Ob deine PKV Kontaktlinsen zahlt und wie viel, steht in deinem Tarif.
Nicht im Gesetz, nicht beim Versicherer pauschal, sondern im Kleingedruckten deines konkreten Vertrags. Zwischen einem günstigen Einsteigertarif und einem Hochleistungstarif liegt beim Thema Kontaktlinsen ein Unterschied von 100 Euro alle drei Jahre auf der einen Seite und 1.000 Euro in drei Jahren auf der anderen.
Wer das beim Tarifabschluss nicht prüft, zahlt jahrelang mehr aus eigener Tasche als nötig.
Das Wichtigste in Kürze:
- Ob die PKV Kontaktlinsen zahlt und wie viel, entscheidet allein der Tarif, nicht das Gesetz.
- Hochwertige PKV-Tarife erstatten bis zu 1.000 Euro in drei Jahren für Kontaktlinsen, ohne dass du eine bestimmte Sehstärke brauchst.
- Günstige Einsteigertarife erstatten nur 100 Euro alle drei Jahre, das deckt kaum ein Zehntel der typischen Jahreskosten.
- Die GKV erstattet Kontaktlinsen für Erwachsene nur ab einer Sehstärke von mindestens 8 Dioptrien. Wer weniger hat, bekommt nichts.
- Wer LASIK machen möchte, bekommt dafür in der GKV und den meisten Einsteigertarifen keinen Cent, in guten PKV-Tarifen aber bis zu 3.000 Euro pro Auge.
Zahlt die PKV für meine Kontaktlinsen?
Ja, gute PKV-Tarife zahlen Kontaktlinsen vollständig, und das ohne die strengen Dioptriengrenzen der GKV. Jeder Versicherer legt im eigenen Tarif fest, wie viel er für Sehhilfen erstattet. Es gibt keine gesetzliche Pflicht, einen Mindestbetrag zu zahlen. Wer einen schwachen Tarif abschließt, bekommt für seine Kontaktlinsen manchmal sogar weniger als eine einfache GKV-Zusatzversicherung zahlen würde.
Wann zahlt die PKV für Kontaktlinsen?
PKV-Tarife verlangen in der Regel keine Mindest-Dioptrienzahl. Ein Rezept vom Augenarzt oder eine Refraktionsbestimmung beim Optiker genügt. Vier Voraussetzungen müssen dabei erfüllt sein:
- Kontaktlinsen sind im Tarif ausdrücklich als Sehhilfe aufgeführt. Bei den meisten modernen Tarifen ist das der Fall, bei manchen älteren Tarifen nicht.
- Du hast ein ärztliches Rezept oder eine dokumentierte Refraktionsbestimmung beim Optiker.
- Das Erstattungsintervall deines Tarifs läuft noch. Üblicherweise sind das 24 bis 36 Monate oder drei Kalenderjahre.
- Du reichst Originalrechnung, Zahlungsnachweis und Rezept ein, heute meist per App.
Bei einer Sehstärkenänderung von mindestens 0,5 Dioptrien kannst du in vielen Tarifen schon vor Ablauf des regulären Intervalls neue Erstattungen geltend machen.
Wann zahlt die PKV nicht für Kontaktlinsen?
Vier Situationen, in denen du trotz PKV leer ausgehst:
- Dein Tarif listet Kontaktlinsen nicht explizit als erstattungsfähige Sehhilfe. Das betrifft vor allem alte, geschlossene Tarife.
- Du befindest dich noch in der Wartezeit. Manche Tarife setzen voraus, dass du eine bestimmte Anzahl von Monaten versichert bist, bevor du Sehhilfen einreichen kannst.
- Dein Budget ist aufgebraucht. 100 Euro alle 36 Monate sind bei Monatslinsen in wenigen Monaten weg.
- Du willst LASIK, aber dein Tarif deckt Laseroperationen nicht ab. Bei günstigen Tarifen ist das häufig der Fall.
Wichtig ist außerdem der Unterschied zwischen offenen und geschlossenen Hilfsmittelkatalogen. Bei einem offenen Katalog werden alle medizinisch notwendigen Sehhilfen erstattet, auch wenn sie nicht namentlich im Tarif stehen.
Bei einem geschlossenen Katalog wird nur erstattet, was explizit aufgelistet ist. Wer spezielle Linsen trägt oder in Zukunft neue Produkttypen nutzen möchte, ist mit einem offenen Katalog deutlich besser aufgestellt.
Wie gut ist die Erstattung bei einem Hochleistungstarif?
Als Beispiel nehmen wir den SDK AM12+S1+Z9, einen der aktuell besten Premiumtarife auf dem deutschen Markt.
Die Süddeutsche Krankenversicherung (SDK) ist eine genossenschaftliche Versicherung und wird von der Ratingagentur Franke und Bornberg mit 90 von 100 Punkten bewertet. Stand April 2025 beträgt der Monatsbeitrag für einen 35-Jährigen 788,55 Euro laut Franke und Bornberg-Musterfall.
Die Tarifbedingungen im ambulanten Baustein AM12 zur Sehhilfe-Erstattung lauten:
Erstattet werden bis 1.000 Euro Rechnungsbetrag für Sehhilfen (Gläser, Brillengestelle, Kontaktlinsen) innerhalb von 3 Kalenderjahren.
| Leistungsmerkmal | SDK AM12 |
|---|---|
| Erstattungsbetrag Kontaktlinsen | bis 1.000 Euro in 3 Kalenderjahren |
| Erstattungssatz | 100 Prozent bis zur Obergrenze |
| Mindest-Dioptrienzahl | keine |
| LASIK oder Laser-OP | bis 3.000 Euro pro Auge |
| Hilfsmittelkatalog | offen |
| Wartezeit Sehhilfen | 36 Monate Versicherungszeit |
| GOÄ-Erstattung ambulant | auch über die Höchstsätze der GOÄ hinaus |
Wer jährlich Monatslinsen für rund 300 Euro kauft, bekommt über 3 Jahre alle Kosten vollständig erstattet. Wer LASIK plant, hat bei typischen Kosten von 1.500 bis 2.500 Euro pro Auge nahezu keinen Eigenanteil mehr.
Wie gut ist die Erstattung bei einem Einsteigertarif?
Als Vergleich nehmen wir die HanseMerkur KVS1, den günstigsten Vollversicherungstarif der HanseMerkur, der als Einstiegslösung für Selbstständige vermarktet wird. Der Monatsbeitrag liegt für einen 35-jährigen Selbstständigen bei rund 491 Euro.
Die Tarifbedingungen zur Sehhilfe-Erstattung:
Erstattet werden maximal 100 Euro für Sehhilfen (Gläser, Brillengestelle, Kontaktlinsen). Erneuter Anspruch nach 36 Monaten.
| Leistungsmerkmal | HanseMerkur KVS1 |
|---|---|
| Erstattungsbetrag Kontaktlinsen | maximal 100 Euro alle 36 Monate |
| Erstattungssatz | pauschal |
| Mindest-Dioptrienzahl | keine |
| LASIK oder Laser-OP | nicht enthalten |
| Hilfsmittelkatalog | offen |
| Ambulante GOÄ-Erstattung | bis Höchstsätze 3,5-fach |
Wer jährlich 300 Euro für Kontaktlinsen ausgibt, bekommt über 3 Jahre genau 100 Euro zurück.
Das sind rund 11 Prozent der tatsächlichen Kosten. Die restlichen 800 Euro zahlt er selbst. PKV-Tarife können beim Thema Sehhilfen deutlich schlechter sein als man erwartet. Wer nur auf den monatlichen Beitrag schaut und die Leistungen nicht prüft, erlebt hier böse Überraschungen.
Was zahlt die GKV für Kontaktlinsen?
Für die meisten Erwachsenen zahlt die GKV bei Kontaktlinsen gar nichts. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt Sehhilfen nur bei sehr hohen Sehschwächen, die der Gesetzgeber in der Hilfsmittel-Richtlinie (HilfsM-RL) eng definiert hat.
Wann zahlt die GKV für Brillen?
Für Brillen springt die GKV erst ab einer Kurzsichtigkeit von mehr als 6 Dioptrien ein. Wer nur 3 oder 4 Dioptrien hat, also die Mehrheit aller Brillenträger, bekommt keinen Cent.
Wann zahlt die GKV für Kontaktlinsen?
Für Kontaktlinsen gelten sogar noch strengere Voraussetzungen:
| Grund für Kontaktlinsen | Mindestanforderung der GKV |
|---|---|
| Kurzsichtigkeit (Myopie) | mindestens 8,0 Dioptrien |
| Weitsichtigkeit (Hyperopie) | mindestens 8,0 Dioptrien |
| Hornhautverkrümmung, irregulärer Astigmatismus | Sehverbesserung von mind. 20% gegenüber Brille |
| Hornhautverkrümmung rectus oder inversus | mindestens 3,0 Dioptrien |
| Hornhautverkrümmung obliquus | mindestens 2,0 Dioptrien |
| Keratokonus (Verformung der Hornhaut) | immer |
| Fehlende Augenlinse (Aphakie) | immer |
| Unterschiedliche Bildgröße auf beiden Augen (Aniseikonie) | mehr als 7 Prozent |
| Stark unterschiedliche Sehstärke beider Augen (Anisometropie) | mindestens 2,0 Dioptrien |
Die meisten Kontaktlinsenträger haben Werte zwischen 1 und 5 Dioptrien. Sie bekommen von der GKV nichts.
Wer die Grenzwerte tatsächlich erfüllt, bekommt außerdem nicht die tatsächlichen Kosten erstattet, sondern nur einen gesetzlich festgelegten Festbetrag, der oft unter dem Marktpreis hochwertiger Kontaktlinsen liegt.
LASIK erstattet die GKV grundsätzlich nicht. Sie gilt als kosmetischer Eingriff, unabhängig von der Sehstärke.
Kinder sind besser gestellt
Für Versicherte unter 18 Jahren gelten deutlich großzügigere Regelungen. Kinder haben grundsätzlich Anspruch auf Sehhilfen, wenn ein ärztliches Rezept vorliegt. Auch hier gelten aber medizinische Indikationsgrenzen für Kontaktlinsen.
Direktvergleich: Hochleistungstarif vs. Einsteigertarif vs. GKV
Jetzt kommt alles zusammen. Beim Thema Kontaktlinsen sind die Unterschiede zwischen den drei Optionen enorm.
Kontaktlinsen, LASIK und Sehhilfen
| Kriterium | GKV | HanseMerkur KVS1 | SDK AM12 |
|---|---|---|---|
| Erstattung Kontaktlinsen | 0 Euro (unter 8 dpt) | max. 100 Euro alle 36 Monate | bis 1.000 Euro in 3 Jahren |
| Mindest-Dioptrienzahl | 8,0 dpt | keine | keine |
| LASIK pro Auge | keine | nicht im Tarif | bis 3.000 Euro |
| Sehhilfen allgemein (Brille etc.) | ab 6,0 dpt | 100 Euro alle 36 Monate | im Sehhilfen-Budget enthalten |
| Hilfsmittelkatalog | gesetzlich geschlossen | offen | offen |
| Erstattung bei 300 Euro Jahreskosten | 0 Euro | ca. 33 Euro/Jahr | ca. 300 Euro/Jahr |
| Erstattungsquote Kontaktlinsen | 0 Prozent | ca. 11 Prozent | ca. 100 Prozent |
Stationäre Versorgung
Im Krankenhaus zeigt sich ebenfalls, wie unterschiedlich die drei Optionen aufgestellt sind. Wer in der GKV ins Krankenhaus kommt, landet im Mehrbettzimmer und wird vom diensthabenden Arzt behandelt, wer gerade Dienst hat.
Chefarzt und Einzelzimmer sind GKV-Versicherten grundsätzlich nicht zugänglich, außer sie zahlen extra über eine Zusatzversicherung.
| Leistungsbereich stationär | GKV | HanseMerkur KVS1 | SDK S1 |
|---|---|---|---|
| Unterkunft | Mehrbettzimmer | Einbettzimmer | Einbettzimmer |
| Behandelnder Arzt | diensthabend | Chefarzt | Chefarzt, auch über GOÄ-Höchstsätze |
| Privatkliniken | nicht zugänglich | zugänglich | vollständig zugänglich |
| Psychotherapie stationär | kontingentiert | 70 Prozent, max. 50 Sitzungen/Jahr | 100 Prozent, ohne Begrenzung |
| Krankenhaustagegeld | keine | nicht enthalten | 40 bis 60 Euro/Tag bei Verzicht auf Wahlleistungen |
| Stationärer Selbstbehalt | keiner | keiner | keiner |
Ambulante Versorgung
Auch im Alltag, also beim Arztbesuch, beim Heilpraktiker oder beim Zahnarzt, trennen sich die drei Optionen deutlich.
| Leistungsbereich ambulant | GKV | HanseMerkur KVS1 | SDK AM12 |
|---|---|---|---|
| Freie Arztwahl | eingeschränkt | vollständig | vollständig |
| GOÄ-Erstattung | nur GKV-Sätze | bis Höchstsätze, 3,5-fach | auch über Höchstsätze hinaus |
| Heilpraktiker | keine | bis 1.000 Euro/Jahr, ab dem 3. Jahr | ja, anteilig bis Schulmedizin-Niveau |
| Psychotherapie ambulant | kontingentiert, Kassensitz nötig | 70 Prozent, max. 50 Sitzungen | 100 Prozent, ohne Begrenzung der Sitzungszahl |
| Osteopathie | keine | keine | ja |
| Vorsorge | GKV-Standard | nach Tarif | bis 500 Euro in 3 Jahren |
| Selbstbehalt ambulant | keiner | 500 Euro/Jahr | 20 Prozent, max. 480 Euro/Jahr |
| Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit | keine | 500 Euro Festbetrag | 2 Monatsbeiträge, ca. 1.680 Euro |
Zahnärztliche Versorgung
Beim Zahnarzt zeigen sich die größten Unterschiede zwischen den Tarifen im direkten Alltag.
| Leistungsbereich Zahn | GKV | HanseMerkur KVS1 | SDK Z9 |
|---|---|---|---|
| Zahnbehandlung | GKV-Regelleistung | 100 Prozent | 100 Prozent |
| Zahnersatz | ca. 60 Prozent Regelversorgung | 80 Prozent, erst ab dem 7. Versicherungsjahr | 90 Prozent sofort, inkl. Implantate und Knochenaufbau |
| Kieferorthopädie | nur bis 18 Jahre, GKV-Standard | 80 Prozent | 90 Prozent, alle Altersgruppen |
| Implantate | nicht erstattungsfähig | ab Jahr 7 in ZE-Satz enthalten | 90 Prozent |
| GOÄ/GOZ-Erstattung Zahn | nur GKV-Sätze | bis Höchstsätze | über Höchstsätze hinaus |
Wer in der GKV eine Krone braucht, bekommt den Festzuschuss für die günstigste Standard-Versorgung.
Wer eine Brücke oder ein Implantat braucht, zahlt den Großteil selbst. Im SDK-Tarif sind Implantate inklusive Knochenaufbau zu 90 Prozent gedeckt, sofort ab dem ersten Versicherungstag.
Was bleibt am Ende übrig?
Der HanseMerkur KVS1 kostet rund 491 Euro pro Monat. Das klingt günstiger als der SDK-Tarif mit rund 840 Euro.
Aber bei Zahnersatz, Kontaktlinsen, Psychotherapie und Heilpraktiker fällt der HanseMerkur-Tarif weit zurück. Und ein Tarif, der beim Zahnersatz erst ab dem siebten Versicherungsjahr 80 Prozent zahlt, ist für jemanden, der sofort guten Schutz braucht, wenig wert.
Die GKV wiederum kostet für gut verdienende Alleinverdiener ohne Familie den Höchstbeitrag, bietet dafür aber Mehrbettzimmer, keinen Chefarzt, keine Implantate, keine Kontaktlinsen und keine LASIK.
Vor dem Hintergrund der laufenden GKV-Reform, die weitere Leistungskürzungen und steigende Beiträge bringt, wird das Preis-Leistungs-Verhältnis der GKV weiter schlechter.
Fallbeispiel: Thomas, 35 Jahre, Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH
Thomas ist 35 Jahre alt, Gesellschafter und Geschäftsführer einer eigenen GmbH. Sein monatliches Geschäftsführergehalt beträgt 10.000 Euro brutto, das sind 120.000 Euro pro Jahr. Er hat keine Kinder und keine Vorerkrankungen. Er trägt Kontaktlinsen mit minus 3 Dioptrien und gibt jährlich rund 300 Euro für Monatslinsen aus.
Als GGF mit Anstellungsvertrag ist Thomas sozialversicherungsrechtlich wie ein Arbeitnehmer gestellt. Seine GmbH zahlt den Arbeitgeberbeitrag zur Krankenversicherung. Das ändert die Rechnung gegenüber einem klassischen Selbstständigen deutlich.
Was zahlen Thomas und seine GmbH zusammen pro Monat?
Da Thomas über der Jahresarbeitsentgeltgrenze von 77.400 Euro verdient, kann er zwischen GKV und PKV wählen.
In der GKV zahlt er den Höchstbeitrag. Der GKV-Beitrag setzt sich zusammen aus 14,6 Prozent allgemeinem Beitragssatz plus 2,9 Prozent durchschnittlichem Zusatzbeitrag plus 4,2 Prozent Pflegeversicherung für Kinderlose, also insgesamt 21,7 Prozent auf die Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro.
| Wer zahlt was | GKV | HanseMerkur KVS1 | SDK AM12+S1+Z9 |
|---|---|---|---|
| Thomas zahlt (AN-Anteil) | 630,66 Euro | 245,44 Euro | 420,06 Euro |
| GmbH zahlt (AG-Anteil / AG-Zuschuss) | 630,66 Euro | 245,44 Euro | 420,06 Euro |
| Gesamtkosten GmbH und Thomas | 1.261,31 Euro | 490,89 Euro | 840,12 Euro |
Bei der PKV zahlt die GmbH als Arbeitgeberzuschuss maximal die Hälfte des PKV-Beitrags, aber höchstens die Hälfte des GKV-Höchstbeitrags. Beim SDK-Tarif sind das rund 420,06 Euro, beim HanseMerkur-Tarif rund 245,44 Euro. Das ist für die GmbH jeweils eine Betriebsausgabe.
Wichtig: Die GmbH zahlt beim SDK-Tarif rund 210 Euro weniger pro Monat als beim GKV-Höchstbeitrag. Das sind über 2.500 Euro weniger Betriebsausgaben pro Jahr, bei gleichzeitig besserem Schutz für Thomas.
Was bleibt nach Steuer für Thomas übrig?
Thomas kann seinen persönlichen Eigenanteil an der Krankenversicherung als Sonderausgaben nach § 10 Absatz 1 Nr. 3 EStG geltend machen. Der sogenannte Basisanteil des Beitrags, also der Teil, der dem GKV-Grundschutz entspricht, ist dabei vollständig steuerlich absetzbar.
Leistungen wie Chefarzt oder Heilpraktiker fallen unter sonstige Vorsorgeaufwendungen, die für Angestellte auf 1.900 Euro pro Jahr gedeckelt sind. Bei Hochleistungstarifen ist der Basisanteil oft so hoch, dass diese Grenze ohnehin ausgeschöpft wird.
Als Grenzsteuersatz wurden 42 Prozent plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag angenommen, also 44,31 Prozent.
| Versicherung | Thomas zahlt brutto/Monat | Steuerlich absetzbar/Jahr | Steuerersparnis/Jahr | Thomas zahlt netto/Monat |
|---|---|---|---|---|
| GKV | 630,66 Euro | ca. 7.265 Euro | ca. 3.219 Euro | ca. 362 Euro |
| HanseMerkur KVS1 | 245,44 Euro | ca. 2.356 Euro | ca. 1.044 Euro | ca. 158 Euro |
| SDK AM12+S1+Z9 | 420,06 Euro | ca. 4.033 Euro | ca. 1.787 Euro | ca. 271 Euro |
Nach Steuern zahlt Thomas in der GKV rund 362 Euro pro Monat aus eigener Tasche. Für den SDK-Hochleistungstarif zahlt er netto rund 271 Euro, also rund 91 Euro weniger pro Monat. Über das Jahr gerechnet spart Thomas mit der SDK gegenüber der GKV rund 1.095 Euro netto.
Dazu kommt der GmbH-Vorteil: Die GmbH selbst zahlt beim SDK-Tarif rund 2.527 Euro weniger pro Jahr als bei der GKV. Das ist Geld, das im Unternehmen bleibt.
Was bekommt Thomas für seine Kontaktlinsen zurück?
Thomas gibt jährlich 300 Euro für Monatslinsen aus, über 3 Jahre sind das 900 Euro.
| Versicherung | Erstattung pro Jahr | Eigenanteil pro Jahr | Über 3 Jahre selbst gezahlt |
|---|---|---|---|
| GKV, minus 3,0 dpt | 0 Euro, unter der 8-dpt-Grenze | 300 Euro | 900 Euro |
| HanseMerkur KVS1 | ca. 33 Euro | ca. 267 Euro | rund 800 Euro |
| SDK AM12+S1+Z9 | ca. 300 Euro | ca. 0 Euro | vollständig gedeckt |
Was wäre bei LASIK?
LASIK kostet typischerweise rund 2.200 Euro pro Auge.
| Versicherung | Erstattung pro Auge | Eigenanteil pro Auge |
|---|---|---|
| GKV | 0 Euro, gilt als kosmetisch | 2.200 Euro |
| HanseMerkur KVS1 | 0 Euro, nicht im Tarif | 2.200 Euro |
| SDK AM12+S1+Z9 | bis 3.000 Euro | 0 Euro, vollständig gedeckt |
Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit
Falls Thomas in einem Jahr keine Leistungen einreicht:
| Versicherung | Rückerstattung bei Leistungsfreiheit |
|---|---|
| GKV | keine |
| HanseMerkur KVS1 | 500 Euro Festbetrag |
| SDK AM12+S1+Z9 | 2 Monatsbeiträge, rund 1.680 Euro |
Bei der SDK sinkt der effektive Monatsbeitrag für Thomas in leistungsfreien Jahren durch die Rückerstattung auf einen Eigenanteil von rund 131 Euro netto. Das sind weniger als ein Drittel des GKV-Eigenanteils.
Fazit: „Eine gute PKV zahlt Kontaktlinsen vollständig, eine schlechte PKV kaum“
Ob deine PKV Kontaktlinsen zahlt und wie viel, steht in deinem Tarif. Gute Tarife erstatten bis zu 1.000 Euro in drei Jahren, ohne Mindest-Dioptrienzahl, ohne Kassenlogik. Schwache Tarife zahlen 100 Euro alle 36 Monate, das sind bei 300 Euro Jahreskosten gerade mal 11 Prozent. Wer das beim Tarifabschluss nicht prüft, zahlt jahrelang mehr aus eigener Tasche als nötig.
Das Fallbeispiel von Thomas zeigt, was viele überrascht. Sein GKV-Eigenanteil liegt netto bei rund 362 Euro pro Monat. Beim SDK-Hochleistungstarif zahlt er netto rund 271 Euro, also 91 Euro weniger pro Monat. Seine GmbH spart dazu noch rund 210 Euro pro Monat gegenüber dem GKV-Arbeitgeberanteil.
Er bekommt dafür Chefarztbehandlung, Einzelzimmer, vollständige Kontaktlinsenerstattung, LASIK-Übernahme bis 3.000 Euro pro Auge, 90 Prozent auf Zahnersatz inklusive Implantate und Psychotherapie ohne Sitzungsbegrenzung.
Wenn du wissen willst, welcher PKV-Tarif zu deiner Situation passt und ob ein Wechsel für dich sinnvoll ist, meld dich gerne bei mir. Gemeinsam schauen wir uns das konkret an.
FAQ: PKV und Kontaktlinsen
Brauche ich eine bestimmte Sehstärke, damit die PKV meine Kontaktlinsen zahlt?
Nein. PKV-Tarife stellen in aller Regel keine Mindestanforderungen an deine Dioptrienzahl. Ein Rezept vom Augenarzt oder eine Refraktionsbestimmung beim Optiker reicht aus.
Zahlt die PKV auch Kontaktlinsen-Pflegemittel?
Pflegemittel werden von den meisten Tarifen nicht gesondert erstattet. Manche Tarife rechnen sie aber zum allgemeinen Sehhilfen-Budget. Lies dazu die genauen Tarifbedingungen oder frag deinen Versicherer direkt.
Kann ich LASIK über die PKV abrechnen?
Gute Hochleistungstarife erstatten LASIK bis zu 3.000 Euro pro Auge. In der GKV und bei den meisten günstigen PKV-Tarifen gibt es dafür nichts. Prüfe das vor dem Tarifabschluss explizit.
Wie reiche ich meine Kontaktlinsenrechnung bei der PKV ein?
Du bezahlst beim Optiker oder der Augenarztpraxis selbst, bewahrst Originalrechnung, Zahlungsnachweis und Rezept auf und reichst alles über die App oder das Online-Portal deines Versicherers ein. Bei den meisten Versicherern erfolgt die Erstattung innerhalb weniger Werktage.
Wann kann ich meine Kontaktlinsen vorzeitig erneut abrechnen?
Bei einer Sehstärkenänderung von mindestens 0,5 Dioptrien kannst du in vielen Tarifen auch außerhalb des regulären Erstattungsintervalls neue Kontaktlinsen einreichen. Lass dir dafür ein neues Rezept ausstellen.
Kann meine GmbH den PKV-Beitrag übernehmen?
Als Gesellschafter-Geschäftsführer mit Anstellungsvertrag hat deine GmbH die Pflicht, einen Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung zu zahlen. Bei der PKV zahlt sie die Hälfte deines Beitrags, maximal jedoch die Hälfte des GKV-Höchstbeitrags.
Das sind für 2026 maximal 508,59 Euro für die Krankenversicherung plus 122,06 Euro für die Pflegeversicherung, zusammen rund 630,66 Euro. Beim SDK-Tarif mit rund 840 Euro Gesamtbeitrag zahlt die GmbH rund 420 Euro, du den Rest. Den vollen AG-Anteil zur GKV zahlt die GmbH auf 1.261,31 Euro. PKV spart ihr also rund 210 Euro pro Monat.
