Wie hoch ist die freiwillige Krankenversicherung der AOK?

Wer als Selbstständiger oder Gesellschafter-Geschäftsführer freiwillig in der AOK versichert ist, zahlt 2026 zwischen rund 280 und fast 1.300 Euro monatlich – je nach Region und Einkommen.
Bild zeigt Marcus Knispel sitzend im schwarzen Anzug / PKV-Berater aus Duisburg für Geschäftsführer & Top-Verdiener
zuletzt aktualisiert: 17. Mai 2026

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*als Arbeitnehmer nur über 77.400€ Bruttogehalt (p.a.)

Inhaltsverzeichnis:

Wer selbstständig ist oder als Angestellter genug verdient, um wählen zu können, steht früher oder später vor dieser Frage:

Freiwillig in der GKV bleiben oder in die PKV wechseln? Bevor man das beurteilen kann, muss man verstehen, was die freiwillige AOK-Mitgliedschaft überhaupt kostet und was man dafür bekommt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Freiwillig versichert in der GKV bist du als Selbstständiger, als Angestellter über der Jahresarbeitsentgeltgrenze von 77.400 Euro oder als Gesellschafter-Geschäftsführer ohne sozialversicherungspflichtige Anstellung.
  • Selbstständige zahlen für 2026 mindestens auf die Mindestbemessungsgrundlage von 1.318,33 Euro im Monat, also rund 280 bis 294 Euro monatlich, je nach AOK-Region.
  • Der Höchstbeitrag liegt für 2026 bei bis zu 1.296 Euro im Monat (AOK Nordost, kinderlos).
  • Alle 11 AOK-Regionen haben unterschiedliche Zusatzbeiträge. Der Unterschied zwischen günstigster und teuerster AOK beträgt über 700 Euro im Jahr.
  • Ein PKV-Hochleistungstarif kann für gut verdienende Alleinverdiener ohne Vorerkrankungen netto günstiger sein und deutlich mehr Leistung bieten. PKV ist aber keine Sparentscheidung, sondern eine Entscheidung für bessere Medizin.

Wie hoch ist der Zusatzbeitrag bei der AOK?

Der GKV-Gesamtbeitrag setzt sich immer aus zwei Teilen zusammen:

  • dem bundeseinheitlichen allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent,
  • und dem kasseneigenen Zusatzbeitrag.

Den Zusatzbeitrag legt jede Kasse selbst fest. Bei der AOK kommt hinzu, dass sie keine einheitliche Kasse ist, sondern ein Verbund von 11 regionalen Kassen mit jeweils eigenem Zusatzbeitrag.

Für 2026 liegen die Zusatzbeiträge der AOK-Regionen zwischen 2,47 und 3,50 Prozent. Das klingt nach wenig Unterschied. Bei einem Selbstständigen mit Höchsteinkommen macht das aber über 700 Euro Differenz im Jahr.

AOK-RegionZusatzbeitrag für 2026Gesamtbeitragssatz KVVeränderung zu 2025
AOK Rheinland-Pfalz/Saarland2,47%17,07%stabil
AOK Bayern2,69%17,29%stabil
AOK Sachsen-Anhalt2,89%17,49%+0,39 Prozentpunkte
AOK Hessen2,98%17,58%+0,49 Prozentpunkte
AOK Niedersachsen2,98%17,58%+0,28 Prozentpunkte
AOK Baden-Württemberg2,99%17,59%+0,39 Prozentpunkte
AOK NordWest (NRW, Schleswig-Holstein)2,99%17,59%+0,20 Prozentpunkte
AOK PLUS (Sachsen, Thüringen)3,10%17,70%stabil
AOK Bremen/Bremerhaven3,29%17,89%+0,80 Prozentpunkte
AOK Rheinland/Hamburg3,29%17,89%+0,30 Prozentpunkte
AOK Nordost (Berlin, Brandenburg, MV)3,50%18,10%stabil

Günstigste AOK für 2026 ist die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland mit 17,07 Prozent Gesamtbeitragssatz. Teuerste ist die AOK Nordost mit 18,10 Prozent. Zum Gesamtbeitragssatz kommt außerdem die Pflegeversicherung: für Kinderlose 4,2 Prozent, für Eltern 3,6 Prozent, jeweils auf die Beitragsbemessungsgrenze gerechnet.

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Marcus Knispel
PKV-Berater für Top-Verdiener

Wie hoch ist die freiwillige Krankenversicherung der AOK?

Freiwillig versicherte Selbstständige zahlen für 2026 mindestens 280 bis 294 Euro im Monat, beim Höchsteinkommen bis zu 1.296 Euro. Wie viel du konkret zahlst, hängt davon ab, was du verdienst, ob du Kinder hast und in welcher AOK-Region du versichert bist.

Freiwillig versichert in der GKV ist, wer keine gesetzliche Versicherungspflicht hat. Das betrifft Selbstständige und Freiberufler, Angestellte über der Jahresarbeitsentgeltgrenze von 77.400 Euro und Gesellschafter-Geschäftsführer je nach Beteiligungshöhe.

Der entscheidende Unterschied zur Pflichtversicherung: Freiwillig versicherte Selbstständige zahlen Beiträge auf alle Einkünfte, nicht nur auf den Gewinn aus ihrer selbstständigen Tätigkeit. Kapitalerträge, Mieteinnahmen, Betriebsrenten fließen alle in die Berechnung ein, bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro im Monat.

Welche Rechengrößen gelten für 2026?

Alle Berechnungen basieren auf diesen amtlichen Werten:

RechengrößeWert für 2026
Beitragsbemessungsgrenze (BBG)5.812,50 Euro/Monat (69.750 Euro/Jahr)
Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG)77.400 Euro/Jahr (6.450 Euro/Monat)
Allgemeiner Beitragssatz (mit Krankengeld)14,6%
Ermäßigter Beitragssatz (ohne Krankengeld)14,0%
Durchschnittlicher Zusatzbeitrag für 20262,9%
Pflegeversicherung kinderlos4,2%
Pflegeversicherung mit Kindern3,6%
Mindestbemessungsgrundlage Selbstständige1.318,33 Euro/Monat

Wichtig: JAEG und BBG sind zwei verschiedene Größen, die oft verwechselt werden. Die JAEG (77.400 Euro) entscheidet, ob du in die PKV wechseln kannst. Die BBG (69.750 Euro) entscheidet, ab wann dein GKV-Beitrag nicht mehr steigt.

Wer 90.000 Euro verdient, zahlt genau denselben Beitrag wie jemand mit 70.000 Euro, weil die BBG-Deckelung greift.

Wie hoch ist der Höchstbeitrag je AOK-Region?

Wer über der Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro im Monat verdient, zahlt unabhängig vom Einkommen den Höchstbeitrag. Die folgende Übersicht zeigt die Höchstbeiträge für 2026 für kinderlose Versicherte:

AOK-RegionKV-HöchstbeitragPV kinderlosGesamt/Monat
AOK Rheinland-Pfalz/Saarland991,84 Euro244,13 Euro1.235,97 Euro
AOK Bayern1.004,98 Euro244,13 Euro1.249,11 Euro
AOK Sachsen-Anhalt1.016,61 Euro244,13 Euro1.260,73 Euro
AOK Hessen1.021,84 Euro244,13 Euro1.265,96 Euro
AOK Niedersachsen1.021,84 Euro244,13 Euro1.265,96 Euro
AOK Baden-Württemberg1.022,36 Euro244,13 Euro1.266,49 Euro
AOK NordWest1.022,36 Euro244,13 Euro1.266,49 Euro
AOK PLUS1.028,81 Euro244,13 Euro1.272,94 Euro
AOK Bremen/Bremerhaven1.039,86 Euro244,13 Euro1.283,98 Euro
AOK Rheinland/Hamburg1.039,86 Euro244,13 Euro1.283,98 Euro
AOK Nordost1.051,56 Euro244,13 Euro1.295,69 Euro

Wer mehr verdient als 5.812,50 Euro im Monat, zahlt trotzdem nicht mehr. Wer weniger verdient, zahlt entsprechend weniger, mindestens aber den Beitrag auf die Mindestbemessungsgrundlage.

Was kostet die freiwillige AOK-Versicherung für Selbstständige?

Selbstständige zahlen ihren GKV-Beitrag vollständig selbst, kein Arbeitgeber teilt die Last. Grundlage ist der tatsächliche Gewinn laut Einkommensteuerbescheid, mindestens aber die Mindestbemessungsgrundlage von 1.318,33 Euro im Monat.

Was kostet die AOK als junger Selbstständiger?

Auch wer als Selbstständiger nur wenig verdient, zahlt in der freiwilligen GKV mindestens Beiträge auf 1.318,33 Euro im Monat. Viele Gründer unterschätzen das:

AOK-RegionMindestbeitrag KVMindestbeitrag PVGesamtmindestbeitrag
AOK Rheinland-Pfalz/Saarland224,93 Euro55,37 Euro280,30 Euro
AOK Bayern227,25 Euro55,37 Euro282,62 Euro
AOK Baden-Württemberg230,14 Euro55,37 Euro285,51 Euro
AOK Nordost236,55 Euro55,37 Euro291,92 Euro

Wer in der Gründungsphase nur 800 Euro Gewinn macht, zahlt trotzdem rund 280 bis 292 Euro im Monat, je nach AOK-Region.

Was müssen Selbstständige bei der Beitragsberechnung beachten?

Bei Selbstständigen fließen alle Einkommensarten in die Beitragsberechnung ein, nicht nur der Gewinn.

Kapitalerträge, Mieteinnahmen, Betriebsrenten: alles zählt bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Wer 40.000 Euro Gewinn, 8.000 Euro Mieteinnahmen und 5.000 Euro Kapitalerträge hat, zahlt GKV-Beitrag auf 53.000 Euro im Jahr, nicht nur auf 40.000 Euro.

Außerdem gibt es den Unterschied zwischen allgemeinem Beitragssatz (14,6 Prozent, mit Krankengeldanspruch ab dem 43. Tag) und ermäßigtem Beitragssatz (14,0 Prozent, ohne Krankengeldanspruch).

Wer auf das Krankengeld verzichtet, spart beim Höchstbeitrag rund 35 Euro im Monat, trägt aber das volle Einkommensrisiko bei längerer Krankheit selbst.

Sonderfall: Gesellschafter-Geschäftsführer

Wer mindestens 50 Prozent der GmbH-Anteile hält, ist sozialversicherungsfrei in Rente, Arbeitslosenversicherung und Unfallversicherung. Er zahlt seinen GKV-Beitrag selbst. Die GmbH darf einen Zuschuss zahlen, der muss aber im Geschäftsführer-Dienstvertrag schriftlich vereinbart sein.

Bei beherrschenden GGF ist dieser Zuschuss steuerpflichtiger Arbeitslohn, kein steuerfreier Arbeitgeberzuschuss nach § 3 Nr. 62 EStG.

Wer das in der Lohnbuchhaltung falsch abrechnet, riskiert bei der nächsten Betriebsprüfung teure Nachzahlungen.

Wer weniger als 50 Prozent hält, ist sozialversicherungspflichtig wie ein normaler Arbeitnehmer. Die GmbH zahlt den halben Beitrag steuerfrei.

Vergleich: Freiwillig bei der AOK oder PKV-Hochleistungstarif?

Ab einem bestimmten Einkommensniveau stellt sich diese Frage ernst. Und hier ist das Wichtigste zuerst: PKV ist keine Sparentscheidung. Wer in die PKV wechselt, um Geld zu sparen, hat die falsche Perspektive.

Wer wechselt, weil er bessere Leistungen will, Chefarztbehandlung, Einbettzimmer, vollständige Erstattung bei Zahnersatz, Kontaktlinsen und Podologie, der denkt richtig.

Fallbeispiel Stefan: Geschäftsführer, AOK Baden-Württemberg, 42 Jahre

Stefan ist 42 Jahre alt, Alleingesellschafter-Geschäftsführer einer IT-Consulting GmbH, 100 Prozent der Anteile, also beherrschender GGF. Sein Geschäftsführergehalt beträgt 10.000 Euro im Monat brutto.

Er ist freiwillig in der AOK Baden-Württemberg versichert (Zusatzbeitrag 2,99 Prozent für 2026), kinderlos, mit allgemeinem Beitragssatz und Krankengeldanspruch.

Da sein Gehalt die Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro übersteigt, gilt der Höchstbeitrag.

Was zahlt Stefan für seine AOK?

BeitragskomponenteBerechnungBetrag/Monat
KV (14,6% + 2,99% = 17,59%) auf 5.812,50 Euro5.812,50 × 0,17591.022,36 Euro
PV kinderlos (4,2%) auf 5.812,50 Euro5.812,50 × 0,042244,13 Euro
Gesamtbeitrag1.266,49 Euro
GmbH-Zuschuss (vertraglich, steuerpflichtig)maximal möglich613,22 Euro
Stefans Eigenanteil brutto653,27 Euro

Der GmbH-Zuschuss von 613,22 Euro ist als beherrschender GGF steuerpflichtiger Bruttolohn. Er erhöht Stefans steuerpflichtiges Einkommen, wird aber durch den Sonderausgabenabzug der Basisabsicherungsanteile in der Einkommensteuererklärung teilweise ausgeglichen.

Bei einem Grenzsteuersatz von 44,31 Prozent (42 Prozent plus Solidaritätszuschlag) berechnet sich die Steuerersparnis auf den absetzbaren Teil des Gesamtbeitrags.

Der KV-Basisanteil (rund 80 Prozent des KV-Beitrags) und die Pflegeversicherung sind vollständig absetzbar: Das ergibt eine monatliche Steuerersparnis von rund 471 Euro. Netto zahlt Stefan für seine AOK damit rund 796 Euro im Monat.

Was bekommt Stefan für 1.266 Euro Gesamtbeitrag bei der AOK?

Freiwillig versicherte AOK-Mitglieder erhalten denselben gesetzlichen Leistungskatalog wie Pflichtmitglieder, kein Upgrade, keine Extras.

Konkret bedeutet das für Stefan:

  • Mehrbettzimmer im Krankenhaus, Behandlung durch den diensthabenden Arzt
  • Kontaktlinsen: 0 Euro (unter der 8-Dioptrien-Grenze)
  • Brille: 0 Euro (unter der 6-Dioptrien-Grenze)
  • Podologie: 0 Euro (keine Diabetesdiagnose)
  • LASIK: 0 Euro
  • Zahnersatz: rund 60 Prozent Regelversorgung, keine Implantate
  • Heilpraktiker: keine Erstattung
  • Psychotherapie: kontingentiert, mit Wartezeiten auf Kassensitz

Dazu kommen regionale AOK-Bonusleistungen: Fitnessstudio-Zuschuss (rund 150 bis 200 Euro im Jahr), Osteopathie-Zuschuss (rund 180 Euro im Jahr), professionelle Zahnreinigung (rund 40 bis 80 Euro im Jahr).

Das sind nette Extras, die am grundlegenden Leistungsbild nichts ändern.

Was würde Stefan im PKV-Hochleistungstarif zahlen und bekommen?

Zum Vergleich nehmen wir den SDK AM12+S1+Z9, einen der aktuell besten Premiumtarife auf dem deutschen Markt, bewertet von Franke und Bornberg mit 90 von 100 Punkten. Der Gesamtbeitrag liegt für einen 35-Jährigen bei 840,12 Euro im Monat inklusive Pflegepflichtversicherung und Krankentagegeld ab dem 43. Tag.

Die GmbH zahlt als AG-Zuschuss maximal die Hälfte des Beitrags, begrenzt auf die Hälfte des GKV-Höchstbeitrags. Beim SDK-Tarif sind das 420,06 Euro. Dieser Zuschuss ist für Stefan als beherrschenden GGF ebenfalls steuerpflichtiger Lohn.

VergleichAOK Baden-WürttembergSDK AM12+S1+Z9
Gesamtbeitrag brutto1.266,49 Euro840,12 Euro
GmbH zahlt613,22 Euro420,06 Euro
Stefan zahlt brutto653,27 Euro420,06 Euro
Stefan zahlt netto nach Steuerca. 796 Euroca. 542 Euro
GmbH spart gegenüber AOK193,16 Euro/Monat

Stefan zahlt netto rund 254 Euro weniger pro Monat mit dem SDK-Tarif. Über das Jahr sind das rund 3.048 Euro weniger aus eigener Tasche. Und seine GmbH spart durch den niedrigeren AG-Zuschuss zusätzlich rund 2.318 Euro weniger Betriebsausgaben pro Jahr.

Was bekommt Stefan im SDK-Tarif, was die AOK nicht bietet?

Hier liegt der eigentliche Grund für einen Wechsel: nicht das Sparen, sondern die Leistung.

LeistungAOK (GKV-Standard)SDK AM12+S1+Z9
Zimmer im KrankenhausMehrbettzimmerEinbettzimmer
Behandelnder ArztdiensthabendChefarzt, auch über GOÄ-Höchstsätze
Privatklinikennicht zugänglichvollständig zugänglich
Arzthonorare ambulantEBM-KassensätzeGOÄ über Höchstsätze
Kontaktlinsen (unter 8 dpt)0 Eurobis 1.000 Euro in 3 Jahren
LASIK0 Eurobis 3.000 Euro pro Auge
Podologie ohne Diabetes0 Euro100% der tatsächlichen Kosten
Zahnersatzca. 60% Regelversorgung90% sofort, inkl. Implantate
Heilpraktikerkeineja, anteilig
Psychotherapiekontingentiert100%, ohne Sitzungsbegrenzung
Beitragsrückerstattungkeine2 Monatsbeiträge bei Leistungsfreiheit
Freie Arztwahleingeschränktvollständig

Wann macht ein Wechsel in die PKV keinen Sinn?

So klar der Vergleich für Stefan klingt: In mehreren Konstellationen ist die freiwillige GKV-Mitgliedschaft die bessere Wahl. Das zu wissen, ist genauso wichtig wie die Leistungsvorteile der PKV zu kennen.

Wann ist die GKV die bessere Wahl?

Wer eine Familie hat, bei der Partner und Kinder nicht erwerbstätig sind, profitiert erheblich von der kostenlosen Familienversicherung der GKV. In der PKV bräuchte jedes Familienmitglied einen eigenen Beitrag. Für eine vierköpfige Familie (Partner plus zwei Kinder) können das leicht 1.100 Euro oder mehr im Monat zusätzlich sein.

Dieser Vorteil kehrt die gesamte Beitragsrechnung um.

Wer Vorerkrankungen mitbringt, findet in der GKV keine Gesundheitsprüfung, keine Risikoaufschläge, keine Leistungsausschlüsse. In der PKV kann eine Vorerkrankung zu einem Beitrag führen, bei dem die AOK plötzlich günstig wirkt.

Wer schwankende Einkünfte hat oder in der Gründungsphase zeitweise weniger verdient, profitiert davon, dass die GKV den Beitrag ans Einkommen koppelt. Die PKV fordert unabhängig vom Einkommen denselben Beitrag, auch im schlechten Geschäftsjahr.

Wer bereits in einem Alter ist, in dem PKV-Einsteigerbeiträge hoch werden, und keine ausreichende Altersvorsorge aufgebaut hat, sollte sehr genau rechnen, bevor er wechselt. PKV-Beiträge können im Alter deutlich steigen, wenn die Alterungsrückstellungen nicht ausreichen.

Fazit: „Freiwillige AOK als Selbsttsändiger ist teuer und bietet den klassischen GKV-Standard“

Die freiwillige Mitgliedschaft bei der AOK kostet für 2026 je nach Region und Einkommen zwischen rund 280 Euro im Monat als Mindestbeitrag und fast 1.300 Euro beim Höchstbeitrag. Dafür gibt es den gesetzlichen GKV-Leistungskatalog, nicht mehr und nicht weniger.

Für gut verdienende Selbstständige oder GGF ohne Familie, ohne Vorerkrankungen und mit stabilem Einkommen zeigt der direkte Vergleich: Ein PKV-Hochleistungstarif kann netto günstiger sein und ist in fast allen Leistungsbereichen besser aufgestellt. Aber der Grund für den Wechsel sollte immer die Leistung sein, nicht die Beitragshöhe.

Wer eine Familie zu versorgen hat, Vorerkrankungen mitbringt oder mit schwankendem Einkommen rechnet, ist in der GKV strukturell besser aufgehoben. Diese Entscheidung vorher richtig einzuschätzen, ist wichtiger als jede Beitragsrechnung.

Wenn du wissen willst, ob ein PKV-Wechsel für dich konkret Sinn macht, meld dich gerne bei mir. Gemeinsam rechnen wir das durch.

FAQ: Freiwilligen Krankenversicherung bei der AOK

Hier sind die häufigsten Fragen, die mir Selbstständige und Geschäftsführer zum Thema freiwillige GKV-Mitgliedschaft stellen.

Wer ist freiwillig in der GKV versichert?

Freiwillig versichert ist, wer keine gesetzliche Versicherungspflicht hat, aber in der GKV bleiben möchte oder muss. Das betrifft Selbstständige, Angestellte über der Jahresarbeitsentgeltgrenze von 77.400 Euro und beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer.

Worin unterscheidet sich die freiwillige Versicherung von der Pflichtversicherung?

Freiwillig Versicherte erhalten dieselben Leistungen wie Pflichtmitglieder. Der Unterschied liegt bei der Beitragsberechnung: Selbstständige zahlen auf alle Einkünfte, nicht nur den Gewinn. Und sie zahlen alles selbst, kein Arbeitgeber teilt den Beitrag.

Was passiert bei der freiwilligen GKV mit Kapitalerträgen und Mieteinnahmen?

Beide fließen bei Selbstständigen in die Beitragsbemessungsgrundlage ein, bis zur BBG von 5.812,50 Euro im Monat. Wer 40.000 Euro Gewinn und 13.000 Euro Miet- und Kapitalerträge hat, zahlt Beiträge auf 53.000 Euro im Jahr.

Wann lohnt sich ein Wechsel in die PKV für Selbstständige?

Das hängt von Alter, Gesundheitszustand, Familienstand, Einkommenshöhe und -stabilität ab. Für gesunde Alleinverdiener mit stabilem hohem Einkommen kann ein Hochleistungstarif in der PKV netto günstiger sein und deutlich bessere Leistungen bieten. Wer eine Familie hat oder Vorerkrankungen mitbringt, rechnet komplett anders.

Ist der GmbH-Zuschuss zur Krankenversicherung für beherrschende GGF steuerfrei?

Nein. Bei beherrschenden GGF mit mindestens 50 Prozent der Anteile gilt der GmbH-Zuschuss als steuerpflichtiger Arbeitslohn. Wer das falsch abrechnet, riskiert bei einer Betriebsprüfung teure Nachzahlungen.

Bild zeigt Marcus Knispel sitzend im schwarzen Anzug / PKV-Berater aus Duisburg für Geschäftsführer & Top-Verdiener
Marcus Knispel
Geschäftsführer | Versicherungsmakler (§ 34d GewO)
Über den Autor

Marcus Knispel ist seit über 25 Jahren in der Versicherungsbranche tätig und seit 2012 als ungebundener, nach § 34d GewO zugelassener Versicherungsmakler mit klarer Spezialisierung auf die private Krankenversicherung für Top-Verdiener, Unternehmer und Geschäftsführer aktiv. Er berät ausschließlich im Mandanteninteresse und unterstützt zusätzlich rund 100 Maklerkolleginnen und -kollegen bei komplexen PKV-Fragestellungen und der vollständigen Beratung ihrer Kunden.

Seine fachliche Grundlage bilden unter anderem Abschlüsse als Versicherungsfachmann (BWV) sowie als zertifizierter Fondsberater (EAFP) an der Europäischen Akademie für Finanzplanung, ergänzt um zahlreiche Spezialisierungen zu Tarifwechselrecht nach VVG § 204, Gesundheitsprüfung, Risikozuschlägen und Beitragsentlastung im Alter. Marcus bildet sich laufend über renommierte Branchenanbieter wie die Deutsche Makler Akademie weiter und verbindet so aktuelle PKV-Produktkenntnis mit langjähriger Praxiserfahrung aus der Beratung von Angestellten, Selbstständigen, Geschäftsführern und C-Level-Entscheidern.

Als Handelsmakler ist Marcus heute bei von Buddenbrock Concepts in Essen angebunden und steht für eine verständliche, transparente und zahlenbasierte PKV-Beratung, bei der Hochleistungstarife und eine stabile Beitragsentwicklung im Alter im Mittelpunkt stehen. In seinen Fachartikeln und Auftritten als PKV-Experte legt er großen Wert auf Aufklärung, klare Sprache und eine saubere Herleitung seiner Empfehlungen, damit Leser und Mandanten fundierte Entscheidungen zur privaten Krankenversicherung treffen können.