PKV trotz Asthma: Risikozuschlag, Voraussetzungen & Chancen

Asthma bedeutet keinen automatischen Ausschluss aus der privaten Krankenversicherung, aber der Weg dorthin ist anspruchsvoller.
Bild zeigt Marcus Knispel sitzend im schwarzen Anzug / PKV-Berater aus Duisburg für Geschäftsführer & Top-Verdiener
zuletzt aktualisiert: 2. Juni 2026

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Inhaltsverzeichnis:

Asthma ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen, ein echter Stolperstein auf dem Weg in die private Krankenversicherung. Viele denken: Asthma heißt automatisch Ablehnung.

Stimmt so nicht. Ob du in die PKV kommst, hängt vom Schweregrad deiner Beschwerden ab, vom Therapieerfolg, deinen Befunden und vom Versicherer selbst.

In diesem Beitrag erfährst du, worauf du achten musst, wie hoch die Zuschläge in der Praxis wirklich sind und mit welchen Strategien dein Antrag trotzdem Erfolg haben kann.

Kann ich trotz Asthma in die PKV?

Wenn du an Asthma leidest, bedeutet das nicht automatisch ein Nein zur privaten Krankenversicherung. Es bedeutet aber, dass dein Antrag genauer geprüft wird. Denn für die PKV ist Asthma eine chronische Vorerkrankung, und die führt oft zu einem sogenannten Risikozuschlag.

Der fällt mal höher, mal niedriger aus. Entscheidend ist, wie gut deine Erkrankung kontrolliert ist, welche Medikamente du brauchst und wie lange du schon beschwerdefrei bist.

Entscheidend sind dabei insbesondere:

  • Schweregrad Deines Asthmas: Leichtes, gut kontrolliertes Asthma wird meist eher akzeptiert als schweres, unkontrolliertes Asthma mit häufigen Anfällen. Versicherer wollen einschätzen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit teurer Behandlungen ist.
  • Behandlungsbedarf und Medikation: Brauchst du regelmäßig Medikamente oder nur gelegentlich ein Spray? Je häufiger du auf z.B. ein Asthmaspray angewiesen bist oder je höher dosiert deine Dauermedikamente sind, desto kritischer sehen manche Versicherer das Risiko. Sporadisches, allergisches Asthma wird oft milder eingestuft als chronisches Asthma mit Dauermedikation.
  • Stabilität und Verlauf: Warst du in den letzten Jahren anfallsfrei oder zumindest ohne Klinikaufenthalte? Falls Deine letzte Behandlung schon über ein Jahr zurückliegt und dein Asthma als stabil gilt, verbessert das deine Chancen auf Aufnahme erheblich. Ist die Erkrankung hingegen sehr aktiv oder erst kürzlich schlimmer geworden, reagieren viele Versicherer vorsichtig bis ablehnend.
  • Begleiterkrankungen: Asthma kommt nicht selten mit Allergien oder anderen Leiden (z.B. Neurodermitis) im Paket. Kombinationen mehrerer Vorerkrankungen erhöhen das Gesamtrisiko und führen eher zu Ablehnungen. Ein reines Asthma ohne weitere chronische Krankheiten wird hingegen häufiger akzeptiert.

Ja, du kannst trotz Asthma in die PKV.

Einen Kontrahierungszwang wie in der gesetzlichen Kasse gibt es im Normalfall nicht. Der Weg ist grundsätzlich etwas steiniger. Je milder dein Verlauf, desto besser stehen deine Chancen und desto niedriger fällt der Risikozuschlag aus. Bei schweren Fällen, täglicher Medikation oder Hospitalisierung kann es zu Ablehnungen oder sehr hohen Zuschlägen kommen.

Die Unterschiede zwischen den Versicherern sind groß.

Wer sich gut vorbereitet, geschickt vergleicht und im besten Fall von einem Makler begleiten lässt, kann auch mit Asthma den Wechsel schaffen, und langfristig von besseren Leistungen als in der GKV profitieren.

Wann droht dir eine Ablehnung wegen Asthma?

Ein vollständiges „Nein“ der PKV kommt vor allem in Extremfällen: Zum Beispiel wenn dein Asthma sehr schwer ist, häufige Krankenhausaufenthalte nötig waren oder dauerhaft hochdosierte Medikamente (etwa Kortison-Tabletten) erforderlich sind.

Hier schätzen manche Versicherer das Kostenrisiko so hoch ein, dass sie keinen tragbaren Zuschlag kalkulieren können. Auch mehrere Notfalleinlieferungen wegen Asthma in der jüngeren Vergangenheit sind Warnsignale für Versicherer. In solchen Fällen fragen einige Unternehmen erst ausführliche Berichte deines Lungenfacharztes an, um das Risiko besser abschätzen zu können. Wenn auch damit keine Klarheit entsteht, kann es zur Ablehnung kommen.

Lass dich davon aber nicht entmutigen: Jeder Versicherer bewertet etwas anders. Was Gesellschaft A ablehnt, könnte Gesellschaft B mit Auflagen akzeptieren.

Genau deswegen lohnt sich der Blick auf verschiedene Anbieter (dazu gleich mehr). Wichtig für dich ist, ehrlich zu sein und dein Asthma so darzustellen, wie es ist, weder dramatisieren noch beschönigen. Eine stabile, gut eingestellte Erkrankung hat deutlich bessere Chancen auf Versicherungsschutz als eine unklare Lage.

Wie hoch ist der Risikozuschlag für Asthma in der PKV?

Die meisten Asthmatiker in der PKV müssen einen Risikozuschlag zahlen, einen prozentualen Aufschlag auf den normalen Tarifbeitrag. Wie hoch fällt dieser Zuschlag aus? Das hängt vom Schweregrad der Erkrankung und vom Versicherer ab. Generell lässt sich sagen:

  • Mildes Asthma: Bei seltenen Beschwerden (z.B. nur saisonal bei Pollenflug) liegen Zuschläge oft am unteren Ende, etwa 10 % des Beitrags. Mit etwas Glück und hervorragenden Werten kann es in Einzelfällen sogar keinen Zuschlag geben, das ist aber eher die Ausnahme. Häufiger sind 10 bis 15 %.
  • Moderates Asthma: Wenn du regelmäßig ein Spray oder geringe Dauermedikamente brauchst, kalkulieren viele PKVs 20 bis 30 % Aufschlag. In einer anonymen Voranfrage erhielten wir z.B. Angebote mit 15 % (Barmenia) und 35 % (Concordia, ambulant) Zuschlag für einen Kunden mit mittelschwerem Asthma. Werte um die 20 bis 30 % sind hier typisch.
  • Schweres Asthma: Bei täglichem Kortisonspray, häufigen Anfällen oder Lungenschäden klettern die Zuschläge teils deutlich höher. Einige Versicherer fordern dann 40 bis 50 % Extra-Beitrag oder einen festen Euro-Betrag. Beispielsweise verlangte AXA in einem Fall rund 46 % Aufschlag, Gothaer berechnete ca. 215 € monatlich zusätzlich. Solch hohe Zuschläge signalisieren schon, dass die Grenze des Tragbaren erreicht ist. Manche Anbieter würden in solchen Fällen eher ablehnen als über 50 % aufzuschlagen.

Risikozuschläge werden immer nur einmalig beim Abschluss festgelegt. Du zahlst also von Beginn an etwas mehr. Aber der Versicherer darf später nicht plötzlich neue Zuschläge einführen, nur weil sich dein Gesundheitszustand vielleicht verschlechtert. Das verbietet das Versicherungsvertragsgesetz klar.

Dein Vertrag ist also in dem Sinne stabil: Hast du einmal einen Asthma-Zuschlag von z.B. 20 %, bleibt es dabei, außer du wirst gesünder (dazu später mehr).

Übersicht: Risikozuschläge ausgewählter PKV-Anbieter bei Asthma

Nicht jeder Versicherer beurteilt Asthma gleich.

Einige sind bekannt dafür, auch Asthmatiker aufzunehmen, während andere sehr strenge Richtlinien haben. Gerade für Selbständige und Vielverdiener ist es wichtig, einen Anbieter zu finden, der sowohl leistungsstark ist als auch mit Deiner Vorerkrankung umgehen kann. Wer sind also die asthma-freundlicheren Gesellschaften?

Schauen wir uns ein paar an.

VersichererAsthma bronchialeAllergisches AsthmaBesonderheiten
Barmenia20 bis 25 %15 bis 20 %Keine Ablehnung bei 5+ Jahren Beschwerdefreiheit
DKV25 bis 30 %19 bis 25 %Zuschlag nur für ambulante Leistungen
Allianz30 bis 35 %25 bis 30 %Strenge Prüfung bei Langzeitkortison
Debeka25 %20 %Zuschlagdeckel bei Beamten: max. 30 %
R+V63 bis 66 € monatlich50 bis 55 € monatlichPauschaler Zuschlag unabhängig vom gewählten Tarif
Signal Iduna15 bis 20 %10 bis 15 %Kulanz bei sporadischem Medikamentengebrauch
Hallesche30 %25 %Ablehnung bei gleichzeitiger Adipositas
Concordia35 % (ambulant)30 %Stationäre Leistungen meist ohne Zuschlag
AXA40 %30 %Strikte Ablehnung bei häufiger Notfallspray-Nutzung
LVM20 bis 25 %15 bis 20 %Kein Zuschlag bei rein saisonalem Asthma
LKH / SDK20 bis 30 %15 bis 20 %Bagatellklauseln relativ kundenfreundlich

Wie du siehst, ist das Bild bunt gemischt.

Manche Versicherer sind für Asthmatiker echte Hoffnungsträger (Barmenia, Debeka, Signal Iduna etc.), andere nur mit Auflagen (AXA, Gothaer u.a.). Es kommt immer auf den Einzelfall an. Deshalb ist es so wichtig, verschiedene Angebote einzuholen und nicht gleich beim erstbesten „Nein“ aufzugeben.

Im nächsten Abschnitt erfährst du, wie du deinen Asthmafall so vorbereitest und präsentierst, dass der Zuschlag möglichst niedrig und die Annahmechancen maximal sind.

Was beeinflusst den Risikozuschlag bei Asthma?

Die Versicherer schauen sich Deine Angaben ganz genau an.

Wichtig sind etwa: Wann wurde Asthma diagnostiziert? Wie oft und wie schwer sind die Symptome? Welche Medikamente nimmst Du, in welcher Dosierung? Gab es Krankenhausaufenthalte oder Notfalleinsätze? Je positiver diese Punkte ausfallen, z.B. Symptome selten und nur ein leichtes Spray nötig, desto geringer kann der Zuschlag ausfallen.

Umgekehrt führen häufige Beschwerden und intensive Therapien zu höheren Aufschlägen oder Ablehnung.

Für Beamte gibt es eine Besonderheit: Dank der Öffnungsaktion ist der Zuschlag bei ihnen auf 30 % gedeckelt. Mehr darf keine PKV verlangen, selbst wenn das Risiko höher wäre. Dieses Privileg hast Du als Selbständiger zwar nicht, aber es zeigt: Rund 30 % Zuschlag gelten schon als obere Grenze des Normalen.

Genau in dieser Größenordnung bewegen sich auch viele Angebote für Asthmatiker. Ein Zuschlag von z.B. 15 % kann also als fair und normal gelten, einer von 50 % ist dagegen schon sehr hoch.

Kann der Risikozuschlag bei Asthma wieder rückgängig gemacht werden?

Wenn du wegen Asthma einen Risikozuschlag in der PKV hast, dann gilt: Der darf nur zu Beginn des Vertrags erhoben werden. Bedeutet, die Versicherung darf später keine Extrakosten mehr verlangen, selbst wenn sich dein Gesundheitszustand verschlechtert. Wichtig dabei ist nur, dass du beim Antrag alles korrekt angegeben hast. Wenn du damals was verschwiegen hast, kann das ganz andere Folgen haben.

Und jetzt die gute Nachricht: Wenn dein Asthma irgendwann verschwindet oder du langfristig beschwerdefrei bist, kannst du beantragen, dass der Zuschlag wieder rausfliegt. Die meisten Versicherer erwarten dafür zwei bis drei Jahre komplette Beschwerdefreiheit. Dann braucht es ein aktuelles ärztliches Attest, das deine Gesundung bestätigt, also keine Anfälle, keine Medikation, normale Lungenfunktion.

Die Versicherung prüft das dann und entscheidet: Entweder sie senkt den Zuschlag oder sie streicht ihn ganz. Ob das möglich ist und wie das konkret bei deinem Tarif geregelt ist, solltest du am besten schon vor dem Abschluss klären. Denn nicht jede Gesellschaft geht damit gleich um.

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Marcus Knispel
PKV-Berater für Top-Verdiener

Welche Leistungen erhalte ich in der PKV bei Asthma?

private Krankenversicherung übernimmt bei Asthma in vielen Fällen deutlich mehr als die gesetzliche.

Vor allem dann, wenn es um moderne Diagnostik oder neue Therapien geht. Entscheidend ist natürlich immer dein individueller Tarif, aber die Richtung ist klar: Die PKV zahlt, was medizinisch notwendig und verordnet ist. Und oft auch darüber hinaus.

Medikamentenversorgung

Wenn du regelmäßig Asthma-Medikamente brauchst, bist du mit einer PKV gut aufgestellt. Erstattet werden in der Regel:

  • Reliever wie Salbutamol, also Sprays, die du bei akuter Atemnot brauchst.
  • Controller wie Kortison-Inhalatoren oder ICS/LABA-Kombipräparate, auch bei täglicher Anwendung.
  • Biologika wie Omalizumab oder Dupilumab, wenn du schweres Asthma hast und mit der Standardtherapie nicht klarkommst.

Wichtig: Die PKV zahlt auch dann, wenn diese Medikamente teuer sind. Voraussetzung ist, dass sie ärztlich verordnet und schulmedizinisch anerkannt sind.

Diagnostik

Hier zahlt sich privat versichert sein besonders aus. Die PKV übernimmt viele Untersuchungen, die in der GKV oft nur eingeschränkt oder gar nicht abgedeckt sind.

Zum Beispiel:

  • FeNO-Messung: Dieser Atemtest misst den Entzündungsgrad in deinen Atemwegen. Super zur Therapieüberwachung, aber in der GKV oft keine Kassenleistung.
  • Inhalative Provokationstests: Damit prüft der Arzt, wie stark deine Bronchien auf bestimmte Reize reagieren, etwa auf Metacholin oder Allergene.
  • Ganzkörperplethysmographie: Damit lässt sich genau feststellen, wie stark deine Atemwege verengt sind.

All diese Verfahren helfen, die Therapie besser auf dich abzustimmen, und die PKV übernimmt das in der Regel.

Therapieangebote und Spezialbehandlungen

Auch wenn es um weiterführende Maßnahmen geht, bist du in der PKV oft im Vorteil:

  • Hyposensibilisierung (Allergie-Immuntherapie): Wird bei allergischem Asthma eingesetzt. Die PKV zahlt sie meist, allerdings nur vollständig, wenn du schon vor Vertragsbeginn damit angefangen hast.
  • Reha-Maßnahmen: Ambulant oder stationär, bei schwerem Asthma kannst du Reha-Leistungen in Anspruch nehmen. Die Abrechnung läuft nach GOÄ-Ziffern, z. B. A36.
  • Telemedizin und ärztliche Aufklärung: Du kannst auch per Videosprechstunde behandelt werden oder erhältst spezielle Beratungsgespräche, die etwa bei einer Verschlechterung deiner Erkrankung notwendig sind. Auch das wird übernommen, z. B. über GOÄ-Ziffer 34.

Wenn dein Asthma gut dokumentiert und die Therapie medizinisch begründet ist, übernimmt die PKV so gut wie alle wichtigen Maßnahmen, oft auch dann, wenn es sich um neue Verfahren handelt. Voraussetzung ist: Du hast einen guten Tarif. Wer unsicher ist, lässt seinen Versicherungsschutz am besten regelmäßig prüfen, gerade bei chronischen Erkrankungen wie Asthma lohnt sich das.

Was kann ich tun, wenn mein PKV-Antrag abgelehnt wird?

Trotz aller Vorbereitung kann es passieren: Du stellst einen Antrag und der Versicherer sagt nein. Das ist erstmal ein Schlag ins Kontor, aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Wichtig ist jetzt, besonnen und strategisch vorzugehen:

Keine Panik, Zweitversuch starten

Eine Ablehnung heißt nicht, dass du gar keine PKV bekommst. Unterschiedliche Versicherer, unterschiedliche Ansichten! Jede Gesellschaft hat eigene Annahmerichtlinien. Wurde dein Antrag z.B. von Gesellschaft A abgelehnt, könnte Gesellschaft B dich durchaus nehmen (vielleicht mit höherem Zuschlag).

Analysiere, warum abgelehnt wurde (fragt nach: Lag es nur am Asthma? An einer Kombination mit einem anderem Befund?) und versuche es gezielt bei einem anderen Anbieter.

Beispiel: Ein Asthmatiker wurde von Allianz abgelehnt, weil er zusätzlich Bluthochdruck hat. Ein Wechsel zur Debeka führte zum Erfolg, dort wurde er mit Zuschlag versichert, weil man beide Risiken zusammen akzeptierte. Gib also nicht nach dem ersten „Nein“ auf!

Vorsicht Datenweitergabe (HIS)

Wenn ein Antrag förmlich abgelehnt wurde, musst du das leider künftig bei anderen Anträgen angeben (die Formulare fragen oft: „Wurden Sie schon mal abgelehnt?“). Lügen ist hier tabu, das würde dir nur schaden. Außerdem melden manche Versicherer Ablehnungen in das interne Hinweis- und Informationssystem (HIS) der Branche.

Eine zweite Gesellschaft könnte also erfahren, dass du woanders abgelehnt wurdest. Das macht sie natürlich vorsichtiger. Darum unser Rat: Wenn möglich, vermeide echte Ablehnungen. Nutze vorher die Risikovoranfrage (wie oben beschrieben), um solche Einträge zu umgehen.

Sollte es schon zu spät sein und du hast eine Ablehnung kassiert, dann geh offensiv und ehrlich damit um. Erkläre im nächsten Antrag kurz, warum der vorige Versicherer abgelehnt hat, z.B. „wegen Asthma; ich reiche aktuelle Befunde mit, die zeigen, dass es gut kontrolliert ist.“ So sieht der neue Versicherer, dass du nichts verheimlichst, und prüft neutral deinen Fall.

Spezialmakler und Überlegungsfrist

Nach einer Ablehnung stehst du etwas unter Zeitdruck, falls du z.B. aus der GKV rauswillst. Überstürze trotzdem nichts. Schalte eventuell einen Spezialmakler ein, falls du das bisher allein gemacht hast. Diese Profis kennen manchmal Sonderwege, z.B. bestimmte „High-Risk“-Versicherungslösungen.

Es gibt Makler, die sich darauf fokussieren, für abgelehnte Kunden doch noch eine private Lösung zu finden, durch gute Kontakte zu Underwritern oder spezielle Konzepte. Das kann Gold wert sein. Außerdem: Du kannst meist deinen Antrag zurückziehen, bevor eine offizielle Ablehnung ergeht, wenn sich schlechte Vorzeichen zeigen.

Manche Versicherer informieren Makler vorab: „Sieht schlecht aus, wir müssten ablehnen.“ Dann kann der Makler den Antrag zurücknehmen, bevor er formal abgelehnt wird, so bleibt dir ein Makel erspart. Solche Finessen kennt man als Laie kaum, aber der Fachmann schon.

Alternative: Zusatzversicherung + GKV

Plan B: Angenommen, mehrere PKVs lehnen dich ab oder verlangen untragbare Bedingungen (z.B. enormer Zuschlag + Asthma-Ausschluss). Dann solltest du überlegen, ob die Private wirklich noch Sinn ergibt. Für Selbständige besteht zwar keine Versicherungspflicht in der GKV, aber du könntest freiwillig gesetzlich versichert bleiben und stattdessen private Zusatzversicherungen abschließen.

Zum Beispiel eine private Krankenzusatz für Chefarzt und Zweibettzimmer, und vielleicht eine stationäre Zusatz oder Auslandsreise-KV. Damit hättest du zumindest Teile des PKV-Komforts, ohne das volle Risiko im Antrag. Die GKV würde Dein Asthma nehmen (ohne Gesundheitsprüfung), und die wichtigsten Extras holst du dir privat obendrauf. Das ist zwar nicht so ideal wie eine Voll-PKV, aber manchmal der vernünftigere Weg, wenn die Vollversicherung partout nicht will.

Zusatzversicherungen haben auch Gesundheitsfragen, aber oft nicht so streng wie die Voll-PKV und manchmal beschränkter (z.B. fragt eine Zahnzusatz nur nach Zahnstatus, Dein Asthma wäre ihr egal).

Basistarif als letzter Ausweg

In Deutschland soll eigentlich niemand ohne Versicherung dastehen. Wenn dich wirklich keine PKV im Normaltarif nehmen will, hast du immer noch ein verbrieftes Recht auf den Basistarif. Jede private Krankenversicherung muss dich im Basistarif aufnehmen (§ 193 VVG).

Dieser Tarif entspricht leistungsmäßig etwa der GKV und darf keinen Risikozuschlag haben, aber er kostet oft so viel wie die Höchstprämie der GKV (um 800 € im Monat) und ist damit für einen Selbständigen nicht gerade günstig für relativ bescheidene Leistungen. Bevor du ohne Schutz bist, könntest du im schlimmsten Fall auf den Basistarif ausweichen. Allerdings kannst du in deinem Fall vermutlich einen besseren Tarif aushandeln, bevor es dazu kommt.

Eine Ablehnung ist nicht das Ende. Viele Asthmatiker haben im zweiten oder dritten Anlauf doch noch eine hervorragende private Krankenversicherung gefunden. Bleib dran, hol dir Unterstützung und nutze die bestehenden Möglichkeiten des Marktes. Die Vielfalt der PKV-Anbieter spielt dir in die Hände, irgendjemand passt meistens.

Bei Asthma empfehle ich: Anonyme Risikoanfrage stellen

Eine anonyme Risikoanfrage ist der beste Weg, um deine Chancen auf Aufnahme in die PKV mit Vorerkrankung, wie z. B. Asthma, realistisch und ohne Nachteile einzuschätzen.

Du gibst medizinische Daten an, ohne deinen Namen preiszugeben, und bekommst vorab eine klare Einschätzung, wie hoch der Risikozuschlag ausfällt, oder ob es einen Leistungsausschluss oder sogar eine Ablehnung geben könnte.

Mit einer anonymen Anfrage kannst du vorab klären, wie ein Versicherer mit deiner Vorerkrankung umgeht. Du bekommst Antworten auf Fragen wie:

  • Wirst du überhaupt aufgenommen?
  • Wenn ja, mit welchem Risikozuschlag?
  • Wird vielleicht ein Leistungsausschluss vorgeschlagen?
  • Gibt es Gesellschaften, die dich ohne Aufpreis nehmen?

Und das alles passiert im Hintergrund.

Kein Eintrag, keine Pflicht zur Offenlegung, kein Risiko für spätere Anträge.

So stellst du eine anonyme Risikovoranfrage bei der PKV

Bevor überhaupt eine Anfrage möglich ist, brauchst du alle relevanten medizinischen Infos.

Dazu zählen:

  • Diagnosen mit ICD-Codes
  • Arztbriefe, Befundberichte, Laborwerte
  • Verlauf (z. B. Beschwerdefreiheit seit XY)
  • Medikamente (Art, Dosierung, Einnahmedauer)

Je genauer du dokumentierst, desto besser lässt sich deine Situation einschätzen. Vage Angaben führen meist zu höheren Risikozuschlägen oder pauschalen Ablehnungen.

Ein spezialisierter Makler oder Berater reicht die Daten ein

Die anonyme Risikoanfrage läuft nicht über dich direkt, sondern über einen spezialisierten Versicherungsmakler. Er reicht deine anonymisierten Gesundheitsdaten parallel bei mehreren Versicherern ein, ohne Name, ohne Adresse, aber mit klarer Krankengeschichte. Du wirst also nicht bei einem Versicherer “negativ vorgemerkt”.

Du bekommst die Rückmeldungen

Die Antworten kommen meist nach 2 bis 5 Werktagen. Du siehst dann schwarz auf weiß:

  • Anbieter A: Zuschlag 20 %, sonst keine Einschränkungen
  • Anbieter B: Ausschluss für Asthmamedikation, sonst keine Bedenken
  • Anbieter C: Ablehnung

So weißt du, welcher Versicherer deine Erkrankung wie bewertet, ohne je einen echten Antrag gestellt zu haben.

Rückmeldung & Einschätzung

Du bekommst eine Übersicht der Rückmeldungen. So kannst du direkt vergleichen:

  • Wie hoch fällt der Zuschlag aus?
  • Welche Gesellschaft ist bereit, dich zu versichern?
  • Welche Tarife passen zu deiner Lebenssituation?

Jetzt entscheidest du: Antrag stellen, oder lieber noch warten bzw. etwas nachbessern (z. B. Nachweis über Beschwerdefreiheit einreichen).

Wenn dir eine Gesellschaft ein Angebot unterbreitet, kannst du innerhalb der vereinbarten Frist mit dem offiziellen Antrag nachziehen. Die im Vorfeld getroffene Aussage bleibt gültig, es sei denn, es kommen später zusätzliche Diagnosen hinzu, die vorher nicht erwähnt wurden.

Darum solltest du nicht einfach direkt einen Antrag stellen: Weil du jede offizielle Ablehnung bei einem anderen Versicherer angeben musst. Auch Jahre später. Wenn du bei Anbieter A direkt beantragst und abgelehnt wirst, musst du das bei Anbieter B offenlegen. Und das kann dann zu Problemen führen, selbst wenn B dich eigentlich genommen hätte. Die anonyme Anfrage vermeidet genau dieses Risiko.

Eine anonyme Risikoanfrage ist das perfekte Werkzeug, um deine Chancen auf eine PKV realistisch einzuschätzen, ohne Risiko. Gerade wenn du gesundheitlich vorbelastet bist, kannst du mit dieser Methode viel Zeit, Nerven und bares Geld sparen.

Wenn du willst, helfe ich dir gern bei der Vorbereitung.

FAQ

Das hängt vom Schweregrad ab. Bei mildem Asthma liegen die Zuschläge oft bei 10 bis 15 Prozent, bei moderatem Asthma meist bei 20 bis 30 Prozent, bei schwerem Verlauf auch bei 40 bis 50 Prozent oder einem festen Eurobetrag. Die Spanne zwischen den Versicherern ist groß, von 15 Prozent bei der Barmenia bis 46 Prozent bei der AXA.

Ja. Bist du langfristig beschwerdefrei, kannst du beantragen, dass der Zuschlag wieder wegfällt. Die meisten Versicherer erwarten zwei bis drei Jahre ohne Anfälle und ohne Medikation, dazu ein aktuelles ärztliches Attest mit normaler Lungenfunktion. Die Versicherung prüft das und senkt den Zuschlag dann oder streicht ihn ganz.

Den Zuschlag selbst legt der Versicherer beim Abschluss fest, einfach herunterhandeln kannst du ihn nicht. Verhandeln heißt hier: über eine anonyme Voranfrage den Anbieter mit der besten Bewertung finden und später, bei dauerhafter Beschwerdefreiheit, den Wegfall beantragen. Der größte Hebel ist der Vergleich, denn die Bewertungen unterscheiden sich stark.

Ja, Asthma bedeutet kein automatisches Nein. Ob es klappt, hängt vom Schweregrad, deiner Medikation, dem Verlauf und dem Versicherer ab. Leichtes, gut kontrolliertes Asthma wird meist mit einem Zuschlag angenommen, schwere Fälle mit täglicher Hochdosis-Therapie oder Klinikaufenthalten können abgelehnt werden. Eine anonyme Voranfrage zeigt dir vorab deine Chancen.

Bild zeigt Marcus Knispel sitzend im schwarzen Anzug / PKV-Berater aus Duisburg für Geschäftsführer & Top-Verdiener
Marcus Knispel
Geschäftsführer | Versicherungsmakler (§ 34d GewO)
Über den Autor

Marcus Knispel ist seit über 25 Jahren in der Versicherungsbranche tätig und seit 2012 als ungebundener, nach § 34d GewO zugelassener Versicherungsmakler mit klarer Spezialisierung auf die private Krankenversicherung für Top-Verdiener, Unternehmer und Geschäftsführer aktiv. Er berät ausschließlich im Mandanteninteresse und unterstützt zusätzlich rund 100 Maklerkolleginnen und -kollegen bei komplexen PKV-Fragestellungen und der vollständigen Beratung ihrer Kunden.

Seine fachliche Grundlage bilden unter anderem Abschlüsse als Versicherungsfachmann (BWV) sowie als zertifizierter Fondsberater (EAFP) an der Europäischen Akademie für Finanzplanung, ergänzt um zahlreiche Spezialisierungen zu Tarifwechselrecht nach VVG § 204, Gesundheitsprüfung, Risikozuschlägen und Beitragsentlastung im Alter. Marcus bildet sich laufend über renommierte Branchenanbieter wie die Deutsche Makler Akademie weiter und verbindet so aktuelle PKV-Produktkenntnis mit langjähriger Praxiserfahrung aus der Beratung von Angestellten, Selbstständigen, Geschäftsführern und C-Level-Entscheidern.

Als Handelsmakler ist Marcus heute bei von Buddenbrock Concepts in Essen angebunden und steht für eine verständliche, transparente und zahlenbasierte PKV-Beratung, bei der Hochleistungstarife und eine stabile Beitragsentwicklung im Alter im Mittelpunkt stehen. In seinen Fachartikeln und Auftritten als PKV-Experte legt er großen Wert auf Aufklärung, klare Sprache und eine saubere Herleitung seiner Empfehlungen, damit Leser und Mandanten fundierte Entscheidungen zur privaten Krankenversicherung treffen können.