Vorsorge ist der beste Schutz vor schweren Krankheiten, und genau hier spielt die private Krankenversicherung ihre Stärke aus. Während die gesetzliche Kasse ein festes Standardprogramm finanziert, übernehmen gute PKV-Tarife Vorsorgeuntersuchungen oft umfangreicher, häufiger und ohne starre Altersgrenzen.
Wie viel deine PKV bei der Vorsorge zahlt, hängt aber stark vom Tarif ab. Ich zeige dir mit echten Tarifen, was Anbieter wie SDK, Allianz, Hallesche, Signal Iduna und die BBKK genau übernehmen, wo die Unterschiede liegen und was die gesetzliche Kasse dagegen leistet.
Warum sind Vorsorgeuntersuchungen so wichtig?
Vorsorgeuntersuchungen sind die wirksamste Strategie, um Krankheiten früh zu erkennen und langfristige Gesundheitsrisiken klein zu halten. Die Idee dahinter ist simpel: Je früher eine Erkrankung entdeckt wird, desto besser stehen die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung.
- Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes lassen sich in frühen Stadien oft deutlich besser behandeln
- regelmäßige Checks senken das Risiko schwerer und chronischer Verläufe
- Vorsorge heißt, die eigene Gesundheit aktiv zu schützen, statt erst bei Beschwerden zu reagieren
Während die GKV ein gesetzlich festgelegtes Vorsorgeprogramm anbietet, sind die Leistungen guter PKV-Tarife individueller, umfangreicher und flexibler. Für viele Versicherte macht das einen spürbaren Unterschied.
Welche Vorsorgeuntersuchungen zahlt die PKV?
In der PKV hängen Art, Umfang und Häufigkeit der Vorsorge vom gewählten Tarif ab. Gute Tarife erstatten Vorsorge ohne feste Altersgrenzen, ohne starre Intervalle und ohne Beschränkung auf die gesetzlich eingeführten Programme. Schwache Tarife orientieren sich dagegen am GKV-Niveau.
Zwei Begriffe solltest du kennen, weil sie über den echten Wert eines Tarifs entscheiden. Eine Vorsorge ist selbstbehaltunschädlich, wenn sie nicht auf deinen Selbstbehalt angerechnet wird, du sie also auch bei einem Tarif mit hoher Selbstbeteiligung kostenfrei nutzen kannst.
Und sie ist beitragsrückerstattungsunschädlich, wenn sie deine Beitragsrückerstattung am Jahresende nicht schmälert. Beides bieten die starken Tarife, und genau das schauen wir uns jetzt an.
SDK: Vorsorge und Prävention bis 500 Euro außerhalb der Selbstbeteiligung
Die SDK gehört bei der Vorsorge zu den starken Anbietern.
In den Top-Tarifen der AM1-Reihe (AM10 und AM12) werden ambulante Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung sowie die Vorsorge in der Schwangerschaft voll erstattet.
Bis zu 500 Euro pro Kalenderjahr für Vorsorge und Impfungen bleiben dabei außerhalb der Selbstbeteiligung und gefährden deine Beitragsrückerstattung nicht. In den Tarifbedingungen der SDK steht das so:
Bis zu einem erstattungsfähigen Rechnungsbetrag von insgesamt 500 EUR pro Kalenderjahr bleibt Ihr Anspruch auf Beitragsrückerstattung erhalten. Wir rechnen für diese Leistungen auch eine tariflich vereinbarte Selbstbeteiligung nicht an.
Dazu kommen Präventionsmaßnahmen, die viele andere Tarife gar nicht erstatten. Die SDK übernimmt dafür bis zu 500 Euro innerhalb von jeweils drei Kalenderjahren, im Tarif AM30 sind es 250 Euro in drei Kalenderjahren. Gemeint sind zertifizierte Kurse wie:
- präventives Rückentraining
- Herz-Kreislauf-Training, auch Koronar-, Herz- und Rehasport
- autogenes Training und progressive Muskelentspannung
- Kurse zur gesunden Ernährung oder eine persönliche Ernährungsberatung
- Nichtraucherseminare
Bei den Impfungen ist die SDK breit aufgestellt: Standardimpfungen nach STIKO, Grippeschutz, Zeckenschutzimpfung gegen FSME, Malariaprophylaxe und Reiseschutzimpfungen sind enthalten.
Der Unterschied zwischen den Stufen ist schnell erklärt. AM10 und AM12 sind die leistungsstarken Varianten mit dem vollen 500-Euro-Präventionsbudget, AM30 hat eine höhere Selbstbeteiligung und beim Präventionsbudget nur 250 Euro.
Allianz: feste Erstattungsbeträge je Untersuchung im MeinVorsorgeprogramm
Die Allianz arbeitet in den Tarifen MeinGesundheitsschutz Best und Plus mit einem eigenen Baustein, dem MeinVorsorgeprogramm. Statt einer Pauschale legt die Allianz für jede Untersuchungsart einen festen Höchstbetrag fest.
Der große Vorteil: Innerhalb dieses Programms sind alle Untersuchungen selbstbehaltunschädlich und beitragsrückerstattungsunschädlich, und ab dem 21. Lebensjahr gelten die Ansprüche ohne Altersgrenzen. So sehen die wichtigsten Beträge aus:
| Untersuchung | Höchstbetrag |
|---|---|
| Gynäkologische Krebsvorsorge (Frauen) | 210 € |
| Mammographie | 200 € |
| Darmspiegelung (alle 5 Jahre) | 350 € |
| Immunologischer Stuhltest | 70 € |
| Hautkrebs-Untersuchung | 150 € |
| Allgemeine Krebsvorsorge (Männer) | 100 € |
| Glaukom-Früherkennung (Grüner Star) | 150 € |
| Hepatitis B und C | 110 € |
| Osteoporose | 60 € |
| Chlamydien (ab dem 16. Lebensjahr) | 60 € |
| Bauchschlagader bei Männern (alle 5 Jahre) | 100 € |
| Herz-Kreislauf-Check | 550 € |
| Lunge | 80 € |
| Niere | 110 € |
| Professionelle Zahnreinigung (1 × jährlich) | 130 € |
| Zahnkontrolle (2 × jährlich) | 60 € |
Dazu kommen Gesundheitskurse, und hier liegt der Hauptunterschied zwischen den beiden Stufen: Im Best-Tarif gibt es dafür 400 Euro pro Jahr, im Plus-Tarif 200 Euro pro Jahr. Für Kinder sind alle U-Untersuchungen von U1 bis U9 sowie J1 und J2 ohne Altersgrenzen enthalten, dazu die Schutzimpfungen nach STIKO.
Du kannst die Vorsorge bei der Allianz auch ohne dieses Programm nutzen, dann werden Untersuchungen frei und ohne feste Höchstbeträge erstattet. Der Haken: In dieser Variante zählen sie auf den Selbstbehalt, und die pauschale Beitragsrückerstattung entfällt. Für die meisten ist das Programm mit den festen Beträgen deshalb die bessere Wahl.
Hallesche NK.select: 100 Prozent Erstattung in allen drei Stufen
Die Hallesche erstattet in der Tariffamilie NK.select (S, L und XL) die Vorsorgeuntersuchungen zu 100 Prozent, und zwar selbstbehaltunschädlich und beitragsrückerstattungsunschädlich. Das gilt in allen drei Stufen gleich. Abgedeckt ist ein breites Programm:
- bei Frauen die gynäkologische Krebsvorsorge, das Mammographie-Screening, das Chlamydien-Screening und die Schwangerschaftsvorsorge
- bei Männern die urologische Vorsorge, die Früherkennung von Prostatakrebs und die Untersuchung der Bauchschlagader
- für beide Geschlechter die Darmkrebs- und Hautkrebs-Früherkennung, die Osteoporose-Früherkennung, die Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Nierenerkrankungen sowie das Screening auf Hepatitis B und C
- bei Kindern das erweiterte Neugeborenen-Screening, das Hör-, Hüft- und Herzfehler-Screening sowie die Untersuchungen U1 bis U12, J1 und J2
Die professionelle Zahnreinigung ist zweimal pro Kalenderjahr zu 100 Prozent dabei, ebenso die Fissurenversiegelung bei Kindern. STIKO-Impfungen werden inklusive Impfstoffkosten voll übernommen.
Die Vorsorge selbst ist in S, L und XL identisch. Die Unterschiede liegen woanders:
| Leistung | NK.select S | NK.select L | NK.select XL |
|---|---|---|---|
| Vorsorge-Erstattung | 100 % | 100 % | 100 % |
| ohne Anrechnung auf SB und BRE | ja | ja | ja |
| Sehhilfen | 300 € / 2 Jahre | 300 € / 2 Jahre | 450 € / 2 Jahre |
| Abrechnung beim Facharzt | bis Höchstsatz | stationär ohne Begrenzung | generell ohne Begrenzung |
Signal Iduna: Vorsorge ohne Altersgrenzen plus Gesundheitsbonus
Bei der Signal Iduna mit der Produktlinie EXKLUSIV-SI, KOMFORT-SI und START-SI sind ambulante Vorsorgeuntersuchungen und Schutzimpfungen zu 100 Prozent eingeschlossen. In EXKLUSIV und KOMFORT gibt es die Vorsorge ohne Altersgrenzen, im günstigeren START-SI nur nach den GKV-Programmen mit den dortigen Altersgrenzen.
Besonders ist der Gesundheitsbonus: Bleibst du leistungsfrei, bekommst du 600, 750 oder 900 Euro pro Kalenderjahr zurück. Vorsorgeuntersuchungen bis 750 Euro pro Jahr werden dabei nicht als Leistungsinanspruchnahme gewertet, schmälern deinen Bonus also nicht. In den ersten Jahren gelten Höchstbeträge für die Vorsorge, danach wird es offener:
- im 1. Versicherungsjahr bis 1.500 Euro
- im 1. und 2. Jahr zusammen bis 2.500 Euro
- im 1. bis 3. Jahr zusammen bis 4.000 Euro
- ab dem 5. Jahr unbegrenzt, sofern du jährlich Vorsorge nachweist
Dazu kommt ein Verhaltensbonus von 200 bis 300 Euro, wenn du vier von fünf Kriterien nachweist: einen BMI im Normbereich, normalen Blutdruck, normalen Nüchternblutzucker, normale Cholesterinwerte und eine durchgeführte Zahnvorsorge. Wie stark die drei Stufen auseinanderliegen, zeigt diese Übersicht:
| Leistung | EXKLUSIV-SI | KOMFORT-SI | START-SI |
|---|---|---|---|
| Vorsorgeuntersuchungen | alle, ohne Altersgrenzen | alle, ohne Altersgrenzen | nur nach GKV-Programmen |
| Vorsorge auf SB und Bonus | bis 750 € nicht angerechnet | bis 750 € nicht angerechnet | auf SB angerechnet |
| Professionelle Zahnreinigung | unbegrenzt | 2 × jährlich | 1 × jährlich |
| Naturheilverfahren | 2.250 € / Jahr | 1.500 € / Jahr | nicht enthalten |
| Gesundheitsbonus | 600 / 750 / 900 € | 600 / 750 / 900 € | nicht enthalten |
BBKK: starke Vorsorge für Beamte, ergänzt durch VorsorgePRIVAT
Die BBKK gehört zur Versicherungskammer Bayern und ist auf Beamte und Beamtenanwärter ausgerichtet. In den Vollversicherungstarifen GesundheitVARIO und GesundheitCOMFORT fallen gesetzlich angeratene Vorsorgeuntersuchungen nicht in den Selbstbehalt.
Dazu kommen individuelle Gesundheitsleistungen bis 500 Euro pro Kalenderjahr, alternative Heilmethoden wie Osteopathie und Naturheilverfahren sowie Kieferorthopädie zu 100 Prozent.
Wer die Vorsorge maximal absichern will, ergänzt den Zusatztarif VorsorgePRIVAT. Er übernimmt alle ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung zu 100 Prozent, unabhängig von Alter, Intervall und Häufigkeit. Enthalten sind außerdem:
- Standardimpfungen über das GKV-Maß hinaus sowie Reiseschutzimpfungen inklusive Malariaprophylaxe
- die professionelle Zahnreinigung
- Brillen und Kontaktlinsen bis 300 Euro in zwei Kalenderjahren
- das Lasern der Augen und Hörgeräte inklusive Reparaturen
Woran erkennst du einen schwachen Vorsorgetarif?
Nicht jeder PKV-Tarif ist bei der Vorsorge ein Gewinn. Günstige Einsteigertarife orientieren sich eng an der gesetzlichen Kasse.
Beim häufig verkauften Tarif KVS der HanseMerkur zum Beispiel gibt es die erweiterte Krebsvorsorge nur einmal innerhalb von drei Jahren, den allgemeinen Check-up je nach Alter nur alle zwei bis vier Jahre, und die Erstattung ist auf den Regelhöchstsatz der Gebührenordnung begrenzt. Das ist kaum mehr als GKV-Niveau in privater Verpackung.
Genau deshalb lohnt der Blick ins Kleingedruckte, bevor du unterschreibst. Ein Billigtarif spart heute beim Beitrag und kostet dich später bei jeder Untersuchung, die nicht mehr drin ist. Heute keine Leistungen zu brauchen heißt nicht, dass das so bleibt, über mehrere Jahrzehnte ist medizinische Behandlung für nahezu jeden irgendwann unvermeidbar.
Zur schnellen Einordnung, welche starken Tarife die Vorsorge weder auf den Selbstbehalt noch auf die Beitragsrückerstattung anrechnen:
| Tarif | Vorsorge ohne Anrechnung auf SB | Vorsorge ohne Anrechnung auf BRE | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Allianz MeinGesundheitsschutz Best | ja | ja | feste Höchstbeträge je Untersuchung |
| Hallesche NK.select L und XL | ja | ja | 100 Prozent, breite Liste |
| Signal Iduna EXKLUSIV-SI | ja, bis 750 € | ja, bis 750 € | Gesundheitsbonus bis 900 € pro Jahr |
| SDK AM10 und AM12 | ja, bis 500 € pro Jahr | ja, im Rahmen des Budgets | zusätzlich Präventionskurse |
| BBKK VorsorgePRIVAT | Zusatztarif ohne SB-Problematik | Zusatztarif | alle Vorsorge ohne Alter und Intervall |
Welche Maßnahmen zählen zur Vorsorge?
Bevor wir zur gesetzlichen Kasse kommen, lohnt ein Blick darauf, was unter Vorsorge überhaupt fällt. Die Untersuchungen lassen sich in ein paar große Gruppen einsortieren, und gute PKV-Tarife decken sie alle ab.
Allgemeine Gesundheits-Check-ups
Der Check-up ist die Basisuntersuchung beim Hausarzt, bei der Blutdruck, Blutwerte und Stoffwechsel geprüft werden. In guten PKV-Tarifen geht das früher und öfter als in der gesetzlichen Kasse:
- ein großer Check-up schon vor dem 35. Lebensjahr, in der GKV erst ab 35
- häufigere Untersuchungen, oft jährlich statt alle drei Jahre
- erweiterte Bluttests zur Früherkennung von Stoffwechselstörungen oder Mangelerscheinungen
- auf Wunsch ein Belastungs-EKG, ein Lungenfunktionstest oder eine Gefäßuntersuchung
Krebsvorsorge
Die Krebsfrüherkennung ist der größte Vorsorgeblock. Gute Tarife heben die starren Altersgrenzen der GKV auf:
- Hautkrebs-Screening ohne Altersbegrenzung, in der GKV erst ab 35 und nur alle zwei Jahre
- Mammographie für Frauen auch unter 50 Jahren, in der GKV erst ab 50
- Prostata-Untersuchung für Männer oft schon ab 40, in der GKV erst ab 45
- der PSA-Bluttest auf Prostatakrebs und der HPV-Test auf Gebärmutterhalskrebs, die in der GKV nur eingeschränkt vorgesehen sind
Spezielle Screenings und Früherkennung
Darüber hinaus erstatten starke Tarife gezielte Untersuchungen, die auf bestimmte Risiken schauen:
- die Glaukom-Früherkennung beim Augenarzt, also die Messung des Augeninnendrucks gegen den Grünen Star
- die Osteoporose-Früherkennung über eine Knochendichtemessung
- Herz-Kreislauf-Checks bis hin zur Ultraschalluntersuchung der Halsschlagader zur Schlaganfallvorsorge
- Neugeborenen-Screenings auf seltene Stoffwechsel- und Erbkrankheiten wie Mukoviszidose
Impfungen
Impfungen gehören zur Vorsorge, und die PKV geht hier oft über den Standard hinaus:
- alle von der STIKO empfohlenen Standardimpfungen
- Reiseimpfungen wie gegen Gelbfieber, Hepatitis A und B oder Tollwut
- die Gürtelrose-Impfung Shingrix, je nach Tarif auch für jüngere Menschen
- die Malariaprophylaxe für Fernreisen
Zahnvorsorge und Zahnprophylaxe
Die professionelle Zahnreinigung ist der Klassiker, den die GKV in der Regel nicht zahlt. In guten PKV-Tarifen ist sie mehrmals im Jahr drin, dazu kommt die erweiterte Früherkennung von Parodontitis, Karies und Zahnfehlstellungen.
Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL)
IGeL sind Leistungen, die gesetzlich Versicherte aus eigener Tasche zahlen, weil sie nicht im GKV-Katalog stehen. In guten PKV-Tarifen sind viele davon enthalten, etwa das Augenscreening zur Glaukom-Früherkennung, Ultraschalluntersuchungen auf Wunsch oder die Knochendichtemessung zur Osteoporose-Vorsorge.
Welche Vorsorgeuntersuchungen zahlt die GKV?
Die gesetzliche Kasse folgt einem festen Katalog, den der Gemeinsame Bundesausschuss verbindlich vorgibt. Alle Kassen übernehmen dieselben Untersuchungen, allerdings mit festen Altersgrenzen und Intervallen.
Für Kinder ist das Programm dicht: die Untersuchungen U1 bis U9 bis zum sechsten Lebensjahr, das erweiterte Neugeborenen-Screening, das Hör-, Hüft- und Herzfehler-Screening sowie die Jugenduntersuchung J1 mit 13 oder 14 Jahren.
Für Erwachsene gilt im Jahr 2026 dieser Rahmen:
| Untersuchung | Anspruch in der GKV |
|---|---|
| Allgemeiner Gesundheits-Check-up | 18 bis 34 Jahre einmalig, ab 35 alle 3 Jahre |
| Hepatitis B und C | einmalig ab 35 im Rahmen des Check-ups |
| Gebärmutterhalskrebs (Pap-Abstrich) | ab 20 jährlich, ab 35 alle 3 Jahre mit HPV-Test |
| Brust- und Hautuntersuchung (Frauen) | jährlich ab 30 |
| Mammographie-Screening | 50 bis 75 Jahre, alle 2 Jahre |
| Prostata-Tastuntersuchung (Männer) | jährlich ab 45 |
| Darmkrebs-Früherkennung | Stuhltest ab 50, Darmspiegelung bei Männern ab 50, bei Frauen ab 55 |
| Hautkrebs-Screening | ab 35, alle 2 Jahre |
| Bauchaorta-Screening (Männer) | einmalig ab 65 |
| Lungenkrebs-Früherkennung (CT) | neu ab 1. April 2026 für starke Raucher von 50 bis 75 |
Neu im Jahr 2026 ist die Lungenkrebs-Früherkennung per Niedrigdosis-CT für starke Raucher zwischen 50 und 75 Jahren mit mindestens 15 Packungsjahren.
Diese Leistung gab es vorher nur in der PKV. In der Schwangerschaft zahlt die GKV drei Basis-Ultraschalluntersuchungen, das Screening auf Schwangerschaftsdiabetes, einen HIV-Test und ein Chlamydien-Screening.
Welche Vorsorgeuntersuchungen werden nicht von der GKV bezahlt?
Alles, was über den festen Katalog hinausgeht, zahlst du als gesetzlich Versicherter selbst. Diese individuellen Gesundheitsleistungen sind in guten PKV-Tarifen dagegen oft enthalten.
Die nachfolgenden Kosten zeigen, worum es an der Stelle geht:
| Leistung | für GKV-Versicherte | ~Kosten |
|---|---|---|
| Glaukom-Früherkennung (Augeninnendruck) | Selbstzahler, außer bei Diabetes | 15 bis 40 € |
| PSA-Test auf Prostatakrebs | Selbstzahler | 25 bis 35 € |
| Ultraschall der Eierstöcke | Selbstzahler | 25 bis 53 € |
| Ultraschall der Brust außerhalb der Mammographie | Selbstzahler | 26 bis 60 € |
| Ultraschall der Halsschlagader (Schlaganfallvorsorge) | Selbstzahler | 43 bis 79 € |
| Nackentransparenzmessung in der Schwangerschaft | Selbstzahler | 45 bis 80 € |
| Professionelle Zahnreinigung | Selbstzahler, außer bei Parodontitis-Therapie | 80 bis 150 € |
| Hautkrebsscreening unter 35 Jahren | Selbstzahler | 35 bis 100 € |
| Reiseschutzimpfungen | Selbstzahler oder Satzungsleistung | ab 100 € |
Mit der Gesundheitsreform wird dieser Abstand ab 2027 eher größer als kleiner. Das Bundeskabinett hat am 29. April 2026 das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz beschlossen, das rund 20 Milliarden Euro einsparen soll.
Für die Vorsorge sind diese Punkte wichtig:
- das anlasslose Hautkrebsscreening bleibt vorerst erhalten, der Gemeinsame Bundesausschuss soll seinen Nutzen aber bis Ende 2027 neu bewerten und ein risikobasiertes Modell prüfen
- ob die Laborwerte beim Check-up ab 35, etwa Blutzucker und Cholesterin, eingeschränkt werden, ist noch im parlamentarischen Verfahren offen
- homöopathische und anthroposophische Behandlungen dürfen die Kassen künftig nicht mehr als Satzungsleistung anbieten
- die Festzuschüsse beim Zahnersatz sinken von 60 auf 50 Prozent ohne Bonus, mit lückenlosem Bonusheft sind weiterhin bis zu 65 Prozent möglich
- die Zuzahlung auf rezeptpflichtige Medikamente steigt von mindestens 5 und höchstens 10 Euro auf mindestens 7,50 und höchstens 15 Euro je Medikament
In allen hier gezeigten PKV-Top-Tarifen bleibt die Vorsorge dagegen dauerhaft und ohne Altersgrenzen erstattet. Das ist ein klarer Stabilitätsvorteil gegenüber dem unsicheren GKV-Status.
Wie unterscheiden sich PKV und GKV bei Vorsorgeuntersuchungen?
Stellt man beide Systeme nebeneinander, zieht sich der Unterschied durch fast jede Untersuchung. Die GKV gibt feste Altersgrenzen und Intervalle vor, die PKV richtet sich in den starken Tarifen nach dem medizinischen Bedarf.
So sieht das bei den wichtigsten Leistungen aus:
| Vorsorgeleistung | GKV | PKV in den Top-Tarifen |
|---|---|---|
| Allgemeiner Check-up | ab 35, alle 3 Jahre | jährlich möglich, ohne Altersgrenze |
| Hautkrebs-Screening | ab 35, alle 2 Jahre | häufiger und ohne Altersgrenze |
| Krebsvorsorge Männer | Prostata-Tastuntersuchung ab 45 | PSA-Test und Ultraschall oft früher |
| Mammographie | 50 bis 75 Jahre, alle 2 Jahre | teils ab 40 oder auf Wunsch |
| Darmkrebsvorsorge | Stuhltest ab 50, Darmspiegelung ab 50 bzw. 55 | flexiblere Zeiträume, oft frühere Darmspiegelung |
| Professionelle Zahnreinigung | in der Regel Selbstzahler | meist 2 × jährlich ohne Zusatzkosten, teils unbegrenzt |
| Bluttests zur Vorsorge | nur bei Verdacht oder Beschwerden | auch vorbeugend möglich |
| Glaukom, Osteoporose, Schlaganfallvorsorge | Selbstzahler | je nach Tarif enthalten |
Der wichtigste Unterschied liegt nicht in einer einzelnen Untersuchung, sondern im Prinzip: Die GKV deckt ein solides Mindestprogramm ab, das politisch jederzeit verändert werden kann. Ein guter PKV-Tarif sichert dir die Vorsorge dauerhaft vertraglich zu, ohne Altersgrenzen und ohne die Unsicherheit künftiger Reformen.
Fazit: Bei der Vorsorge entscheidet der Tarif, nicht das System allein
Die PKV bietet bei der Vorsorge ein deutlich flexibleres und umfangreicheres Programm als die gesetzliche Kasse, keine starren Altersgrenzen, häufigere Untersuchungen, modernere Diagnostik und in den starken Tarifen die volle Erstattung ohne Anrechnung auf Selbstbehalt oder Beitragsrückerstattung.
Entscheidend ist aber der Tarif. Zwischen einem SDK AM12, einem Allianz Best, einer Hallesche NK.select XL oder einem Signal Iduna EXKLUSIV-SI auf der einen und einem Einsteigertarif auf GKV-Niveau auf der anderen Seite liegen Welten.
Wenn du wissen willst, welcher Tarif deine Vorsorge wirklich gut abdeckt, schaue ich mir das gern gemeinsam mit dir an und vergleiche die Bedingungen im Detail.
FAQ
Das hängt vom Tarif ab. Gute Tarife übernehmen Check-ups, Krebsvorsorge, Hautkrebs-Screening, Herz-Kreislauf- und Diabetes-Früherkennung, Osteoporose, Schwangerschaftsvorsorge, Impfungen und die professionelle Zahnreinigung, oft ohne Altersgrenzen und ohne Anrechnung auf den Selbstbehalt. Bei der SDK sind das bis zu 500 Euro pro Jahr außerhalb der Selbstbeteiligung, die Allianz erstattet feste Beträge je Untersuchung, die Hallesche NK.select zahlt 100 Prozent. Einsteigertarife auf GKV-Niveau decken dagegen oft nur das Minimum ab.
In der gesetzlichen Kasse zahlst du alles selbst, was über den festen Katalog hinausgeht, etwa den PSA-Test, die Glaukom-Früherkennung, die professionelle Zahnreinigung, die Schlaganfallvorsorge per Ultraschall oder ein Hautkrebsscreening unter 35. In der PKV sind diese Leistungen in guten Tarifen enthalten. Nicht erstattet werden auch dort rein kosmetische Maßnahmen ohne medizinischen Grund, und schwache Einsteigertarife begrenzen Vorsorge auf bestimmte Intervalle oder den Regelhöchstsatz der Gebührenordnung.
