Eine gesetzliche Krankenversicherung kostet dich als Selbstständigen im Jahr 2026 zwischen rund 286 Euro und rund 1.261 Euro im Monat. Wie viel genau, hängt allein von deinem Einkommen ab, denn du trägst den vollen Beitrag selbst, ohne einen Arbeitgeber, der die Hälfte übernimmt.
Anders als bei Angestellten fließen in deinen Beitrag neben dem Gewinn auch Mieteinnahmen, Kapitalerträge und weitere Einkünfte ein. Nach oben ist der Beitrag aber gedeckelt: Ab einem bestimmten Einkommen zahlst du den Höchstbeitrag, egal wie viel mehr du verdienst.
Wie viel kostet eine gesetzliche Krankenversicherung für Selbständige?
Als Selbstständiger zahlst du 2026 einen GKV-Beitrag, der sich nach deinem Einkommen richtet, vom Mindestbeitrag von rund 286 Euro bis zum Höchstbeitrag von rund 1.261 Euro im Monat. Den vollen Betrag trägst du selbst, einen Arbeitgeberanteil gibt es bei dir nicht.
In der gesetzlichen Kasse bist du als Selbstständiger freiwillig versichert. Dein Beitrag berechnet sich aus deinem Einkommen, allerdings nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro im Monat.
Alles, was du darüber verdienst, bleibt beitragsfrei. Ein Selbstständiger mit 6.000 Euro Gewinn zahlt also genauso viel wie einer mit 20.000 Euro.
Ob du Familie hast, wirkt sich anders aus, als viele vermuten. Kinder und ein Ehepartner ohne eigenes Einkommen sind über die Familienversicherung beitragsfrei mitversichert. Dein Beitrag bleibt also gleich, ob du allein lebst oder eine vierköpfige Familie versorgst. Einen kleinen Unterschied macht nur die Pflegeversicherung: Wer kinderlos und über 23 ist, zahlt einen Zuschlag von 0,6 Prozentpunkten und damit etwas mehr als Eltern.
Schauen wir uns an, was das für verschiedene Einkommen bedeutet. Maßgeblich ist dein Gewinn, also dein Einkommen nach Abzug der Betriebsausgaben. Liegt er unter der Mindestbemessungsgrundlage von 1.318,33 Euro, rechnet die Kasse trotzdem mit diesem Sockel.
Ich habe dir die wichtigsten Einkommensstufen für 2026 zusammengestellt, jeweils für Kinderlose und für Eltern. Die Werte enthalten den durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent und die Pflegeversicherung:
| Monatlicher Gewinn | GKV kinderlos | GKV mit Kind |
|---|---|---|
| 1.318 € (Mindestbeitrag) | rund 286 € | rund 278 € |
| 3.000 € | rund 651 € | rund 633 € |
| 4.000 € | rund 868 € | rund 844 € |
| 5.000 € | rund 1.085 € | rund 1.055 € |
| ab 5.812,50 € (Höchstbeitrag) | rund 1.261 € | rund 1.226 € |
Du siehst das Prinzip: Bis zur Beitragsbemessungsgrenze steigt der Beitrag mit jedem Euro Gewinn.
Ab 5.812,50 Euro im Monat ist Schluss, dann zahlst du den Höchstbeitrag von rund 1.261 Euro als Kinderloser oder rund 1.226 Euro mit Kind. Wie hoch er am Ende ausfällt, hängt zusätzlich von deiner Krankenkasse ab, denn der Zusatzbeitrag schwankt von Kasse zu Kasse.
Einen Spielraum hast du beim Krankengeld. Wählst du den ermäßigten Beitragssatz ohne gesetzliches Krankengeld, sinkt dein KV-Satz von 14,6 auf 14,0 Prozent. Dafür bekommst du im Krankheitsfall ab Tag 43 kein Geld von der Kasse und solltest dann privat vorsorgen, etwa mit einer Krankentagegeldversicherung.
Wie haben sich die Krankenkassenbeiträge für Selbstständige in den letzten Jahren entwickelt?
Der GKV-Beitrag für Selbstständige ist in den letzten Jahren spürbar gestiegen. Zwei Stellschrauben treiben ihn nach oben: die Beitragsbemessungsgrenze, die jedes Jahr angehoben wird, und der Zusatzbeitrag der Kassen, der sich seit 2022 mehr als verdoppelt hat.
Schauen wir uns die Entwicklung des Höchstbeitrags an, einmal für Kinderlose und einmal für Eltern, jeweils mit Krankengeldanspruch:
| Jahr | Höchstbeitrag kinderlos | Höchstbeitrag mit Kind |
|---|---|---|
| 2022 | 915 € | 884 € |
| 2023 | 976 € | 942 € |
| 2024 | 1.074 € | 1.038 € |
| 2025 | 1.174 € | 1.141 € |
| 2026 | 1.261 € | 1.226 € |
Für Kinderlose bedeutet das einen Anstieg von 915 Euro auf 1.261 Euro in nur vier Jahren, ein Plus von fast 38 Prozent.
Allein der durchschnittliche Zusatzbeitrag kletterte von 1,3 Prozent im Jahr 2022 auf 2,9 Prozent im Jahr 2026. An der Beitragsbemessungsgrenze sind das rund 93 Euro mehr im Monat, allein aus diesem einen Faktor.
Welchen Einfluss hat die GKV-Reform auf die Kosten für Selbstständige?
Für 2027 wird es noch teurer. Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz plant die Bundesregierung, die Beitragsbemessungsgrenze stärker anzuheben als sonst, um 3.600 Euro im Jahr zusätzlich, also 300 Euro mehr im Monat, oben drauf zur normalen jährlichen Anpassung.
Der PKV-Verband rechnet für 2027 mit diesen Werten, ausgehend von Löhnen, die um 4,5 Prozent steigen. Es ist noch eine Prognose, weil die endgültigen Zahlen erst im Herbst 2026 feststehen:
| Kennzahl | 2026 | 2027 (Prognose) |
|---|---|---|
| Beitragsbemessungsgrenze im Monat | 5.812,50 € | rund 6.374 € |
| Höchstbeitrag kinderlos | 1.261 € | rund 1.390 bis 1.400 € |
| Höchstbeitrag mit Kind | 1.226 € | rund 1.350 bis 1.360 € |
Für kinderlose Selbstständige an der Beitragsbemessungsgrenze sind das rund 130 bis 140 Euro mehr im Monat, also bis zu 1.680 Euro im Jahr. Gleichzeitig steigt die Versicherungspflichtgrenze, ab der Angestellte in die private Krankenversicherung wechseln dürfen, von 77.400 Euro auf voraussichtlich rund 84.500 Euro.
Wer den Wechsel plant, dem wird er damit zusätzlich erschwert.
Welche Einkommen werden zur Berechnung der GKV-Beiträge herangezogen?
Als freiwillig versicherter Selbstständiger zählt für deinen Beitrag dein gesamtes Einkommen, nicht nur der Gewinn aus deiner Tätigkeit. Die Kasse schaut also auf alles, was bei dir an Geld hereinkommt.
Zu den beitragspflichtigen Einnahmen gehören:
- Gewinn aus deiner selbstständigen oder freiberuflichen Tätigkeit
- Mieteinnahmen aus vermieteten Immobilien
- Kapitalerträge wie Zinsen und Dividenden
- sonstige Einkünfte, zum Beispiel aus Verpachtung oder Renten
Damit unterscheidest du dich klar von Angestellten, bei denen nur das Gehalt zählt.
Zwei Grenzen rahmen deinen Beitrag ein: nach unten die Mindestbemessungsgrundlage von 1.318,33 Euro im Monat, auf die selbst Gründer mit wenig Gewinn mindestens einzahlen, und nach oben die Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro, ab der jeder weitere Euro beitragsfrei bleibt.
Deinen Gewinn weist du der Kasse über den Einkommensteuerbescheid nach.
Bis der vorliegt, setzt die Kasse den Beitrag vorläufig fest und rechnet später nach. Verdienst du mehr als geschätzt, kann eine Nachzahlung kommen, verdienst du weniger, bekommst du Geld zurück.
Vergleich: PKV vs. GKV-Kosten für Selbstständige
Jetzt wird es spannend. Für einen gesunden Selbstständigen mit gutem Einkommen liegt der Beitrag eines starken privaten Tarifs oft unter dem GKV-Höchstbeitrag. Der Beitrag ist aber nur die halbe Geschichte, der eigentliche Unterschied steckt in der Leistung. Dazu kommen wir am Ende.
Dazu einmal ein Beispiel: Nehmen wir einen 30-jährigen, gesunden Selbstständigen ohne Kinder, der so gut verdient, dass er über der Beitragsbemessungsgrenze liegt. In der gesetzlichen Kasse zahlt er den Höchstbeitrag von 1.261 Euro im Monat.
Daneben stelle ich echte, aktuelle Beiträge starker privater Tarife, jeweils mit Zahnschutz, Krankentagegeld und Pflegepflichtversicherung:
| Tarif | Monatsbeitrag | Unterschied zur GKV |
|---|---|---|
| GKV-Höchstbeitrag (kinderlos) | 1.261 € | Vergleichswert |
| Allianz Plus 70 mit Zahn 75 (30 J.) | 707 € | 554 € weniger |
| Allianz Plus 90 mit Zahn 90 (30 J.) | 781 € | 480 € weniger |
| BBKK GesundheitVARIO GV800 (32 J.) | 813 € | 448 € weniger |
| BBKK GesundheitVARIO GV400 (32 J.) | 900 € | 361 € weniger |
Jeder dieser Tarife liegt deutlich unter dem GKV-Höchstbeitrag, und das bei besserer Leistung. Auch andere starke Anbieter wie die Barmenia oder die UKV bewegen sich für gesunde Dreißiger im Bereich von rund 600 bis 900 Euro. Die genaue Höhe hängt immer vom Eintrittsalter, vom Gesundheitszustand und vom gewählten Selbstbehalt ab.
Dieser Beitragsvorteil gilt aber nicht für jeden Selbstständigen. Der private Beitrag richtet sich nach Alter und Gesundheit, der gesetzliche nach dem Einkommen. Wer wenig verdient, zahlt in der gesetzlichen Kasse wenig, und dann liegt ihr Beitrag unter dem eines privaten Tarifs.
Schauen wir uns das am selben Allianz-Tarif für einen 30-Jährigen an, der bei 707 Euro im Monat liegt, und stellen ihm den GKV-Beitrag bei verschiedenen Gewinnen gegenüber. So wird sichtbar, ab welchem Einkommen sich das Verhältnis dreht:
| Monatlicher Gewinn | GKV-Beitrag | PKV Allianz (30 J.) |
|---|---|---|
| 3.000 € | 651 € | 707 € |
| 4.000 € | 868 € | 707 € |
| ab 5.812,50 € | 1.261 € | 707 € |
Unter rund 4.000 Euro Gewinn zahlst du in der gesetzlichen Kasse weniger als im privaten Tarif. Ab etwa 4.000 Euro dreht sich das Bild, und ab der Beitragsbemessungsgrenze trennt beide ein Abstand von über 550 Euro im Monat. Wichtig dabei: Der gesetzliche Beitrag steigt mit dem Einkommen, der private bleibt vom Einkommen unberührt, verändert sich aber mit dem Alter.
Ein niedriger Einstiegsbeitrag sollte aber nie der einzige Grund für einen Wechsel sein. Der private Beitrag ist eine Momentaufnahme: Im Alter steigt er, weil die Gesundheitskosten steigen.
Bei mehreren Kindern kann die kostenlose Familienversicherung der GKV den Spielraum wieder ausgleichen. Und wer seine Selbstständigkeit eventuell aufgibt, sollte die Rückkehr in die gesetzliche Kasse mitdenken.
Wie sich der Beitrag im Alter entwickelt, gehört deshalb zur Entscheidung dazu.
Wie viel leistungsstärker ist ein starker PKV-Tarif?
Damit sind wir beim eigentlichen Punkt. Der Beitrag entscheidet nicht darüber, wie gut du im Krankheitsfall versorgt bist. Das tut die Leistung, und hier liegen Welten zwischen dem gesetzlichen Standard und einem starken privaten Tarif.
Ich habe dir die wichtigsten Unterschiede gegenübergestellt, damit du siehst, was du für deinen Beitrag tatsächlich bekommst:
| Leistung | GKV (Standard) | starker PKV-Tarif |
|---|---|---|
| Arzttermine | Kassenpatient, oft längere Wartezeit | bevorzugte Terminvergabe als Privatpatient |
| Krankenhaus | Mehrbettzimmer, kein Wahlarzt | Chefarzt, Ein- oder Zweibettzimmer |
| Zahnersatz | Festzuschuss auf die Basisversorgung | 75 bis 100 % auch für hochwertige Versorgung |
| Heilpraktiker | im Standard nicht enthalten | je nach Tarif abgedeckt |
| Psychotherapie | Kassenbudget, lange Wartezeiten | direkter Zugang zur Behandlung |
| Behandlung im Ausland | Notfall innerhalb der EU | bis 100 % weltweit, je nach Tarif |
| Leistungsumfang | kann der Gesetzgeber ändern | vertraglich zugesichert |
Genau das ist der Kern der Entscheidung. Ein gesunder Selbstständiger mit gutem Einkommen bekommt in einem starken privaten Tarif oft mehr Leistung für einen niedrigeren Beitrag als in der gesetzlichen Kasse.
Der Beitrag allein sagt aber wenig darüber aus, wie gut du versorgt bist. Viel wichtiger ist, dass du im Ernstfall schneller einen Termin bekommst, vom Chefarzt behandelt wirst und hochwertigen Zahnersatz erstattet bekommst.
Wer wechselt, sollte das deshalb als Leistungsentscheidung treffen, mit einem Beitrag, der zu jeder Lebensphase tragbar bleibt. Wie du das richtig angehst, liest du in meinem Beitrag dazu, warum der Wechsel in die PKV immer eine Leistungsfrage sein sollte, und im Leistungsvergleich von GKV und PKV.
FAQ
Zum Schluss die Fragen, die mir Selbstständige zu den GKV-Kosten am häufigsten stellen:
Als Selbstständiger zahlst du 2026 zwischen rund 286 Euro im Monat (Mindestbeitrag) und rund 1.261 Euro (Höchstbeitrag, kinderlos). Wie viel genau, hängt von deinem Einkommen ab. Ab einem Gewinn von 5.812,50 Euro im Monat zahlst du den Höchstbeitrag, mehr wird es dann nicht.
Die AOK ist regional aufgestellt, deshalb gibt es nicht den einen AOK-Beitrag. Er hängt vom Zusatzbeitrag deiner regionalen AOK ab, der 2026 zum Beispiel bei 2,69 Prozent (AOK Bayern) oder 3,5 Prozent (AOK Nordost) liegt. Berechnet wird er wie bei jeder Kasse auf dein Einkommen, bis zur Beitragsbemessungsgrenze.
Der Mindestbeitrag liegt 2026 bei rund 286 Euro im Monat für Kinderlose und rund 278 Euro für Eltern. Die Kasse rechnet dabei mit einem fiktiven Mindesteinkommen von 1.318,33 Euro. Selbst wer weniger verdient oder Verluste macht, zahlt mindestens diesen Betrag.
Dein Beitrag ergibt sich aus deinem Einkommen mal dem Beitragssatz. 2026 sind das rund 17,5 Prozent für die Krankenversicherung plus 3,6 oder 4,2 Prozent für die Pflege. Gerechnet wird mindestens auf 1.318,33 Euro und höchstens auf 5.812,50 Euro im Monat. Was du darüber verdienst, zählt nicht mit.
