PKV für Assistenzärzte: Tarife, Kosten & Beispiel (2026)

Assistenzärzte können die Versicherungspflichtgrenze von 77.400 € bereits im ersten oder zweiten Berufsjahr durch Dienstvergütungen überschreiten und in die PKV wechseln.
Bild zeigt Marcus Knispel sitzend im schwarzen Anzug / PKV-Berater aus Duisburg für Geschäftsführer & Top-Verdiener
zuletzt aktualisiert: 13. März 2026

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*als Arbeitnehmer nur über 77.400€ Bruttogehalt (p.a.)

Inhaltsverzeichnis:

Du weißt, wie das System von innen aussieht.

Trotzdem stehst du gerade vor derselben Frage wie jeder andere auch: GKV oder PKV? Die Ärztekammer empfiehlt einen Ärztetarif, der Arbeitgeber zahlt einen Zuschuss und irgendjemand hat dir erzählt, dass du mit dem Einstiegsgehalt sowieso nicht in die PKV kommst.

Ich zeige dir, welcher Weg für Assistenzärzte wirklich sinnvoll ist.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Assistenzärzte können die JAEG (Jahresarbeitsentgeltgrenze) von 77.400 € in 2026 bereits im ersten oder zweiten Berufsjahr mit Dienstvergütungen überschreiten und damit in die PKV wechseln.
  • Ein 28-jähriger Assistenzarzt zahlt beim SDK-Ärztetarif AM12+S1+Z9 nach Arbeitgeberzuschuss netto rund 342 € monatlich, beim Allianz-Ärztetarif MB100 rund 320 €.
  • Ärztetarife sind aber nicht automatisch die beste Wahl. Das Label „Ärztetarif“ sagt nicht zwingend etwas über das Leistungsniveau aus, entscheidend sind die konkreten Tarifbedingungen.
  • Über 40 Berufsjahre kann ein Assistenzarzt mit der richtigen PKV-Strategie gegenüber der GKV kumuliert über 300.000 € bei gleichzeitig deutlich besseren Leistungen einsparen.

Ab wann kann ein Assistenzarzt in die PKV wechseln?

Ein Assistenzarzt kann in die PKV wechseln, sobald sein Jahresarbeitsentgelt die Versicherungspflichtgrenze (JAEG) überschreitet.

Die JAEG ist die Einkommensgrenze, ab der du nicht mehr automatisch in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert bist und dir selbst aussuchen kannst, ob du gesetzlich oder privat versichert sein willst. In 2026 liegt diese Grenze bei 77.400 € im Jahr, also 6.450 € monatlich.

Sobald dein Einkommen dauerhaft darüber liegt, kannst du zum 1. Januar des Folgejahres in die PKV wechseln.

Das sind die relevanten Rechengrößen für 2026:

20262025
JAEG (allgemein)77.400 € / 6.450 € mtl.73.800 €
Besondere JAEG / BBG KV69.750 € / 5.812,50 € mtl.66.150 €

Quelle: GKV-Spitzenverband (Stand 01/2026)

In der Praxis sieht das so aus: Das Grundgehalt allein reicht im ersten Berufsjahr an den meisten Kliniken noch nicht. Mit regelmäßigen Dienstvergütungen von 8.000 bis 12.000 € jährlich wird die JAEG aber bereits im ersten oder zweiten Jahr erreicht. Ab dem vierten Berufsjahr an Universitätskliniken liegt sogar das Grundgehalt allein über der Grenze.

Die Gehaltsentwicklung nach TV-Ärzte TdL an Universitätskliniken zeigt, wie schnell der Wechsel möglich wird:

BerufsjahrGrundgehalt monatlichJahresbrutto GrundgehaltMit Diensten ca.JAEG überschritten?
1. Jahr5.626,91 €67.523 €75.000 bis 80.000 €Oft ja
2. Jahr5.945,86 €71.350 €79.000 bis 85.000 €Ja
3. Jahr6.173,67 €74.084 €82.000 bis 88.000 €Ja
4. Jahr6.568,57 €78.823 €87.000 bis 93.000 €Ja, auch ohne Dienste
5. Jahr7.039,34 €84.472 €92.000 bis 98.000 €Ja
6. Jahr7.222,97 €86.676 €95.000 bis 101.000 €Ja

Der Wechsel wird jeweils zum 1. Januar des Folgejahres wirksam, nachdem das Einkommen die JAEG erstmals überschritten hat. Die GKV informiert betroffene Mitglieder per Brief über den Statuswechsel zur freiwilligen Versicherung.

Ein Punkt, den ich in meinen Gesprächen mit jungen Ärzten regelmäßig anspreche: Der Gesundheitszustand bei Antragstellung bestimmt die PKV-Konditionen dauerhaft. Erkrankungen, Unfälle oder Operationen während der Wartezeit bis zum JAEG-Überschreiten können zu Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen führen.

Sowohl Allianz als auch AXA, Hallesche, UKV oder Barmenia bieten Optionstarife an, mit denen du deinen heutigen Gesundheitszustand absicherst, bevor du offiziell wechselst. Wer jung und gesund ist und weiß, dass die JAEG in absehbarer Zeit überschritten wird, sollte das frühzeitig angehen.

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Marcus Knispel ist auf dem Bild / PKV Berater für Top-Verdiener
Marcus Knispel
PKV-Berater für Top-Verdiener

Kosten: Wie hoch sind die PKV-Beiträge für einen Assistenzarzt?

Der Gesamtbeitrag für eine private Krankenversicherung liegt für einen Assistenzarzt je nach Einstiegsalter und Tarif zwischen 640 € und 887 € monatlich. Was zählt, ist aber nicht der Gesamtbeitrag, sondern der tatsächliche Eigenanteil nach Arbeitgeberzuschuss und Steuererstattung.

Der maximale Arbeitgeberzuschuss liegt in 2026 bei 508,59 € für KV und 104,63 € für Pflege, zusammen also maximal 613,22 € monatlich, begrenzt auf die Hälfte des tatsächlichen Beitrags.

Für eine 28-jährige Assistenzärztin sieht der Vergleich dann so aus:

TarifBruttobeitragAG-ZuschussAN-AnteilSteuerentlastungEffektiver Eigenanteil
Allianz MB100 (Ärztetarif)ca. 803,94 €ca. 401,98 €ca. 401,96 €ca. 102,92 €ca. 299,04 €
SDK AM12+S1+Z9 (Ärztetarif)ca. 715,67 €ca. 357,84 €ca. 357,83 €ca. 81,42 €ca. 276,41 €
GKV (freiwillig, kinderlos)ca. 1.261 €ca. 613 €ca. 648,10 €ca. 254,58 €ca. 393,52 €

Quelle: psponline (Stand 01/2026) Annahme: Ärztin 28 Jahre alt, Tarif KV und PV inkl. Krankentagegeld 180 Euro

Nicht jeder Assistenzarzt überschreitet die JAEG sofort im ersten Jahr, und nicht jeder wechselt unmittelbar, sobald er könnte. Wer erst mit 35 in die PKV einsteigt, zahlt einen höheren Einstiegsbeitrag als mit 28, weil das Eintrittsalter die Beitragshöhe dauerhaft bestimmt.

Im nachfolgenden Marktvergleich siehst du, was die relevanten PKV-Tarife für einen 35-jährigen Assistenzarzt in 2026 nach Arbeitgeberzuschuss und Steuer tatsächlich kosten:

AnbieterTarifGesamtbeitragAG-ZuschussNetto-Eigenanteil nach Steuer
LKHA101+S201+Z90800,64 €400,32 €ca. 287 €
AXAVA6-U (Ärztetarif)776,46 €388,22 €ca. 291 €
AllianzGSB100+GSZ90 (Hochleistung)ca. 765 €ca. 383 €ca. 290 bis 320 €
AllianzMB100/G (Ärztetarif)887,40 €443,70 €ca. 330 €
SDKAM12+S1+Z9 (Ärztetarif)886,18 €443,08 €ca. 334 €
GKVHöchstbeitrag (kinderlos)ca. 1.261 €ca. 613 €ca. 393,52 €

Ärztetarife oder Premium-Tarife: Was lohnt sich wirklich?

Eine private Krankenversicherung mit dem Label „Ärztetarif“ ist nicht automatisch die beste Wahl.

Das Label hat erstmal keine Aussagekraft über die Qualität eines Tarifes. In 2026 erfüllt z.B. der Allianz-Ärztetarif MB100/G laut unabhängiger PremiumCircle-Analyse von 308 messbaren AVB-Leistungskriterien insgesamt 158 nach dem Best-of-Prinzip, 26 werden teilweise erfüllt und 124 werden nicht erfüllt.

Rund 40 % aller messbaren Leistungskriterien erfüllt dieser Tarif nicht.

Lass uns kurz einen Blick auf die Unterschiede zwischen den drei relevanten Optionen für dich werfen:

Allianz MB100 (Ärztetarif)SDK AM12+S1+Z9 (Ärztetarif)Allianz GSB100 (Hochleistung)
Selbstbeteiligung ambulant800 € (Arzneimittel)20 %, max. 480 €0 €
Selbstbeteiligung stationär0 €0 €0 €
Psychotherapie100 % bis 30. Sitzung, 70 % ab 31.100 % unbegrenzt100 % unbegrenzt
Sehhilfen400 € / 24 Monate1.000 € / 3 Jahre1.000 € / 36 Monate
LASIKOhne Höchstbetrag3.000 € je AugeOhne Höchstbetrag
HeilpraktikerNicht enthalten1.000 €/Jahr2.000 €/Jahr
Hilfsmittel100 % (bei Bezug über Allianz)100 %, offener Katalog100 %, offener Katalog
Hörhilfen4.000 € je Gerät (BAHA)
2.000 € sonstige Hörhilfen
Ohne Begrenzung3.000 bis 6.000 €
Zahnersatz85 %90 %75 bis 100 % je nach GSZ
Kieferorthopädie85 % bis 21 Jahre90 %Je nach GSZ-Baustein
PrivatklinikenBis 100% gem. BPflSVOhne BegrenzungBis 250 % KHEntG
RechtsformAGVVaGAG

Quellen: PremiumCircle-Analyse

Was die Tabelle zeigt: Der SDK-Ärztetarif AM12+S1+Z9 ist leistungsseitig stärker als der Allianz-Ärztetarif MB100, obwohl beide unter dem Label „Ärztetarif“ laufen. Unbegrenzte Psychotherapie, höhere Sehhilfen, Heilpraktiker, Privatklinik ohne Begrenzung und 90 % Zahnersatz bekommst du bei der SDK, beim Allianz-Ärztetarif nicht.

Selbst der Allianz-Hochleistungstarif GSB100 punktet gegenüber dem gleichwertigen Pendant für Ärzte. Und heute keine Leistungen zu benötigen heißt nicht, dass das ewig so bleibt.

Über mehrere Jahrzehnte ist medizinische Behandlung für nahezu jeden irgendwann unvermeidbar, und dann macht der Unterschied zwischen 85 % und 90 % Zahnersatz, zwischen 30 und unbegrenzt Psychotherapiesitzungen und zwischen Heilpraktiker inklusive oder nicht einen real spürbaren finanziellen Unterschied.

GKV vs. PKV: Wie groß sind die Leistungsunterschiede wirklich?

Die GKV hat seit 1993 über 25 sogenannte Kostendämpfungsgesetze durchgeführt, die den Leistungskatalog immer weiter eingeschränkt haben:

  • Sehhilfen für Erwachsene wurden 2004 komplett aus dem Leistungskatalog gestrichen
  • Zahnersatz wurde mehrfach gekürzt, heute gibt es nur noch befundbezogene Festzuschüsse von 50 bis 65 % der Regelversorgung
  • Sterbegeld und Entbindungsgeld wurden komplett abgeschafft
  • Fahrtkosten, Kuren und Heilmittel wurden massiv eingeschränkt
  • Rezeptfreie Medikamente werden für Erwachsene grundsätzlich nicht mehr erstattet
  • Bundesgesundheitsministerin Nina Warken schloss Anfang September 2025 weitere Leistungskürzungen nicht aus

In einer PKV ist der vertraglich vereinbarte Leistungsumfang dagegen lebenslang garantiert. Der Versicherer kann ihn weder einseitig kürzen noch kündigen. Schau Dir dazu den folgenden Vergleich an:

LeistungGKV 2026Allianz MB100SDK AM12+S1+Z9Allianz GSB100
ArztwahlNur Kassenärzte, Facharzt nur mit ÜberweisungFreie Arztwahl inkl. PrivatärzteFreie Arztwahl inkl. PrivatärzteFreie Arztwahl inkl. Privatärzte
TerminvergabeWochen bis Monate WartezeitBevorzugte Termine als PrivatpatientBevorzugte Termine als PrivatpatientBevorzugte Termine als Privatpatient
ArzneimittelGenerika-Zwang, 5 bis 10 € Zuzahlung je Packung, keine OTC-Mittel100 % (800 € SB nur Arznei)100 % ohne Begrenzung100 % + 100 € OTC ohne Verordnung
SehhilfenKeine Erstattung für Erwachsene400 € / 24 Monate1.000 € / 3 Jahre1.000 € / 36 Monate
LASIKKeine ErstattungOhne Limit3.000 € je AugeOhne Limit
HeilpraktikerKeine ErstattungNicht enthalten1.000 €/Jahr2.000 €/Jahr
PsychotherapieNur mit Genehmigung, begrenzte Sitzungen, Monate Wartezeit100 % bis 30. Sitzung, 70 % danach100 % unbegrenzt100 % unbegrenzt
KrankenhausNächstgelegenes KH, Mehrbettzimmer, diensthabender Arzt, 10 € Zuzahlung/Tag1-/2-Bett, Chefarzt, freie Wahl1-Bett, Chefarzt, Privatklinik1-/2-Bett, Chefarzt, Privatklinik
Zahnersatz60 bis 65 % Festzuschuss der Regelversorgung85 %90 %75 bis 100 % je GSZ
ImplantateNur Festzuschuss der einfachen Versorgung85 %90 %Je nach GSZ
AuslandsschutzNur EU und Abkommensländer, kein RücktransportWeltweit 12 MonateWeltweit, zeitlich unbegrenztWeltweit 12 Monate, verlängerbar
LeistungsgarantieJederzeit durch Gesetzgeber kürzbarLebenslang garantiertLebenslang garantiertLebenslang garantiert

Schau dir jetzt an, was Dr. Lisa Wiegert, 28 Jahre, Assistenzärztin im zweiten Jahr an einer Uniklinik, mit Diensten auf rund 78.000 € Jahresbrutto, kinderlos, monatlich zahlt und was davon am Ende wirklich aus ihrer eigenen Tasche kommt:

GKVAllianz MB100SDK AM12+S1+Z9Allianz GSB100 (Hochleistung)
Gesamtbeitrag monatlichca. 1.261 €ca. 640 €ca. 684 €ca. 706 €
AG-Zuschussca. 613 €ca. 320 €ca. 342 €ca. 353 €
AN-Anteil monatlichca. 648 €ca. 320 €ca. 342 €ca. 353 €
BRE bei Leistungsfreiheitkeineca. 96 €/Monat (Jahr 1)ca. 114 €/Monat (Jahr 1)ca. 71 €/Monat (Jahr 1)
Effektiver Eigenanteilca. 648 €ca. 224 €ca. 228 €ca. 282 €
Ersparnis ggü. GKV monatlichReferenzca. 424 €ca. 420 €ca. 366 €
Ersparnis ggü. GKV jährlichReferenzca. 5.088 €ca. 5.040 €ca. 4.392 €

Quelle: SDK GesundheitsFAIR-Broschüre, Allianz Tarifunterlagen (Stand 01/2026, PKV ohne KT und ohne Pflege berechnet)

Auf den ersten Blick sieht der Allianz MB100 mit 224 € Eigenanteil am günstigsten aus, der GSB100 mit 282 € am teuersten der drei PKV-Optionen. Der Unterschied zwischen dem günstigsten und teuersten PKV-Tarif liegt bei gerade mal 58 € monatlich netto.

Jetzt kommt aber der entscheidende Punkt: Was bekommst du für diese 58 € mehr?

Der Allianz GSB100 bietet gegenüber dem MB100:

  • 0 € Selbstbeteiligung statt 800 € im Jahr für Arznei- und Verbandmittel
  • Heilpraktikerleistungen bis 2.000 € jährlich statt gar nichts
  • Unbegrenzte Psychotherapie statt 100 % bis zur 30. Sitzung und danach nur noch 70 %
  • bis zu 100 % Zahnersatz statt 85 %
  • Sehhilfen bis 1.000 € alle 36 Monate statt 400 € alle 24 Monate

Allein die Selbstbeteiligung von 800 € im Jahr macht beim MB100 den scheinbaren Beitragsvorteil zu einem großen Teil zunichte, sobald du Kosten für Arznei- oder Verbandmittel hast. Die eigentliche Frage ist also nicht, welcher Tarif den niedrigsten Monatsbeitrag hat, sondern welcher Tarif das beste Verhältnis aus Beitrag und Leistung bietet.

Der GSB100 kostet dich netto 58 € mehr im Monat und liefert dafür in fast jedem relevanten Leistungsbereich mehr.

Über 12 Monate sind das 696 € Mehrkosten, ein Aufenthalt in der Privatklinik später und der Hochleistungstarif hat sich bereits gerechnet.

Wie hoch sind die PKV-Beiträge im Alter für einen Assistenzarzt?

Der PKV-Beitrag steigt mit dem Alter, aber er steigt aus einem niedrigen Einstiegsniveau und wird durch Altersrückstellungen gedämpft. Wer mit 28 Jahren in eine private Krankenversicherung eintritt, baut über Jahrzehnte Rückstellungen auf, die den Beitragsanstieg im Rentenalter abfedern.

Die GKV funktioniert umgekehrt: Mit jeder Gehaltserhöhung und jeder Anhebung der BBG steigt der Beitrag automatisch mit.

Zwischen 2005 und 2025 stiegen die PKV-Beiträge um durchschnittlich 3,1 % pro Jahr, die GKV-Beiträge um 3,8 %. Für Gutverdiener wirkt die GKV wie eine doppelte Beitragserhöhung: höherer Satz und höhere Bemessungsgrundlage. Der GKV-Höchstbeitrag ist seit 2011 um 92 % gestiegen.

Für die SDK-Tarife gilt konkret: Die ambulanten Ärztetarife AM10 bis AM13 hatten in 2026 keine Beitragsanpassung.

Der stationäre Baustein S1 wurde für Ärzte um 31 bis 34 % angepasst, ein Nachholeffekt durch massiv gestiegene Krankenhauskosten im gesamten Markt. Die Allianz-Ärztetarife MB100 wurden in 2025 je nach Altersgruppe um 5 bis 14 % angepasst. Im 20-Jahres-Durchschnitt von 2005 bis 2025 liegen die Allianz-Beitragserhöhungen bei 3,1 % pro Jahr.

Was das langfristig bedeutet, macht der Vergleich für Dr. Wiegert von 28 bis 67 Jahren deutlich:

SystemKumulative Beiträge AN-Anteil über 40 JahreDifferenz zur GKV
GKVca. 670.700 €Referenz
Allianz MB100ca. 327.700 €ca. 343.000 € weniger
SDK AM12+S1+Z9ca. 359.500 €ca. 311.000 € weniger

Quelle: Analyse auf Basis historischer Beitragsentwicklung PKV 3,4 % p.a. und GKV 3,9 % p.a., 2006 bis 2026.

Über 300.000 € weniger Beiträge über eine Karriere, bei gleichzeitig besserem Leistungsniveau. Je früher der Einstieg, desto niedriger der Einstiegsbeitrag, desto mehr Altersrückstellungen und desto geringer der Beitragsanstieg im Alter.

Wer mit 28 statt mit 35 einsteigt, zahlt über die gesamte Laufzeit deutlich weniger und sichert den Gesundheitszustand, den er heute hat, für die Zukunft ab.

Fazit: Eine private Krankenversicherung lohnt sich für Assistenzärzte fast immer, aber der richtige Tarif entscheidet

Die GKV ist für Assistenzärzte in fast keinem Szenario die bessere Wahl.

Sie kostet über eine Karriere mehr als 300.000 € mehr, liefert weniger Leistung und kann ihren Leistungskatalog jederzeit weiter kürzen. Eine private Krankenversicherung bietet dagegen freie Arztwahl, Chefarzt, kurze Wartezeiten und einen Leistungsumfang, der vertraglich gesichert ist.

Wo die GKV ausnahmsweise punktet: bei Familien mit mehreren Kindern, bei denen der Ehepartner nicht arbeitet und alle Kinder beitragsfrei mitversichert werden können. Auch wer mit häufigen Berufswechseln rechnet und zwischenzeitlich unter die JAEG fallen könnte, sollte die Entscheidung sorgfältig abwägen.

Für alle anderen gilt: Eine private Krankenversicherung ist die klar überlegene Wahl.

Entscheidend ist dabei nicht das Label „Ärztetarif“, sondern was konkret im Tarif steht. Wenn du wissen willst, welcher Tarif in deiner konkreten Situation der richtige ist, buche einen Termin. Ich zeige dir, was bei deinem Einstiegsalter, deiner Familienplanung und deinen Leistungsprioritäten am Ende wirklich sinnvoll ist.

Bild zeigt Marcus Knispel sitzend im schwarzen Anzug / PKV-Berater aus Duisburg für Geschäftsführer & Top-Verdiener
Marcus Knispel
Geschäftsführer | Versicherungsmakler (§ 34d GewO)
Über den Autor

Marcus Knispel ist seit über 25 Jahren in der Versicherungsbranche tätig und seit 2012 als ungebundener, nach § 34d GewO zugelassener Versicherungsmakler mit klarer Spezialisierung auf die private Krankenversicherung für Top-Verdiener, Unternehmer und Geschäftsführer aktiv. Er berät ausschließlich im Mandanteninteresse und unterstützt zusätzlich rund 100 Maklerkolleginnen und -kollegen bei komplexen PKV-Fragestellungen und der vollständigen Beratung ihrer Kunden.

Seine fachliche Grundlage bilden unter anderem Abschlüsse als Versicherungsfachmann (BWV) sowie als zertifizierter Fondsberater (EAFP) an der Europäischen Akademie für Finanzplanung, ergänzt um zahlreiche Spezialisierungen zu Tarifwechselrecht nach VVG § 204, Gesundheitsprüfung, Risikozuschlägen und Beitragsentlastung im Alter. Marcus bildet sich laufend über renommierte Branchenanbieter wie die Deutsche Makler Akademie weiter und verbindet so aktuelle PKV-Produktkenntnis mit langjähriger Praxiserfahrung aus der Beratung von Angestellten, Selbstständigen, Geschäftsführern und C-Level-Entscheidern.

Als Handelsmakler ist Marcus heute bei von Buddenbrock Concepts in Essen angebunden und steht für eine verständliche, transparente und zahlenbasierte PKV-Beratung, bei der Hochleistungstarife und eine stabile Beitragsentwicklung im Alter im Mittelpunkt stehen. In seinen Fachartikeln und Auftritten als PKV-Experte legt er großen Wert auf Aufklärung, klare Sprache und eine saubere Herleitung seiner Empfehlungen, damit Leser und Mandanten fundierte Entscheidungen zur privaten Krankenversicherung treffen können.