Wie hoch sind die PKV-Kosten für Selbstständige?

Selbstständige tragen ihren Krankenversicherungsbeitrag vollständig allein – ohne Arbeitgeberzuschuss. Der GKV-Höchstbeitrag liegt 2026 bei 1.261 Euro monatlich, während Hochleistungstarife der Allianz oder SDK nach Steuer nur rund 534 bis 542 Euro kosten.
Bild zeigt Marcus Knispel sitzend im schwarzen Anzug / PKV-Berater aus Duisburg für Geschäftsführer & Top-Verdiener
zuletzt aktualisiert: 6. März 2026

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Inhaltsverzeichnis:

Als Selbstständiger trägst du deinen Krankenversicherungsbeitrag komplett allein.

Kein Arbeitgeber teilt ihn mit dir, kein automatischer GKV-Schutz greift, und die Entscheidung zwischen PKV und GKV hat erhebliche finanzielle und medizinische Konsequenzen.

Was viele nicht wissen: Der GKV-Beitrag für Selbstständige ist einer der teuersten im gesamten deutschen Versicherungssystem.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Selbstständige können sich jederzeit privat versichern, unabhängig vom Einkommen. Die Versicherungspflichtgrenze gilt nur für Angestellte.
  • Der GKV-Höchstbeitrag liegt in 2026 für kinderlose Selbstständige bei 1.261,31 € monatlich, und du zahlst ihn komplett allein.
  • Ein Hochleistungstarif der Allianz kostet einen 34-Jährigen in 2026 834,26 € monatlich, der SDK-Tarif einen 35-Jährigen 840,12 €, jeweils inklusive Pflegepflichtversicherung und Krankentagegeld.
  • Nach Steuer sinken die PKV-Kosten auf rund 534 bis 542 € monatlich, die GKV bleibt selbst nach Steuereffekt bei rund 805 €.
  • Für Familien mit nicht berufstätigem Partner und Kindern kann die GKV durch die beitragsfreie Familienversicherung wirtschaftlich überlegen sein.

Was kostet eine private Krankenversicherung für Selbstständige?

Der PKV-Beitrag für Selbstständige hängt von drei Faktoren ab:

  • Eintrittsalter,
  • Gesundheitszustand,
  • und gewähltem Leistungsniveau.

Je jünger und gesünder du beim Einstieg bist, desto günstiger der Beitrag, und der bleibt dir als Berechnungsbasis dauerhaft erhalten. Anders als in der GKV spielt dein Einkommen keine Rolle.

Für einen Selbstständigen ohne Vorerkrankungen, der einen echten Hochleistungstarif wählt, sehen die Beiträge der beiden führenden Anbieter in 2026 so aus:

Allianz MeinGesundheitsschutz Plus 90 + Zahn 90SDK AM12 + S1 + Z9
KV-Beitrag (Ambulant + Stationär + Zahn)631,98 €ca. 700 € (exkl. PPV/VT)
Pflegepflichtversicherung70,28 €ca. 70 €
Krankentagegeld (160 €/Tag, ab 43. Tag)68,80 €flexibel (TA6/140)
Gesetzlicher Zuschlag (10 %)63,20 €in VT enthalten
Gesamtbeitrag834,26 €840,12 €
Effektivbeitrag nach max. Beitragsrückerstattungca. 644,67 €ca. 712 €

Quellen: allianz.de und SDK GesundheitsFAIR-Broschüre, Stand 01/2026. Allianz-Beiträge gelten für einen 34-Jährigen, SDK-Beiträge für einen 35-Jährigen.

Beide Tarife bieten Leistungen, die die GKV strukturell nicht liefern kann:

  • Einbettzimmer und Chefarztbehandlung im Krankenhaus
  • 90 % Zahnersatz inklusive Implantate
  • Heilpraktiker bis 1.000 € jährlich
  • Freie Arztwahl ohne Überweisungspflicht
  • Weltweiter Auslandsschutz
  • Beitragsrückerstattung bei leistungsfreiem Kalenderjahr

Vergleich: Was kostet eine gesetzliche Krankenversicherung für Selbstständige?

Die GKV kostet Selbstständige in 2026 deutlich mehr als die meisten erwarten, weil drei Faktoren gleichzeitig zuschlagen:

  • Du zahlst den vollen Beitrag allein, es gibt keinen Arbeitgeberzuschuss
  • Als beitragspflichtige Einnahmen zählen nicht nur der Gewinn, sondern auch Mieteinnahmen, Kapitalerträge, Dividenden und Versorgungsbezüge
  • Wer gut verdient, landet schnell am Höchstbeitrag

Das sind die relevanten Rechengrößen für 2026:

RechengrößeMonatJahr
Beitragsbemessungsgrenze (BBG)5.812,50 €69.750 €
Mindestbemessungsgrundlage (hauptberuflich Selbstständige)1.318,33 €15.820 €
Allgemeiner Beitragssatz KV (mit Krankengeld)14,6 %
Ermäßigter Beitragssatz KV (ohne Krankengeld)14,0 %
Durchschnittlicher Zusatzbeitrag2,9 %
Pflegeversicherung kinderlos (ab 23 Jahren)4,2 %
Pflegeversicherung mit einem Kind3,6 %

Quellen: AOK, Verbraucherzentrale, ottonova.

Wer über der BBG verdient, zahlt den Höchstbeitrag. Wer wenig verdient, zahlt mindestens auf Basis der Mindestbemessungsgrundlage von 1.318,33 € monatlich, auch wenn der tatsächliche Gewinn darunter liegt.

Welche gesetzliche Krankenkasse ist die günstigste für Selbstständige?

Die aktuell günstigste bundesweit offene gesetzliche Krankenkasse für Selbstständige in 2026 ist die BKK firmus, direkt dahinter liegt die hkk, ebenfalls mit sehr niedrigen Beiträgen.

Der allgemeine Beitragssatz von 14,6 % ist gesetzlich für alle Kassen identisch, der Unterschied entsteht ausschließlich durch den kassenindividuellen Zusatzbeitrag. Beim Höchstbeitrag macht ein Prozentpunkt Unterschied beim Zusatzbeitrag monatlich rund 58 € aus. Das sind die günstigsten Kassen in 2026:

KrankenkasseZusatzbeitragGesamtbeitragssatzMindestbeitrag ca.Höchstbeitrag ca.
BKK firmus2,18 %16,78 %221 bis 213 €940 bis 975 €
hkk2,59 %17,19 %219 bis 227 €964 bis 999 €
TUI BKK2,50 %17,10 %218 €959 €

Spannbreiten ergeben sich aus unterschiedlichen Rechenmodellen der Vergleichsportale, nicht aus echten Beitragssatz-Unterschieden. Die Mindestbemessungsgrundlage für Selbstständige liegt in 2026 bei 1.318,33 € monatlich, die Beitragsbemessungsgrenze bei 5.812,50 €.

Ein paar Besonderheiten, die du kennen solltest:

  • Die BKK firmus hält den Zusatzbeitrag in 2026 stabil bei 2,18 % und liegt damit klar unter dem bundesweiten Durchschnitt von 2,9 %.
  • Die hkk wirbt in 2026 damit, eine der günstigsten Kassen zu sein. Laut hkk-eigener Rechnung sparen Selbstständige bis zu 1.255,50 € pro Jahr gegenüber teureren Kassen.
  • Selbstständige tragen den vollen Beitrag allein, es gibt keinen Arbeitgeberzuschuss.

Trotzdem gilt: Selbst die günstigste GKV kostet einen gut verdienenden Selbstständigen in 2026 am Höchstbeitrag rund 940 bis 975 € monatlich, und das für ein Leistungsniveau, das mit einem PKV-Hochleistungstarif nicht vergleichbar ist. Die günstigste Kasse löst das strukturelle Problem nicht, sie macht es nur etwas kleiner.

Wie hoch ist der Höchstbeitrag in der GKV für Selbstständige?

Der GKV-Höchstbeitrag für Selbstständige liegt in 2026 bei 1.261,31 € monatlich für kinderlose Versicherte mit Krankengeldanspruch. Wer auf Krankengeld verzichtet und den ermäßigten Beitragssatz wählt, zahlt 1.226,44 €.

Mit einem Kind sinken die Beiträge durch den niedrigeren Pflegeversicherungssatz leicht:

BeitragsartMit KrankengeldOhne Krankengeld
Höchstbeitrag KV1.017,19 €982,31 €
Pflegeversicherung kinderlos244,13 €244,13 €
Gesamtbeitrag kinderlos1.261,31 €1.226,44 €
Pflegeversicherung 1 Kind209,25 €209,25 €
Gesamtbeitrag 1 Kind1.226,44 €1.191,56 €

Quellen: AOK, Finanztip.

Zum Vergleich: Ein angestellter Gutverdiener zahlt von diesem Betrag nur die Hälfte, weil der Arbeitgeber die andere Hälfte übernimmt. Als Selbstständiger trägst du alles allein.

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Marcus Knispel
PKV-Berater für Top-Verdiener

PKV vs. GKV: Wie hoch ist die durchschnittliche Beitragsentwicklung?

Die PKV ist langfristig günstiger gestiegen als die GKV.

Zwischen 2005 und 2025 lag der jährliche Beitragsanstieg in der GKV bei durchschnittlich 3,8 %, in der PKV bei 3,1 %. Kumuliert über 20 Jahre ergibt das einen Unterschied von fast 26 Prozentpunkten.

ZeitraumJährlicher Anstieg GKVJährlicher Anstieg PKV
2005 bis 20253,8 %3,1 %
2015 bis 20254,1 %3,9 %
Kumuliert 2005 bis 2025+109,3 %+83,5 %

Besonders deutlich war der Unterschied in den letzten Jahren. Von 2024 auf 2025 ist der GKV-Höchstbeitrag um 11,9 % gestiegen, getrieben durch die Anhebung des Zusatzbeitrags von 1,7 % auf 2,5 %.

Von 2015 bis 2026 hat sich der GKV-Höchstbeitrag für Selbstständige mit einem Kind von 746,63 € auf rund 1.228 € entwickelt, ein Anstieg von über 64 % in elf Jahren.

Der Grund liegt im System: Die GKV ist umlagefinanziert, das bedeutet, die aktuellen Beitragszahler finanzieren die aktuellen Leistungen. Der demografische Wandel, also weniger Beitragszahler bei gleichzeitig mehr Leistungsempfängern, schlägt hier direkt auf die Beiträge durch.

Die PKV arbeitet kapitalgedeckt mit Altersrückstellungen, die über Jahrzehnte aufgebaut werden und die Beiträge im Alter stabilisieren. Beitragsanpassungen in der PKV unterliegen zudem strengen gesetzlichen Schwellenwerten und werden von einem unabhängigen Treuhänder geprüft.

Für 2026 melden sowohl Allianz als auch SDK Beitragsstabilität in ihren aktuellen Hochleistungstarifen. Die SDK-Tarife AM10 bis AM13, Z8 und Z9 sowie die Allianz MeinGesundheitsschutz-Tarife finden im laufenden Jahr keine Beitragsanpassung im Neugeschäft.

Kann ich als Selbstständiger die PKV von der Steuer absetzen?

Ja, PKV-Beiträge sind als Selbstständiger steuerlich absetzbar, und zwar in erheblichem Umfang.

Seit dem Bürgerentlastungsgesetz von 2010 gilt: Beiträge zur Basisabsicherung, also der Teil deiner PKV-Prämie, der dem Leistungsniveau der GKV entspricht, sind als Sonderausgaben nach § 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG unbegrenzt absetzbar.

Dazu kommt die Pflegepflichtversicherung, die ebenfalls zu 100 % absetzbar ist.

In welcher Höhe sind PKV-Beiträge als Selbstständiger steuerlich absetzbar?

Nicht der gesamte PKV-Beitrag ist unbegrenzt absetzbar, sondern nur der sogenannte Basisanteil. Das sind in 2026 die absetzbaren Anteile nach Versicherer:

BeitragsbestandteilAbsetzbarkeit
Basisanteil KV (GKV-gleiches Niveau)Unbegrenzt als Sonderausgaben
Pflegepflichtversicherung100 % absetzbar
Wahlleistungen (Einbettzimmer, Chefarzt, Heilpraktiker-Zuschlag)Nur im Rahmen sonstiger Vorsorgeaufwendungen, max. 2.800 € für Selbstständige
Krankentagegeld-BeiträgeIm Regelfall durch Basisbeiträge bereits ausgeschöpft
SelbstbeteiligungNicht absetzbar
BeitragsrückerstattungMindert den absetzbaren Betrag im Auszahlungsjahr

Der Basisanteil liegt je nach Versicherer bei rund 79 bis 80 % der reinen KV-Beiträge:

  • Allianz PKV: 79,59 % der KV-Beiträge
  • SDK: ca. 80 % der KV-Beiträge

In der GKV sind dagegen nahezu 100 % der Beiträge absetzbar, abzüglich eines kleinen Anteils für das Krankengeld. Trotzdem kompensiert das die höheren GKV-Bruttobeiträge nicht, wie das Rechenbeispiel im nächsten Abschnitt zeigt.

Ist die private Krankenversicherung eine Betriebsausgabe?

Nein, PKV-Beiträge sind keine Betriebsausgaben, sondern Sonderausgaben im privaten Bereich. Du setzt sie in deiner Einkommensteuererklärung an, nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung deines Unternehmens. Das gilt für Einzelunternehmer und Freiberufler genauso wie für GmbH-Geschäftsführer, die ihre PKV privat zahlen.

Eine Ausnahme gilt, wenn die eigene GmbH einen Arbeitgeberzuschuss zur PKV gewährt. Dieser Zuschuss ist für die GmbH eine Betriebsausgabe und für dich als Geschäftsführer steuerpflichtiger Arbeitslohn, der dann wiederum als Sonderausgabe geltend gemacht werden kann. Dazu mehr im letzten Abschnitt.

Beispiel: Allianz MeinGesundheitsschutz & SDK GesundheitsFAIR

Ein konkretes Rechenbeispiel macht den Unterschied zwischen PKV und GKV greifbarer.

Stell dir folgende Situation vor: Thomas M., 35 Jahre, kinderloser Freiberufler mit einem Jahresgewinn deutlich über der BBG, also über 69.750 €. Er überlegt, ob PKV oder GKV für ihn wirtschaftlich sinnvoller ist. Sein Grenzsteuersatz liegt bei 42 %, hinzu kommt der Solidaritätszuschlag.

Das sind die Jahreskosten nach Steuer für Thomas in 2026:

VersicherungBruttobeitrag/MonatBruttobeitrag/JahrSteuerlich absetzbarSteuerersparnis (44,31 %)Netto-Kosten/JahrNetto-Kosten/Monat
Allianz Plus 90 + Zahn 90834,26 €10.011 €ca. 8.140 €3.607 €6.404 €ca. 534 €
SDK AM12 + S1 + Z9840,12 €10.081 €ca. 8.065 €3.574 €6.508 €ca. 542 €
GKV (mit Krankengeld, kinderlos)1.261,31 €15.136 €ca. 12.346 €5.470 €9.665 €ca. 805 €

Quellen: allianz.de, SDK GesundheitsFAIR-Broschüre Stand 01/2026, eigene Berechnung auf Basis § 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG.

Obwohl in der GKV ein höherer Anteil steuerlich absetzbar ist, bleibt Thomas in der GKV nach Steuer rund 263 € pro Monat teurer als mit dem Allianz-Tarif, und das bei deutlich geringeren Leistungen. Die jährliche Netto-Mehrbelastung durch die GKV liegt bei rund 3.100 bis 3.260 €.

Berücksichtigt man zusätzlich die Beitragsrückerstattung bei leistungsfreiem Jahr, sinken die effektiven PKV-Kosten noch weiter:

  • Allianz: bis zu 30 % BRE, effektiver Monatsbeitrag ca. 644,67 €, nach Steuer rund 413 €
  • SDK: 2 Monatsbeiträge BRE, effektiver Monatsbeitrag ca. 712 €, nach Steuer rund 459 €

Allianz vs. SDK: Direkter Tarifvergleich für Selbstständige

Beide Tarife sind Hochleistungsprodukte, die sich in einigen Details unterscheiden. Das sind die wichtigsten Unterschiede in 2026:

Allianz Plus 90 + Zahn 90SDK AM12 + S1 + Z9Vorteil
GOÄ-Erstattung ambulantBis Höchstsätze (3,5-fach)Über HöchstsätzeSDK
GOÄ-Erstattung stationär110 % (Plus)Über HöchstsätzeSDK
Selbstbeteiligung ambulant10 %, max. 500 €/Jahr20 %, max. 480 €/JahrAllianz
Selbstbeteiligung stationär10 %, max. 500 €/JahrKeineSDK
Sehhilfen200 €/Jahr1.000 € in 3 JahrenSDK
LASIK1.500 €/Auge3.000 €/AugeSDK
Heilpraktiker1.000 €/Jahr1.000 €/JahrGleich
Psychotherapie100 %, 30 Sitzungen, danach 70 %Ohne BegrenzungSDK
BeitragsrückerstattungBis 30 %2 MonatsbeiträgeAllianz (höherer %-Satz)
Beitragsbefreiung ElternzeitBis 6 MonateTarifgemäßAllianz
RechtsformAktiengesellschaftVersicherungsverein a.G.SDK (Gewinnverwendung zugunsten Versicherte)
Gesamtbeitrag (35 J.)834,26 €840,12 €Allianz (minimal)

Beide Tarife sind für 2026 als beitragsstabil ausgewiesen. SDK und Allianz melden für ihre aktuellen Hochleistungstarife keine Beitragsanpassung im Neugeschäft.

Besonderheiten für Selbstständige GmbH-Geschäftsführer: Arbeitgeberzuschuss durch die eigene GmbH

GmbH-Geschäftsführer haben eine Möglichkeit, die Einzelunternehmer und Freiberufler nicht haben: die eigene GmbH kann einen Arbeitgeberzuschuss zur PKV gewähren.

Das reduziert den Eigenanteil erheblich und ist für die GmbH gleichzeitig eine Betriebsausgabe.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung nach sozialversicherungsrechtlichem Status:

  • Mehrheitsgesellschafter-Geschäftsführer (ab 50 % Anteil) haben keinen gesetzlichen Anspruch auf den Zuschuss, weil sie sozialversicherungsfrei sind. Die GmbH kann ihn aber freiwillig gewähren.
  • Fremdgeschäftsführer und Minderheitsgesellschafter ohne Sperrminorität haben dagegen den gesetzlichen Anspruch auf den Arbeitgeberzuschuss wie jeder andere Angestellte.

Das sind die maximalen Zuschussbeträge in 2026:

Zuschuss-VarianteMax. Betrag monatlich
Arbeitgeberzuschuss KV508,59 €
Arbeitgeberzuschuss PV104,63 €
Gesamt613,22 €

Quelle: VDEK, Allianz.

Wer den vollen Zuschuss ausschöpft, reduziert seinen Eigenanteil erheblich. Bei dem 34-jährigen Allianz-Versicherten sinkt der Eigenanteil von 834,26 € auf 417,13 € monatlich. Beim SDK-Tarif für einen 40-jährigen Geschäftsführer, Gesamtbeitrag 904,18 € inklusive Krankentagegeld, sinkt der Eigenanteil auf 452,09 €.

Der Zuschuss ist für den Geschäftsführer steuerpflichtiger Arbeitslohn, kann aber gleichzeitig als Sonderausgabe in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Netto ergibt sich dadurch eine weitere spürbare Entlastung gegenüber dem Szenario ohne Zuschuss.

Fazit: „PKV schlägt GKV für Selbstständige fast immer, aber nicht in jeder Lebenssituation“

Für kinderlose Selbstständige mit gutem Einkommen ist die Rechnung eindeutig. Du zahlst in der PKV weniger, bekommst mehr Leistung, und die Beitragsentwicklung spricht langfristig ebenfalls für die PKV. Nach Steuer liegt der Vorteil bei rund 260 € pro Monat gegenüber dem GKV-Höchstbeitrag.

Der einzige echte Kipppunkt ist die Familie. Sobald ein nicht berufstätiger Partner und Kinder mitversichert werden müssen, kann die GKV durch die beitragsfreie Familienversicherung wirtschaftlich überlegen sein. Ab zwei Kindern mit nicht berufstätigem Partner wird die GKV in den meisten Fällen günstiger, trotz geringerer Leistungen.

Wenn du wissen willst, was konkret für deine Situation gilt, buch dir einen Termin. Ich rechne beide Seiten durch, erkläre dir, welcher Tarif wirklich zu dir passt, und sage dir ehrlich, ob PKV oder GKV in deinem Fall die bessere Wahl ist. Und wenn die GKV sinnvoller ist, sage ich dir das genauso.

Bild zeigt Marcus Knispel sitzend im schwarzen Anzug / PKV-Berater aus Duisburg für Geschäftsführer & Top-Verdiener
Marcus Knispel
Geschäftsführer | Versicherungsmakler (§ 34d GewO)
Über den Autor

Marcus Knispel ist seit über 25 Jahren in der Versicherungsbranche tätig und seit 2012 als ungebundener, nach § 34d GewO zugelassener Versicherungsmakler mit klarer Spezialisierung auf die private Krankenversicherung für Top-Verdiener, Unternehmer und Geschäftsführer aktiv. Er berät ausschließlich im Mandanteninteresse und unterstützt zusätzlich rund 100 Maklerkolleginnen und -kollegen bei komplexen PKV-Fragestellungen und der vollständigen Beratung ihrer Kunden.

Seine fachliche Grundlage bilden unter anderem Abschlüsse als Versicherungsfachmann (BWV) sowie als zertifizierter Fondsberater (EAFP) an der Europäischen Akademie für Finanzplanung, ergänzt um zahlreiche Spezialisierungen zu Tarifwechselrecht nach VVG § 204, Gesundheitsprüfung, Risikozuschlägen und Beitragsentlastung im Alter. Marcus bildet sich laufend über renommierte Branchenanbieter wie die Deutsche Makler Akademie weiter und verbindet so aktuelle PKV-Produktkenntnis mit langjähriger Praxiserfahrung aus der Beratung von Angestellten, Selbstständigen, Geschäftsführern und C-Level-Entscheidern.

Als Handelsmakler ist Marcus heute bei von Buddenbrock Concepts in Essen angebunden und steht für eine verständliche, transparente und zahlenbasierte PKV-Beratung, bei der Hochleistungstarife und eine stabile Beitragsentwicklung im Alter im Mittelpunkt stehen. In seinen Fachartikeln und Auftritten als PKV-Experte legt er großen Wert auf Aufklärung, klare Sprache und eine saubere Herleitung seiner Empfehlungen, damit Leser und Mandanten fundierte Entscheidungen zur privaten Krankenversicherung treffen können.