GKV vs. PKV: Leistungen im Vergleich (+Beispiel)

Der Unterschied zwischen PKV und GKV ist real – aber er hängt entscheidend vom gewählten Tarif ab. Hochleistungstarife wie der SDK AM10/S1/Z9 übertreffen die GKV strukturell in nahezu allen Bereichen: Arztwahl, Krankenhaus, Zahn, Psychotherapie und Auslandsschutz. Günstige Einsteigertarife können dagegen schlechter abschneiden als die gesetzliche Kasse.
Bild zeigt Marcus Knispel sitzend im schwarzen Anzug / PKV-Berater aus Duisburg für Geschäftsführer & Top-Verdiener
zuletzt aktualisiert: 21. April 2026

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*als Arbeitnehmer nur über 77.400€ Bruttogehalt (p.a.)

Inhaltsverzeichnis:

Viele stellen sich diese Frage erst dann ernsthaft, wenn sie selbst krank werden.

Dann merken sie: Der Unterschied ist real, und er ist erheblich. Aber es kommt darauf an, welchen PKV-Tarif du hast. In einem Hochleistungstarif wie dem SDK AM10/S1/Z9 ist der Abstand zur GKV in fast allen Bereichen deutlich spürbar.

In einem günstigen Einsteigertarif, mit dem gern geworben wird, können die Leistungen dagegen sogar schlechter sein als in der gesetzlichen Kasse.

Wenn jemand mit dir über PKV redet und dabei hauptsächlich über den günstigen Einstiegsbeitrag spricht, aber nicht über die konkrete Tarifkombination, solltest du genau nachfragen.

Auf einen Blick:

  • Die GKV liefert bundeseinheitlich geregelten Basisschutz nach SGB V. Für die meisten ausreichend, aber weit entfernt von dem, was ein guter PKV-Tarif bietet.
  • Premium-PKV-Tarife übertreffen die GKV strukturell in fast allen Bereichen: Arztwahl, Klinik, Zahn, Psychotherapie, Auslandsschutz, Wartezeiten.
  • Günstige PKV-Einsteigertarife sind oft Lockangebote. Primärarztprinzip, enge Erstattungsgrenzen, minimale Zahnleistung. Wer da reingeht, kauft sich oft schlechtere Medizin als in der GKV.
  • Die geplante GKV-Reform 2026 sieht Einschnitte bei der Familienversicherung und höhere Zuzahlungen vor. Die PKV bleibt im Koalitionsvertrag ausdrücklich unangetastet.
  • Für einen selbstständigen Geschäftsführer mit 9.000 Euro Brutto monatlich kostet die freiwillige GKV bei der TK rund 1.249,69 Euro inklusive Pflege. Der PKV-Beitrag ist einkommensunabhängig.

PKV vs. GKV: Leistungsvergleich nach Bereichen

GKV und PKV funktionieren nach grundlegend verschiedenen Prinzipien.

In der GKV gilt das Solidarprinzip nach § 3 SGB V: Der Beitrag richtet sich nach dem Einkommen, der Leistungsumfang ist gesetzlich einheitlich geregelt, du bekommst Sachleistungen über die Gesundheitskarte.

In der PKV gilt das Äquivalenzprinzip: Der Beitrag richtet sich nach Alter, Gesundheitszustand und gewähltem Tarif, es werden Alterungsrückstellungen gebildet, und du zahlst Rechnungen erst selbst und reichst sie dann ein.

Was das im Alltag bedeutet, zeige ich dir hier für jeden Leistungsbereich.

Arztwahl

In der GKV hast du nach § 76 SGB V freie Wahl unter allen Vertragsärzten mit Kassenzulassung.

Privatärzte ohne Kassensitz sind praktisch nicht erreichbar. Ambulante Chefarztbehandlung gibt es kaum, Ausnahmen sind Hochschulambulanzen nach § 116b SGB V.

In der PKV gehst du zu dem Arzt, dem du vertraust. Privatarzt, Spezialist, Chefarzt in der Privatsprechstunde – alles ohne Einschränkung. In Premiumtarifen werden Honorare sogar über die GOÄ-Höchstsätze hinaus erstattet, wenn du eine Honorarvereinbarung abschließt.

LeistungGKVPKV Hochleistungstarif
Niedergelassene ÄrzteNur Kassenärzte mit ZulassungAlle Ärzte, inkl. Privatärzte
Chefärzte ambulantPraktisch nicht möglichFrei wählbar, Privatsprechstunde
FacharztterminOft Wochen WartezeitMeist innerhalb weniger Tage
HonorarabrechnungEBM (gedeckelt)GOÄ, in Premiumtarifen auch darüber
Einsteigertarife PKVPrimärarztprinzip, GKV-ähnlich oder schlechter

Einsteigertarife mit Primärarztprinzip schränken die Arztwahl massiv ein. Wer das nicht weiß und einem solchen Tarif abschließt, weil der Beitrag günstig klingt, bekommt im Krankheitsfall das Kassensystem zu einem höheren Preis, weil viele Leistungen selbst gezahlt werden müssen.

Krankenhaus

Im Krankenhaus landest du in der GKV im Mehrbettzimmer, meist Drei- bis Vierbettzimmer, mit dem diensthabenden Stationsarzt, der an diesem Tag Dienst hat. Einbettzimmer und Chefarztbehandlung sind Wahlleistungen, die du vollständig selbst trägst.

Dazu kommen 10 Euro Zuzahlung pro Kalendertag, maximal 280 Euro im Jahr.

Im SDK-Tarif S1 bekommst du das Einbettzimmer (wenn verfügbar), Chefarztbehandlung immer, freie Klinikwahl inklusive Privatkliniken, keine Zuzahlung, und Honorarerstattung auch über die GOÄ-Höchstsätze hinaus.

StationärGKVSDK S1
ZimmerMehrbettzimmer (3–4 Betten)Einbettzimmer (nach Verfügbarkeit)
ArztDiensthabender StationsarztChefarzt, wahlärztliche Leistungen, immer
KlinikwahlNur Kliniken mit VersorgungsvertragFrei, inkl. Privatkliniken
Zuzahlung10 €/Tag, max. 280 €/JahrKeine
HonorarabrechnungDRG-FallpauschalenGOÄ, auch über Höchstsätze
Stationäre PsychotherapieIm GKV-KatalogVollständig erstattet

Zahn

Implantate, Veneers, hochwertige Kronen: Das sind die Positionen, bei denen der Unterschied zwischen GKV und PKV im Ernstfall schnell in den fünfstelligen Bereich gehen kann.

Die GKV zahlt einen Festzuschuss auf die Regelversorgung: 60 Prozent ohne Bonus, 70 Prozent nach fünf Jahren lückenlosem Bonusheft, 75 Prozent nach zehn Jahren.

Implantate gehören nicht zur Regelversorgung, du bekommst nur den Zuschuss für die Brücke als Alternative. Professionelle Zahnreinigung erstattet die TK mit pauschal 40 Euro im Jahr.

Im SDK Z9-Tarif sieht das komplett anders aus.

ZahnGKV / TKSDK Z9
ZahnbehandlungRegelversorgung100 % inkl. alle Behandlungen
Professionelle ZahnreinigungTK: 40 €/JahrBis 500 €/Jahr, ohne Anrechnung auf BRE
Zahnersatz (Kronen, Brücken)Festzuschuss 60–75 % auf Regelversorgung90 %
Implantate inkl. KnochenaufbauNur Festzuschuss für Alternativversorgung90 %, ohne Anzahlbegrenzung
Inlays und OnlaysEigenanteil100 %
Kieferorthopädie ErwachsenePraktisch ausgeschlossen90 %
Summenbegrenzung ZE/KFONicht anwendbar2.700 € (1.–2. KJ) / 4.500 € (1.–3. KJ) / 6.750 € (1.–4. KJ)
GOZ-AbrechnungBis HöchstsätzeAuch über Höchstsätze

Psychotherapie

In der GKV wartest du auf einen regulären Therapieplatz oft drei bis sechs Monate. Das ist (ohne Witz) kein Einzelfall, sondern der Normalzustand im gesetzlichen System.

Die Sitzungszahlen sind außerdem gedeckelt: Kurzzeittherapie insgesamt 24 Einheiten, Langzeittherapie bei Verhaltenstherapie bis 60 Einheiten, verlängerbar auf 80.

In der PKV wählst du aus allen Therapeuten, auch denen ohne Kassensitz. Du bekommst kurzfristig einen Termin. Der SDK AM10-Tarif erstattet Psychotherapie ohne jede Sitzungsbegrenzung. Das ist marktweit Spitzenniveau.

PsychotherapieGKVPKV Hochleistungstarif (SDK AM10)
Wartezeit auf Therapieplatz3–6 Monate (regulär)Wenige Tage bis Wochen
TherapeutenwahlNur Therapeuten mit KassenzulassungAlle zugelassenen Therapeuten
SitzungskontingentBis 80 Einheiten VT (Langzeit mit Verlängerung)Ohne Begrenzung
Stationäre PsychotherapieIm GKV-Katalog, mit ZuzahlungVollständig erstattet, Chefarzt, Einbettzimmer

Medikamente und Hilfsmittel

In der GKV zahlst du bei verschreibungspflichtigen Medikamenten 10 Prozent des Preises, mindestens 5 Euro, maximal 10 Euro. Nicht verschreibungspflichtige Mittel trägt du vollständig selbst.

Der Hilfsmittelkatalog ist geschlossen: Nur was explizit drinsteht, wird erstattet.

Im SDK AM10-Tarif werden alle ärztlich verordneten Arznei- und Verbandmittel zu 100 Prozent erstattet, der Hilfsmittelkatalog ist offen, Dialysegeräte und Blindenhunde sind enthalten.

Arzneimittel und HilfsmittelGKVSDK AM10
Verschreibungspfl. Medikamente10 % Zuzahlung (min. 5 €, max. 10 €)100 % ohne Zuzahlung
Nicht verschreibungspfl. MittelNur Kinder bis 12Tarifabhängig erstattungsfähig
HilfsmittelkatalogGeschlossen (nur gelistete Mittel)Offen, inkl. Dialyse, Blindenhunde
Belastungsgrenze GKV2 % des Bruttoeinkommens (1 % chronisch Krank)Entfällt

Auslandsschutz

Die GKV schützt dich in der EU, im EWR, der Schweiz und einigen Vertragsstaaten wie der Türkei oder Israel. In den USA, Kanada, Australien oder Asien bist du auf dich allein gestellt. Krankenrücktransporte übernimmt die GKV gar nicht.

Die meisten PKV-Vollversicherungen bieten weltweiten Schutz für mehrere Monate pro Aufenthalt, verlängerbar. Premiumtarife garantieren weltweiten Schutz ohne zeitliche Begrenzung, Krankenrücktransport ist meist inklusive.

AuslandsschutzGKVPKV Hochleistungstarif
EU/EWRJa, über EHIC-KarteJa
Vertragsstaaten (Türkei, Tunesien, Israel …)JaJa
USA, Kanada, Asien, AustralienKein SchutzWeltweit, je nach Tarif zeitlich unbegrenzt
KrankenrücktransportKeine LeistungMeist enthalten
Zeitliche BegrenzungNicht relevant1 Monat bis unbegrenzt je nach Tarif

Sehhilfen

Brillen bekommen Erwachsene in der GKV nur bei starker Kurz- oder Weitsichtigkeit über sechs Dioptrien oder Hornhautverkrümmung über vier Dioptrien, mit Festbeträgen zwischen 16 und 160 Euro pro Glas.

Das Gestell zahlt der Versicherte immer selbst.

Der SDK AM10-Tarif erstattet Sehhilfen bis 1.000 Euro innerhalb von drei Kalenderjahren und Lasik bis 3.000 Euro je Auge nach 36 Monaten Vollversicherung.

SehhilfenGKVSDK AM10SDK AM12
Brille/Kontaktlinsen ErwachseneNur ab 6 Dioptrien, Festbetrag 16–160 €Bis 1.000 € / 3 Kj.Bis 250 € / 3 Kj.
LasikKeine LeistungBis 3.000 € je AugeBis 1.500 € je Auge
Wartezeit Lasik36 Monate Vollversicherung36 Monate Vollversicherung

Heilpraktiker

Heilpraktiker sind in der GKV keine Regelleistung.

Einige Kassen erstatten kleinere Beträge über Satzungsleistungen, die TK bietet nichts. In der PKV ist das je nach Tarif vollständig erstattungsfähig, im SDK AM10 bis zur Höhe vergleichbarer schulmedizinischer Leistungen.

Krankengeld

Das ist der Bereich, der für Selbstständige besonders relevant ist. In der GKV haben Selbstständige ohne Wahltarif keinen Anspruch auf Krankengeld. Mit Wahltarif ist es vereinbar, aber du bist drei Jahre daran gebunden und der Beitrag steigt.

In der PKV kannst du das Krankentagegeld frei gestalten: Höhe, Karenzzeit ab Tag 4, 15, 22, 43 oder später. Die Absicherung gilt unbegrenzt solange die Arbeitsunfähigkeit besteht und bis zur Berufsunfähigkeit.

Vorsicht vor PKV-Einsteigertarifen

Es gibt PKV-Tarife, mit denen aktiv geworben wird, weil der Beitrag niedrig klingt. Primärarztprinzip, enge Erstattungsgrenzen, Selbstbehalte von 1.000 Euro oder mehr, Zahnerstattung im ersten Versicherungsjahr bei 20 Prozent. In solchen Tarifen kann die Leistung deutlich schlechter ausfallen als in der GKV.

Wer in die PKV wechselt, erwartet in der Regel ein höheres Leistungsniveau. Wer das nur wegen eines günstigeren Beitrags macht, trifft die falsche Entscheidung aus dem falschen Grund und wird das spätestens dann merken, wenn er ernsthaft krank wird.

Welchen Einfluss hat die geplante Gesundheitsreform auf die Leistungsunterschiede?

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat im April 2026 ein Reformpaket vorgestellt, die sogenannte FinanzKommission Gesundheit mit 66 konkreten Empfehlungen.

Hintergrund der Reform: Die GKV hat ein strukturelles Finanzproblem. Das Defizit betrug 2024 rund 6,2 Milliarden Euro, die Leistungsausgaben sind von 2020 bis 2024 um 25 Prozent von 250 auf 312 Milliarden Euro gestiegen.

Der Zusatzbeitrag hat sich seit 2022 mehr als verdoppelt.

JahrØ ZusatzbeitragGesamt-GKV-Satz
20221,3 %15,9 %
20231,6 %16,2 %
20241,7 %16,3 %
20252,5 %17,1 %
20262,9 %17,5 %

Die TK liegt mit 2,69 Prozent noch unter dem Durchschnitt. Die DAK liegt bei 3,20 Prozent, die Barmer bei 3,29 Prozent.

Was die Reform konkret für GKV-Versicherte bedeuten würde, wenn sie so kommt:

  • Beitragsfreie Familienversicherung für Ehepartner nur noch bei Pflege von Angehörigen oder Kindern unter sieben Jahren
  • Höhere Zuzahlungen bei Arzneimitteln
  • Überprüfung versicherungsfremder Leistungen
  • Mögliche Streichung homöopathischer Satzungsleistungen

Für die PKV sieht der Koalitionsvertrag ausdrücklich keine grundlegenden Einschnitte vor. Der Dualismus GKV/PKV bleibt bestehen. Stand Ende April 2026 befindet sich das Reformpaket noch im parlamentarischen Verfahren.

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Marcus Knispel
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Konkreter Tarifvergleich: SDK AM10, S1, Z9 vs. Techniker Krankenkasse

Die SDK bietet ihre Vollversicherung ausschließlich im Baukastensystem GesundheitsFAIR an. Du kombinierst einen Ambulant-Baustein (AM), einen Stationär-Baustein (S) und einen Zahn-Baustein (Z).

Alle Bausteine sind für 2026 für Neukunden geöffnet.

Die Ambulantbausteine unterscheiden sich ausschließlich in der Selbstbeteiligung, nicht im Leistungsumfang. Das ist wichtig zu verstehen: AM10, AM11, AM12 und AM13 liefern bei AM10/AM11 dasselbe Hochleistungsniveau, du zahlst nur unterschiedlich viel selbst.

TarifSelbstbehalt ErwachseneSelbstbehalt Kinder
AM100 €0 €
AM1110 %, max. 240 €/Jahr10 %, max. 120 €/Jahr
AM1220 %, max. 480 €/Jahr20 %, max. 240 €/Jahr
AM1330 %, max. 960 €/Jahr30 %, max. 480 €/Jahr

Besonderheit: Den Selbstbehalt kannst du jederzeit zum Ersten des Folgemonats ohne erneute Gesundheitsprüfung ändern. Das gibt es am Markt bei kaum einem anderen Anbieter. Die Kombination AM12/S1/Z9 bewertet Stiftung Warentest mit Sehr Gut (0,9).

Ambulant: SDK AM10 vs. TK

Der ambulante Bereich ist der, der dich im Alltag am häufigsten betrifft:

  • Arzttermine,
  • Medikamente,
  • Sehhilfen,
  • Vorsorge.

Hier entscheidet sich, ob du wochenlang auf einen Facharzttermin wartest oder morgen einen bekommst.

Der AM10-Tarif ist die stärkste Ambulantstufe der SDK ohne jeden Selbstbehalt.

Er erstattet Honorare auch über die GOÄ-Höchstsätze hinaus, wenn du eine Honorarvereinbarung mit dem Arzt triffst, und deckt Heilpraktiker, Sehhilfen, Lasik und Psychotherapie ohne Sitzungsbegrenzung ab.

LeistungSDK AM10TK
ArzthonorarAuch über GOÄ-HöchstsätzeEBM, keine Privatabrechnung
ArztwahlUnbegrenzt, alle ÄrzteNur Vertragsärzte
Selbstbehalt0 €Zuzahlungen 5–10 € pro Medikament
HeilpraktikerJa, bis Höhe vergleichbarer SchulmedizinKeine Regelleistung
SehhilfenBis 1.000 € / 3 Kj.Nur ab 6 Dioptrien, Festbetrag
LasikBis 3.000 € je AugeKeine Leistung
HilfsmittelOffener Katalog, 100 %, inkl. DialyseGeschlossener Katalog
PsychotherapieOhne SitzungsbegrenzungKontingentiert, 3–6 Monate Wartezeit
Vorsorge und PräventionAmbulante Vorsorge + 500 € / 3 Jahre PräventionspauschaleGesetzlicher § 25 SGB V Katalog
ImpfungenSTIKO + Reise + Malariaprophylaxe + beruflich AuslandSTIKO-Regelimpfungen
KinderwunschBis 8 Inseminationen + 8 IVFIm GKV-Rahmen
Kurkostenpauschale2.000 € / 3 JahreAlle 4 Jahre, mit Zuzahlung

Stationär: SDK S1 vs. TK

Das Krankenhaus ist der Bereich, den die meisten erst dann als Unterschied wahrnehmen, wenn sie dort liegen. Dann ist der Wechsel nicht mehr möglich. In der GKV behandelt dich der Arzt, der an diesem Tag Dienst hat.

Du liegst mit drei oder vier Fremden im Zimmer. Eine Chefarztbehandlung musst du als Kassenpatient komplett selbst tragen.

Im SDK-Tarif S1 ist das anders: Einbettzimmer immer, Chefarzt immer, freie Klinikwahl inklusive Privatkliniken, keine Zuzahlung. Der S1 erstattet auch über die GOÄ-Höchstsätze, wenn eine Honorarvereinbarung nach § 2 GOÄ vorliegt.

LeistungSDK S1TK
ZimmerEinbettzimmer, immerMehrbettzimmer (3–4 Betten)
ArztChefarzt, wahlärztliche Leistungen, immerDiensthabender Stationsarzt
HonorarAuch über GOÄ-HöchstsätzeDRG-Fallpauschalen
KlinikwahlFrei, inkl. Privatkliniken, ohne BegrenzungNur Kliniken mit Versorgungsvertrag
ZuzahlungKeine10 €/Tag, max. 280 €/Jahr
Stationäre PsychotherapieVollständig erstattet, ChefarztIm GKV-Katalog, mit Zuzahlung
Rooming-in (Kinder)Bis 14–16 JahreBis 9 Jahre

Zahn: SDK Z9 vs. TK

Zahnersatz ist der Bereich, in dem sich GKV-Versicherte am häufigsten wundern, warum der Eigenanteil so hoch ist.

In der GKV gibt es einen Festzuschuss auf die sogenannte Regelversorgung, also den günstigsten medizinisch vertretbaren Weg. Wer eine Brücke als Implantat-Alternative bekommt, zahlt den Aufpreis selbst.

Wer gar ein Implantat möchte, erhält nur den Festzuschuss für die Brücke. Das kann schnell tausende Euro Eigenanteil bedeuten. Im SDK Z9-Tarif sieht das grundlegend anders aus.

Wichtiger Hinweis: Für Zahnersatz und Kieferorthopädie gilt in den ersten Versicherungsjahren eine Summenbegrenzung, die schrittweise ansteigt.

LeistungSDK Z9TK
Zahnbehandlung100 % inkl. aller BehandlungenRegelversorgung
PZRBis 500 €/Jahr, ohne Anrechnung auf BREPauschal 40 €/Jahr
Zahnersatz90 % (Kronen, Brücken, Veneers)Festzuschuss 60–75 % auf Regelversorgung
Implantate inkl. Knochenaufbau90 %, keine AnzahlbegrenzungNur Festzuschuss für Alternativversorgung
Inlays/Onlays100 %Eigenanteil
KFO Erwachsene90 %Praktisch ausgeschlossen
Funktionsanalyse/-therapie100 % (KFO 90 %)Meist Selbstzahler
GOZ-AbrechnungAuch über HöchstsätzeBis Höchstsätze
Summenbegrenzung ZE/KFO2.700 € (1.–2. KJ) / 4.500 € (1.–3. KJ) / 6.750 € (1.–4. KJ)Nicht anwendbar

PKV vs. GKV: Selbstständiger Geschäftsführer mit 9.000 Euro Brutto

Ein selbstständiger Geschäftsführer mit 9.000 Euro Brutto im Monat überschreitet die Versicherungspflichtgrenze von 77.400 Euro im Jahr und kann frei wählen.

Den gesamten Beitrag trägt er selbst, es gibt keinen Arbeitgeberzuschuss.

GKV: Freiwillig bei der TK

Freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige zahlen den vollen Beitragssatz ohne Arbeitgeberanteil.

Mit 9.000 Euro Brutto überschreitet der GF die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) von 5.812,50 Euro monatlich, deshalb wird der Höchstbeitrag fällig.

Das gilt einkommensunabhängig: Egal ob das Einkommen weiter steigt, der Beitrag bleibt gedeckelt. Die TK liegt 2026 mit einem Zusatzbeitrag von 2,69 Prozent noch unter dem gesetzlichen Durchschnitt von 2,90 Prozent.

PositionSatzBetrag/Monat
KV allgemeiner Satz14,60 %
TK Zusatzbeitrag 20262,69 %
Gesamtsatz KV17,30 %
Krankenversicherung auf BBG 5.812,50 €17,30 %1.005,56 €
Pflegeversicherung kinderlos (4,20 %) auf BBG4,20 %244,13 €
Gesamtbeitrag TK + Pflege kinderlos1.249,69 €/Monat
Jahresbeitrag14.996,28 €

Ohne Wahltarif Krankengeld hat der Selbstständige in der GKV keinen Anspruch auf Krankengeld bei längerer Krankheit. Der Wahltarif erhöht den Beitrag und bindet für drei Jahre.

Außerdem: Steigen im Alter Mieteinnahmen oder Kapitalerträge, zahlt der freiwillig Versicherte GKV-Beiträge auch darauf, bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

SDK AM10, S1, Z9: Wie hoch ist sein PKV-Beitrag?

Der PKV-Beitrag ist vollständig einkommensunabhängig. Es macht keinen Unterschied, ob du 9.000 Euro oder 15.000 Euro im Monat verdienst.

Entscheidend sind ausschließlich Eintrittsalter, Geschlecht, Gesundheitszustand bei Antragstellung und die gewählte Tarifkombination. Da die SDK Beiträge individuell kalkuliert und nicht öffentlich tabelliert, lässt sich für einen unbekannten Gesundheitszustand kein Festpreis nennen.

Als Orientierungswert: In der offiziellen SDK-Broschüre für Selbstständige ist Hendrik dokumentiert, 40 Jahre, Unternehmensberater, seit zehn Jahren selbstständig. Er versichert sich in der Kombination AM12/S1/Z9 mit Beitragsentlastungstarif BE/150 und Krankentagegeld 150 Euro ab der 14. Woche.

Sein Gesamtbeitrag inklusive Pflegepflichtversicherung (PPN) und gesetzlichem 10-Prozent-Beitragszuschlag nach § 149 VAG beträgt 853,64 Euro monatlich. AM10 liegt aufgrund des fehlenden Selbstbehalts über AM12. Für AM10/S1/Z9 in gleicher Konstellation ist ein Beitrag von rund 900 bis 950 Euro realistisch, je nach Gesundheitszustand und exaktem Eintrittsalter.

Der gesetzliche 10-Prozent-Beitragszuschlag fällt automatisch ab dem 60. Geburtstag weg, weil er ausschließlich zur Bildung zusätzlicher Alterungsrückstellungen dient. Das senkt den Beitrag zu Beginn der Rentenphase spürbar.

Mit einem Beitragsentlastungstarif lässt sich diese Entlastung zusätzlich erhöhen.

PKV vs. GKV: Vergleich für den selbstständigen Geschäftsführer

Für einen kinderlosen selbstständigen GF mit 9.000 Euro Brutto monatlich zeigt der direkte Vergleich mehr als nur den Beitrag. Entscheidend sind auch die Abhängigkeit von Einkommensveränderungen, die Leistungen im Krankheitsfall, das Verhalten im Alter und die steuerliche Wirkung.

All das fasst die folgende Übersicht zusammen.

PositionTK freiwilligSDK AM10/S1/Z9
BeitragsberechnungEinkommensabhängig bis BBG 5.812,50 €Einkommensunabhängig
Monatsbeitrag KV + Pflege (kinderlos)1.249,69 €Individuell nach Alter + Gesundheit
Auswirkung steigendes EinkommenBeitrag bis BBG gedeckeltKeine Auswirkung
Mieteinnahmen und KapitalerträgeIm Alter beitragspflichtig (GKV freiwillig)Keine Auswirkung
LeistungsniveauGKV-Standard nach SGB VChefarzt, Einbettzimmer, 90 % Zahn, freie Arztwahl
KrankengeldNur über Wahltarif, 3 Jahre BindungFrei gestaltbar, Höhe und Karenzzeit wählbar
Steuerliche AbsetzbarkeitVollständig (Basisschutz)Ca. 80 % des Beitrags absetzbar
Familienmitversicherung KinderBeitragsfrei in der FamilienversicherungEigener Beitrag je Kind, ca. 150–250 €/Monat
Beitragsanpassung 2026TK +0,25 Pp auf 2,69 %SDK Bestand Ø +9,8 %
Historische LangfriststeigerungGKV Ø +3,8 %/Jahr (2005–2025)PKV Ø +3,1 %/Jahr (2005–2025)

Für einen kinderlosen selbstständigen GF wie im Beispiel spricht fast alles für die PKV. Der GKV-Beitrag liegt bei 1.249,69 Euro im Monat, obwohl das Einkommen von 9.000 Euro gar keinen Einfluss mehr hat, weil die BBG gedeckelt ist.

Heißt: Du zahlst den Höchstbeitrag, bekommst aber GKV-Standard. Einbettzimmer, Chefarzt, vollständiger Zahnersatz, freie Arztwahl – das alles zahlst du in der GKV komplett selbst.

In der PKV dagegen liegt der Beitrag für einen 40-Jährigen im Hochleistungstarif deutlich darunter, bei deutlich besserer Medizin. Und entscheidend für den GF mit mehreren Einkommensquellen: Steigen im Alter Mieteinnahmen oder Kapitalerträge, greift die GKV als freiwillig Versicherter auf alle davon zu, bis zur BBG.

In der PKV passiert das nicht. Wer also auf dem Weg ist, neben dem Unternehmerlohn auch Vermietungseinkünfte oder Kapitalerträge aufzubauen, zahlt in der GKV im Alter systematisch mehr.

Wann die PKV für einen GF besonders klar die bessere Wahl ist:

  • Kinderlos oder maximal ein Kind, weil die Kinderbeiträge in der PKV dann noch überschaubar sind
  • Hohes Einkommen deutlich über der BBG, weil der GKV-Höchstbeitrag dann fix ist, während der PKV-Beitrag nicht steigt
  • Immobilienbesitz oder Kapitalvermögen geplant oder vorhanden, weil das in der GKV im Alter beitragspflichtig wird
  • Hoher Wert auf medizinische Versorgungsqualität, weil Chefarzt, Einbettzimmer und freie Arztwahl in der GKV nicht vorgesehen sind
  • Früher Einstieg, weil der Beitrag mit jungem Eintrittsalter günstig kalkuliert wird und sich die Alterungsrückstellungen lang aufbauen können
  • Der Ehepartner ist verbeamtet (Kinder können dann ebenfalls über die Beihilfe abgesichert werden)
  • Der Ehepartner verfügt selbst über ein Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze

Wann die Rechnung für einen GF zugunsten der GKV kippt: bei mehr als zwei Kindern, weil jedes Kind in der PKV einen eigenen Beitrag von 220 bis 380 Euro im Monat kostet.

Bei drei Kindern kann der Familienbeitrag in der PKV schnell 500 Euro über dem GKV-Höchstbeitrag liegen. Bei nicht erwerbstätiger Partnerin, die in der GKV beitragsfrei mitversichert wäre, sieht die Gesamtrechnung ebenfalls anders aus.

FAQ: PKV vs. GKV im Leistungsvergleich

Hier sind die Fragen, die mir am häufigsten begegnen.

Ist die PKV grundsätzlich besser als die GKV?

In Hochleistungstarifen ja, strukturell in fast allen relevanten Bereichen. In Einsteigertarifen mit Primärarztprinzip manchmal sogar schlechter als die GKV. Die Frage ist also nicht PKV oder GKV, sondern welcher PKV-Tarif.

Lohnt sich ein Wechsel in die PKV nur wegen des Beitrags?

Nein. Wer die PKV hauptsächlich wählt, weil ein Einsteigertarif billiger klingt als die GKV, trifft die falsche Entscheidung aus dem falschen Grund. Die PKV lohnt sich für das Leistungsniveau, nicht für den günstigsten Preis.

Was passiert, wenn die GKV-Reform 2026 die Leistungen kürzt?

Dann wächst der Abstand zwischen GKV und PKV-Hochleistungstarifen weiter.

Die Einschränkung der Familienversicherung für Ehepartner, höhere Zuzahlungen und mögliche Leistungskürzungen treffen GKV-Versicherte direkt. Für die PKV sind keine vergleichbaren Einschnitte geplant.

Kann ich als Selbstständiger zurück in die GKV?

Ab dem 55. Lebensjahr praktisch nicht mehr. Nach § 6 SGB V ist die Rückkehr in die GKV nahezu ausgeschlossen, wenn du die zweite Hälfte deines Erwerbslebens zu weniger als 90 Prozent in der GKV warst.

Wer die PKV wählt, wählt langfristig.

Bekomme ich in der PKV wirklich schneller Facharzttermine?

Ja, das ist kein Werbemythos. Als Privatpatient rechnest du auf GOÄ-Basis ab, was für den Arzt deutlich attraktiver ist als die EBM-Pauschale aus der GKV. In der Praxis bedeutet das: Termine innerhalb weniger Tage statt Wochen.

In Städten mit angespannter Facharztversorgung kann das den Unterschied zwischen sofortiger Diagnose und monatelangem Warten machen.

Sind alle PKV-Tarife so gut wie der SDK AM10/S1/Z9?

Nein, ganz klar nicht. Der Markt reicht von Hochleistungstarifen mit offenen Hilfsmittelkatalogen, Psychotherapie ohne Sitzungslimit und Erstattung über GOÄ-Höchstsätze bis zu Einsteigertarifen, die den Arztbesuch über ein Primärarztprinzip reglementieren, Zahnleistungen im ersten Jahr auf 20 Prozent deckeln und Heilpraktiker komplett ausschließen.

Wer pauschal sagt, PKV sei besser als GKV, hat noch keine Einsteigertarife gesehen.

Was kostet die PKV im Alter?

Das hängt davon ab, was du heute richtig machst. PKV-Beiträge steigen über die Zeit, aber drei Mechanismen wirken entlastend: Ab dem 60. Geburtstag fällt der gesetzliche 10-Prozent-Zuschlag nach § 149 VAG automatisch weg. Mit Rentenbeginn entfällt das Krankentagegeld, weil kein Erwerbseinkommen mehr ausfallen kann.

Und wer eine gesetzliche DRV-Rente bezieht, bekommt nach § 106 SGB VI einen Zuschuss von 8,75 Prozent der Bruttorente. Wer zusätzlich früh einen Beitragsentlastungstarif abgeschlossen hat, kann seinen Eigenanteil im Alter nochmals deutlich senken.

Kann ich als GKV-Versicherter trotzdem einen Privatarzt in Anspruch nehmen?

Ja, aber du zahlst alles selbst. Im echten Notfall gilt nach § 76 Abs. 1 S. 2 SGB V eine Ausnahme: Die Kasse muss auch bei einem Privatarzt zahlen, wenn kein Kassenarzt erreichbar war. Im Alltag ist das aber keine Lösung. Wer regelmäßig zum Privatarzt möchte, zahlt das privat, ohne Erstattung durch die GKV.

Welche Leistungen sind in der GKV besser als in der PKV?

Das gibt es tatsächlich. Bei Psychotherapie und Reha ist die GKV in manchen Tarifen besser aufgestellt als günstige PKV-Tarife. Die beitragsfreie Familienversicherung ist ein echter Vorteil, besonders bei mehreren Kindern.

Und die GKV kennt keine individuelle Risikoprüfung: Wer eine Vorerkrankung hat, zahlt dennoch denselben Beitrag. In der PKV können Vorerkrankungen zu Risikozuschlägen, Leistungsausschlüssen oder einer Ablehnung führen. Deshalb gilt: Je früher und je gesünder der Einstieg in die PKV, desto besser.

Bild zeigt Marcus Knispel sitzend im schwarzen Anzug / PKV-Berater aus Duisburg für Geschäftsführer & Top-Verdiener
Marcus Knispel
Geschäftsführer | Versicherungsmakler (§ 34d GewO)
Über den Autor

Marcus Knispel ist seit über 25 Jahren in der Versicherungsbranche tätig und seit 2012 als ungebundener, nach § 34d GewO zugelassener Versicherungsmakler mit klarer Spezialisierung auf die private Krankenversicherung für Top-Verdiener, Unternehmer und Geschäftsführer aktiv. Er berät ausschließlich im Mandanteninteresse und unterstützt zusätzlich rund 100 Maklerkolleginnen und -kollegen bei komplexen PKV-Fragestellungen und der vollständigen Beratung ihrer Kunden.

Seine fachliche Grundlage bilden unter anderem Abschlüsse als Versicherungsfachmann (BWV) sowie als zertifizierter Fondsberater (EAFP) an der Europäischen Akademie für Finanzplanung, ergänzt um zahlreiche Spezialisierungen zu Tarifwechselrecht nach VVG § 204, Gesundheitsprüfung, Risikozuschlägen und Beitragsentlastung im Alter. Marcus bildet sich laufend über renommierte Branchenanbieter wie die Deutsche Makler Akademie weiter und verbindet so aktuelle PKV-Produktkenntnis mit langjähriger Praxiserfahrung aus der Beratung von Angestellten, Selbstständigen, Geschäftsführern und C-Level-Entscheidern.

Als Handelsmakler ist Marcus heute bei von Buddenbrock Concepts in Essen angebunden und steht für eine verständliche, transparente und zahlenbasierte PKV-Beratung, bei der Hochleistungstarife und eine stabile Beitragsentwicklung im Alter im Mittelpunkt stehen. In seinen Fachartikeln und Auftritten als PKV-Experte legt er großen Wert auf Aufklärung, klare Sprache und eine saubere Herleitung seiner Empfehlungen, damit Leser und Mandanten fundierte Entscheidungen zur privaten Krankenversicherung treffen können.