur Basisabsicherung und du setzt sie komplett als Sonderausgaben ab, ohne Höchstgrenze. Das gilt auch für die Beiträge deiner mitversicherten Kinder und deines Ehepartners. Das Geld, das du im Pflegefall ausgezahlt bekommst, bleibt steuerfrei.

Im Schnitt zahlst du 2026 als Angestellte oder Selbstständige rund 122,64 Euro im Monat, als Beamter mit Beihilfe rund 56,50 Euro. Nach oben ist der Beitrag gedeckelt, mehr als 209,26 Euro werden es nicht. Wie viel genau, hängt vor allem von deinem Eintrittsalter ab, je jünger, desto günstiger.

Sie zahlt je nach Pflegegrad ein monatliches Pflegegeld oder die Kosten für den Pflegedienst, zu Hause wie im Heim. Im Pflegegrad 5 sind das im Heim bis zu 2.380 Euro. Sie ist aber nur eine Teilkasko, im Heim bleiben im ersten Jahr rund 2.060 Euro Eigenanteil im Monat offen.

Bild zeigt Marcus Knispel sitzend im schwarzen Anzug / PKV-Berater aus Duisburg für Geschäftsführer & Top-Verdiener
Marcus Knispel
Geschäftsführer | Versicherungsmakler (§ 34d GewO)
Über den Autor

Marcus Knispel ist seit über 25 Jahren in der Versicherungsbranche tätig und seit 2012 als ungebundener, nach § 34d GewO zugelassener Versicherungsmakler mit klarer Spezialisierung auf die private Krankenversicherung für Top-Verdiener, Unternehmer und Geschäftsführer aktiv. Er berät ausschließlich im Mandanteninteresse und unterstützt zusätzlich rund 100 Maklerkolleginnen und -kollegen bei komplexen PKV-Fragestellungen und der vollständigen Beratung ihrer Kunden.

Seine fachliche Grundlage bilden unter anderem Abschlüsse als Versicherungsfachmann (BWV) sowie als zertifizierter Fondsberater (EAFP) an der Europäischen Akademie für Finanzplanung, ergänzt um zahlreiche Spezialisierungen zu Tarifwechselrecht nach VVG § 204, Gesundheitsprüfung, Risikozuschlägen und Beitragsentlastung im Alter. Marcus bildet sich laufend über renommierte Branchenanbieter wie die Deutsche Makler Akademie weiter und verbindet so aktuelle PKV-Produktkenntnis mit langjähriger Praxiserfahrung aus der Beratung von Angestellten, Selbstständigen, Geschäftsführern und C-Level-Entscheidern.

Als Handelsmakler ist Marcus heute bei von Buddenbrock Concepts in Essen angebunden und steht für eine verständliche, transparente und zahlenbasierte PKV-Beratung, bei der Hochleistungstarife und eine stabile Beitragsentwicklung im Alter im Mittelpunkt stehen. In seinen Fachartikeln und Auftritten als PKV-Experte legt er großen Wert auf Aufklärung, klare Sprache und eine saubere Herleitung seiner Empfehlungen, damit Leser und Mandanten fundierte Entscheidungen zur privaten Krankenversicherung treffen können.